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6. Türchen – Einfach Gutes tun – Die Legende vom Heiligen Nikolaus

Last updated on 8. Dezember 2019

Der 6. Dezember ist in der christlichen Tradition dem Heiligen Nikolaus gewidmet. Wer war dieser Nikolaus? Viele Erzählungen aus seinem Leben sollen uns an sein Vermächtnis erinnern. Ein Leben, das den Mitmenschen gewidmet war. 

Wenn Kinder plötzlich freiwillig ihre Stiefel putzen ist es wieder so weit. Das Fest des Heiligen Nikolaus steht vor der Tür. Das saubere Schuhwerk soll dann von diesem mit Süßigkeiten und kleinen Geschenken befüllt werden. Der Brauch geht zurück auf die Erzählungen rund um den Bischof von Myra, den es tatsächlich im 4. Jahrhundert gegeben hat und der durch seine guten Taten bis heute in Erinnerung blieb. 

Historisch bestätigt ist, dass Nikolaus Ende des 3. Jahrunderts in Patara, einer Stadt in der kleinasiatischen Region Lykien geboren wurde. Bereits mit 19 Jahren wurde er zum Priester geweiht und später Bischof von Myra, dem heutigen Demre (Türkei). Um das Jahr 350 starb er im Alter von ungefähr 60 Jahren, der 6. Dezember soll sein Todestag gewesen sein. 

(Bild: iStock)

Ebenso belegt ist, dass Nikolaus während der Christenverfolgung im Jahre 310 gefangen genommen und gefoltert wurde. Der als stets barmherzig und uneigennützig beschriebene Bischof soll auch dieser Verfolgung mit Sanftmut begegnet sein. 325 habe er am Konzil von Nicäa teilgenommen, auf dem das Glaubensbekenntnis der Kirche beschlossen wurde.

Nikolaus trat immer für die Armen ein, denen er auch das von seinen Eltern geerbte Vermögen gespendet haben soll. Man schreibt ihm Werte der Selbstlosigkeit und Güte zu, er war den Nöten anderer Menschen gegenüber stets achtsam. So ranken sich viele Legenden, Heils- und Wundergeschichten rund um den Bischof von Myra, aus denen sich viele der heutigen Bräuche ableiten. Hier die drei bekanntesten: 

Die Mitgiftspende

Einst lebte ein armer Mann mit seinen drei Töchtern alleine. Er konnte sich die damals übliche Mitgift nicht leisten, um seine Töchter zu verheiraten. Aus dieser Not heraus sah er sich gezwungen, die Mädchen in die Prostitution zu schicken. Als Nikolaus davon hörte, schlich er sich nächtens an die Fenster der Töchter und warf drei Goldklumpen hinein. Mit diesem großzügigem Geschenk half er der Familie aus der Armut und bewahrte die Töchter vor einem schrecklichen Schicksal. Der Heilige Nikolaus wird daher oft mit drei goldenen Kugeln oder Äpfeln dargestellt. 

Der Brauch des nächtlichen Befüllens von Stiefeln, mancherorts auch Socken oder Gabenteller, dürfte sich ebenfalls aus dieser Geschichte ableiten. Dieser Brauch reicht zurück ins 15. Jahrhundert, wo es jedoch noch „Schiffchensetzen“ genannt wurde. Damals waren es selbstgebastelte Schiffchen, in die der Nikolaus seine Gaben legen sollte. 

Das Kornwunder

Nach einer langen Trockenperiode brach einst eine Hungersnot in Myra aus. Der Bischof von Myra, der den hungernden Menschen helfen wollte, hörte von einem mit Getreide vollbeladenen Schiff am Hafen. Das Getreide war jedoch genau abgewogen und für den Kaiser in Konstantinopel bestimmt. Bischof Nikolaus schaffte es, die Seemänner davon zu überzeugen, einen Teil der Körner den armen Menschen in Myra zu geben. Erst wagten sie es nicht, doch Nikolaus versprach ihnen, dass ihre Großzügigkeit keine Strafe zur Folge hätte. Die Seemänner vertrauten dem Bischof und tatsächlich fehlte ihnen kein Gramm des Getreides, als sie am Zielhafen angelangt waren. Die Bevölkerung Myras kam jedoch zwei Jahre lang mit der Getreideration aus und war vom Hunger erlöst. 

Die Stillung des Seesturms

Seefahrer, die durch einen Sturm in Seenot gerieten, beteten zum Heiligen Nikolaus um Hilfe. Ein geheimnissvoller unbekannter Mann tauchte auf ihrem Schiff auf und navigierte dieses erfolgreich aus dem Sturm. Danach war er wieder spurlos verschwunden. Als die Seefahrer in Myra angekommen waren und in der Kirche zum Dank beteten, erkannten sie in dem Heiligen Nikolaus jenen Retter wieder. Auch wegen dieser Geschichte wurde der Heilige Nikolaus zum Patron der Seefahrer. 

Vorbild Heiliger Nikolaus

In vielen Erzählungen, Gedichten und Bräuchen wird vermittelt, dass der Heilige Nikolaus die braven Kinder belohnt und die bösen Kinder mit der Rute bestraft. In seinem goldenem Buch sollen alle Taten der Kinder aufgezeichnet werden. Doch das Ermutigen der Kinder zu guten Taten muss nicht mit Angst in Verbindung stehen. Der Heilige Nikolaus stellt allein mit seiner Lebensgeschichte und den Legenden über seine Guterzigkeit und Hilfsbereitschaft ein wunderbares Vorbild dar. Wir können mit unseren Kindern über dieses Vorbild sprechen und gemeinsam überlegen, wie gut es uns selbst gelingt, an andere zu denken und hilfsbereit zu sein. Die Vorbildwirkung der Eltern vermittelt mehr als jeder Tadel.  

In diesem Sinne auch ein Gedicht ganz im Zeichen des Lebens und Wirkens des Heiligen Nikolaus: 

Wir grüßen dich im ganzen Haus

Wir grüßen Dich im ganzen Haus
Du bist der Bischof Nikolaus!
Ein heil´ger Mann von Gott gesandt,
wir sehn´s an Deinem Festgewand.

Warst Bischof vor viel hundert Jahren,
als noch nicht so viel Christen waren.
In einer Stadt, gar weit entfernt
hast anderen Christ sein gelernt.

Du liebtest alle Menschen sehr
was Du besaßest, gabst Du her
an Arme, Kranke und an Sünder,
am liebsten waren Dir die Kinder.
Zu ihnen ziehts dich heut noch hin,
am liebsten zum Adventsbeginn.

Von Julia Martin

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