Detaillierteste Aufzeichnung eines sterbenden Sterns

visiontimes.com

Abbildung 2: SN 2018oh (Bild: NASA)

Zum ersten Mal gelang es einem internationalen Forschungsteam den Sterbemoment eines Sterns zu beobachten. Das Ziel des Projekts, welches ein internationales Forschungsteam leitete – zu welchem auch die Australian National University (AUN) zählte – war, die Geheimnisse rund um das Explodieren von Sternen zu lösen. Um dieses Projekt gewährleisten zu können, benutzen die Forscher das Kepler-Weltraumteleskop, sowie weitere bodengebundene Teleskope. 

Dr. Trucker von der ANU Research School of Astronomy and Astrophysics ist einer der führenden Forscher dieser neuen Studie. Er sagt, dass eine Reihe von Hochleistungsteleskopen das von dem explodierenden Stern ausgehende Licht entdeckten und erklärt etwa 170 Millionen Jahre später, am 4. Februar 2018:

 „Kepler beobachtete – in den letzten Tagen, bevor ihm der Treibstoff ausging und er in den Ruhestand ging – die Helligkeitsveränderungen der Sternexplosion von Anfang an, während die bodengebundenen Teleskope Farbveränderungen und die atomare Zusammensetzung des sterbenden Sterns aufzeichneten.

Mit den kombinierten Daten dieser Teleskope, erreichten die Astronomen ihr Ziel – eine noch nie dagewesene Beobachtung vom Beginn des Sterbevorgangs von Sternen.“

Der beobachtete Stern SN 2018oh ist ein Beispiel für eine Supernova vom Typ Ia – die Art, mit der Astronomen die Ausdehnung des Universums messen und die Natur der dunklen Energie untersuchen. Dr. Trucker erklärte:

„Vor Kepler war es fast unmöglich die Frühstadien einer Sternexplosion zu untersuchen.“ 

Eine typische Ia Supernova erhellt sich im Laufe von drei Wochen, bevor sie allmählich verblasst, aber diese Supernova erhellte sich rapide in kurzer Zeit – etwa dreimal schneller als gewöhnliche Supernovas. 

Die Dark Energy Kamera am Inter-Amerikanischen Observatorium Cerro Tololo in Chile und das Panoramic Survey Telescope and Rapid Response System am Haleakala Observatorium auf Hawaii zeigten, dass diese Supernova während dieser Zeit blau leuchtete, ein Zeichen für extrem hohe Temperaturen – Milliarden von Grad heiß. 

Abbildung 3: Dies ist eines der theoretischen Modelle, welches die mögliche Ursache für die Supernova von SN 2018oh zeigt. (Bild:NASA/JPL-Caltech)

Dr. Trucker erklärte, einige theoretische Modelle würden darauf hindeuten, dass ein explodierender Weißer Zwerg – ein Stern, der seinen Kernbrennstoff erschöpft hat – einen benachbarten Stern trifft, was eine Supernova verursacht. Weiter erzählte er, es habe den Anschein, dass dies die Ursache für SN 2018oh ist. Dazu fügt er hinzu:

„Es ist möglich, dass im Falle von SN 2018oh die Schockwelle des explodierenden Weißen Zwerges auf den Begleitstern traf und einen extrem heißen und hellen Lichtkranz erzeugte, der für die von uns beobachtete zusätzliche Helligkeit und Wärme sorgte.“

„Das inzwischen ausgediente Weltraumteleskop Kepler veränderte unsere Sicht auf das Universum und zeigte uns wie häufig Planeten um andere Sterne herum sind. Es hat unser Wissen darüber, wie Sterne ihr Leben durch Explosionen beenden, revolutioniert.“

Dr. Trucker erläuterte abschließend, dass das Herausfinden der Frequenz dieser Ia Supernova helfen würde, die in der Kosmologie verwendeten Modelle zu verfeinern, um die Expansionsrate des Universums zu bestimmen. 

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*

code