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Chinesische Philosophien vor 2000 Jahren (2) – Der Konfuzianismus

(Bild: 186416128, Moving Moment – stock.adobe.com)

 „Die Männer des Altertums, die dem ganzen Reich ein Beispiel der Tugend sein wollten, brachten zuerst ihr eigenes Fürstentum in Ordnung. Wollten sie ihr Fürstentum in Ordnung bringen, so ordneten sie zuerst ihre Familie. Wollten sie ihre Familie ordnen, so kultivierten sie zuerst ihren Charakter. Wollten sie ihren Charakter kultivieren, so läuterten sie zuerst ihr Herz.“

(Konfuzius)

Der Konfuzianismus ist gemeinhin mehr eine Philosophie als eine Religion, da keine Gottheiten angebetet werden. Tatsächlich beabsichtigte Meister Kong, latinisiert Konfuzius (551-479 v. Chr.), nur eine Wiederbelebung der Religion und der Riten während der Zhou Dynastie (ca. 1000-256 v. Chr.).

Der alte konfuzianische Kanon bestand zur Zeit der Han-Dynastie aus einem Kommentar zur Chronik des Heimatstaates von Konfuzius, den er selbst verfasst hat. Die Gespräche des Konfuzius, auch Lunyugenannt, woraus auch das obige Zitat stammt, ist tatsächlich nur eine Sammlung seiner Zitate durch seine Schüler und wurde erst nach seinem Tode verfasst, ähnlich dem Neuen Testament. Andere Bücher des Kanons behandelten die Regeln der Sitte und des Anstands und der Musik. Zu erwähnen wäre auch das Buch der Wandlungen (Yijing oder I-ching): Dieses Buch existiert auch in deutscher Übersetzung und behandelt einige mystische Zeichen mit entsprechenden Sinnsprüchen und wurde früher zur Wahrsagung genutzt.

Der Schwerpunkt lag unter anderem auf dem korrekten Benehmen, der Verhältnisse der Menschen zueinander und zur Natur, sowie auf fünf Tugenden: Gutherzigkeit, Rechtschaffenheit, Etikette, Weisheit und Aufrichtigkeit. Dadurch sollte Harmonie für „alles unter dem Himmel“ entstehen. Die Gutherzigkeit, oder auch Menschlichkeit wird als Quelle aller Tugenden betrachtet. Besonders wichtig war auch die kindliche Pietät, die Liebe der Kinder zu den Eltern. Deswegen wurde der eigene Körper auch sehr pfleglich behandelt: Er wurde als Geschenk der Eltern angesehen und alles, was ihn verletzte, musste vermieden werden – einschließlich Strafen, die die Amputation von Körperteilen oder Tätowierungen nach sich zogen. Die entsprechende Pflicht der Eltern ist die Fürsorge, die sie den Kindern gegenüber zu tragen haben.

Ein moralisch guter Mensch werden

(Bild:  8008743, Moving Moment – stock.adobe.com)

Ziel war es, zu einem Edlen zu werden, einem moralisch sich gut verhaltenden Menschen mit Anstand und Schamgefühl. Das Ideal, das es zu erreichen galt, war nichts weniger als die Perfektion. Die Gelehrten, die sich des Studiums der konfuzianischen Texte widmeten, sahen es als ihre Pflicht an, sich um die Geschicke des Staates zu kümmern, sodass das gute Studium des Kanons zum Pflichtprogramm für sämtliche Beamte wurde und in den Beamtenprüfungen rigoros abgefragt wurde.

Der Staat wurde als größere Einheit für familiäre Interaktion betrachtet: Der Herrscher sollte sich zu den Untertanen so verhalten, wie der Vater zu seinen Kindern. Er sollte ihnen gegenüber Fürsorge tragen und für Schutz sorgen. Andersherum mussten die Untertanen dem Herrscher gehorchen, ihn aber auch darauf hinweisen, wenn er fehlgeleitet war, oder gar bei Korruption, eine Art zivilen Ungehorsam pflegen.

Was die menschliche Natur angeht, gibt es grundsätzlich zwei Strömungen innerhalb des Konfuzianismus, die auf den Philosophen Xunzi (etwa 300-239 v. Chr.) und Mencius (etwa 370-290 v. Chr.) basieren. Xunzi vertrat die Ansicht, dass der menschliche Charakter von Natur aus schlecht ist, dass er also erst durch die Erziehung zum guten Menschen würde. Mencius hingegen glaubte, dass der Mensch von Natur aus gut sei. Während der Han-Dynastie, war Xunzis Interpretation besonders einflussreich.

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