Die göttliche Proportion: Ein nicht entschlüsselbarer Code

visiontimes.com, vom 26. September 2017

The universe seems to whisper a code to us in each corner of nature, a unique and harmonically aesthetic code: the Number of Gold, the Divine Proportion. (Image:  pixabay  /  CC0 1.0)
Schneckenhaus: In jeder Ecke der Natur scheint uns das Universum einen Code zu flüstern (Bild: pixabay / CC0 1.0)

Die Zeitung, die wir lesen, der Bildschirm unseres Computers, unsere Kreditkarte, die Blütenblätter einer Blume, die Blätter eines Baumes, das Gebäude gegenüber – alles unterliegt einem Prinzip, einer Proportion, einem harmonischen Wert. Das Universum scheint uns in jeder Ecke der Natur einen Code zu flüstern, einen einzigartigen, harmonischen und ästhetischen Code: die goldene Zahl, die göttliche Proportion.

Hinter dem scheinbaren Chaos, welches das Universum beherrscht, in dem jedes Ereignis und jede Messung logisch einem unsicheren Schicksal folgt, existiert dennoch eine verborgene Ordnung. Seit der Zeit Pythagoras wurde der Schlüssel zu dieser Ordnung – die so viele Mathematiker und Wissenschaftler fasziniert hat – nie vollständig verstanden.

Ein zeitgenössisches Experiment mit unterschiedlichen Menschen verschiedener ethnischer Herkünfte zeigte, dass unter einer Anzahl rechteckiger Figuren, beinahe jede Person die harmonischste wählte. Diese harmonische Figur wird gebildet, wenn das Verhältnis der längeren zur kürzeren Seite 1,618 beträgt – die Zahl die mathematisch als „Gold“ oder „golden“ bezeichnet wird. Diese rechteckige Proportion findet man in tausenden von Architekturbeispielen auf der ganzen Welt, so wie auch in Zündholzschachteln, Visitenkarten, Büchern, und hunderten von Alltagsgegenständen, nur weil es den Menschen gefällt. Die große Pyramide von Gizeh und die Cheops-Pyramide, der Sitz der Vereinten Nationen in New York und die Kathedralen von Notre Dame verkörpern alle diese goldene Proportion. Tatsächlich scheint das griechische Pantheon eine Ode an diese Proportion zu sein.

The Great Pyramid of Giza and the pyramid of Cheops, the seat of the United Nations in New York, and the cathedrals of Notre Dame all embody this golden proportion. (Image: pixabay / CC0 1.0)
Pyramiden: Auch beim Bau der Pyramiden wurde scheinbar auf diese Proportion geachtet (Bild: pixabay / CC0 1.0)

Seit Jahrhunderten ist dieser absolute Ausdruck künstlerischer Schönheit und menschlicher Weisheit (mit Ausnahme einiger zeitgenössischer Trends) nie weit von dieser goldenen Mitte abgewichen. Zahlreiche Künstler der Renaissance bezogen die goldene Mitte in ihre Werke ein, einer davon war niemand Geringeres als Leonardo da Vinci, der sie in namhaften Werken wie „Das letzte Abendmahl“ und „Der vitruvianische Mensch“ verwendete.

Auch die Musik ist nicht frei von diesem rätselhaften Code. Der mexikanische Komponist Silvestre Revueltas verwendete diese Proportion, um Teile seiner Komposition namens „Alcansias“ zu organisieren. Die Komponisten Béla Bartók und Oliver Messiaen beobachteten in einigen ihrer Werke die Fibunacci Reihe (welche die goldene Proportion enthält), um die Dauer für das Halten einer Note zu bestimmen.

Da Architektur, bildende Kunst, Musik und andere Erfindungen menschliche Bemühungen sind, könnte man schlussfolgern, dass die goldene Proportion eine willkürliche, kollektive Meinung unter den Menschen bildet. Dies erklärt aber immer noch nicht, warum sich jene spezielle Proportion in einer endlosen Anzahl organischer und anorganischer Wesen in der Natur unendlich oft wiederholt.

Several artists of the Renaissance incorporated the golden mean in their works, not least of whom was Leonardo da Vinci, who used this proportion in well-known pieces such as “The Last Supper” and “The Vitruvian Man.” (Image: cesar bojorquez via flickr CC BY 2.0 )
vitruvianischer Mensch: Auch Leonardo da Vinci bezog die goldene Mitte in seine Werke ein (Bild: cesar bojorquez via flickr CC BY 2.0 )
Vom Rechteck bis zur goldenen Spirale (die aus der Vereinigung von Spitzen vieler verschachtelter, goldener Rechtecke entsteht) sind überall Beispiele zu finden: im Horn eines Schafes, in mineralischen Kristallen, einem Wirbel, einem Tornado, in Fingerabdrücken, in Blütenblättern einer Rose, im konzentrischen Muster eines Brokkolis oder einer Sonnenblume. Vögel, Insekten, Fische, die Milchstraße, andere Galaxien wie unser Nachbar M51, oder Schnecken. Eine schöne, perfekte Schnecke wie die Nautilus ist praktisch ein Musterbeispiel der goldenen Proportion. Auch viele Bäume offenbaren das goldene Verhältnis durch die Dicke ihrer Äste zwischen den oberen und den unteren Ästen.

Die Ästhetik des menschlichen Körpers beinhaltet Phi (die goldene Zahl) ebenso. Der Quotient aus dem Abstand von Kopf bis zum Fuß und dem Abstand von Nabel zum Fuß zeigt eine perfekte und harmonische 1,618 in unseren Körpern. Das gleiche Resultat finden wir im Verhältnis der Länge des gesamten Kopfes über die Länge von den Augen bis zum Kinn; oder im Verhältnis des Nasen-Kinn-Abstandes zum Lippen-Kinn-Abstand. Je mehr sich das Gesicht diesen Proportionen annähert, umso harmonischer erscheint es. Trotz gegenteiliger Ansichten scheint es, dass unser Geschmack irgendwie vorherbestimmt ist.

Die Zahl Phi ist, wie ihr Cousin Pi (das Verhältnis zwischen Umfang und Durchmesser eines Kreises), von außerordentlicher Komplexität. In der Neuzeit wurde sie auf mehr als eine Billion Dezimalstellen berechnet, es geht jedoch immer noch weiter.

Many of the proportions of the Parthenon are alleged to exhibit the golden ratio. (Image: pixabay / CC0 1.0)
Parthenon: Viele der Proportionen des Parthenons sollen den Goldenen Schnitt aufweisen (Bild: pixabay / CC0 1.0)

Der verborgene Grund, der sich hinter diesem Code verbirgt, welcher über Harmonie und Schönheit zu bestimmen scheint, ist etwas, das Wissenschaftler seit Jahrhunderten verzaubert. Auch heute noch scheint dies ein unlösbares Rätsel zu sein.

Wie kann es sein, dass eine feste Spirale der gemeinsame Faktor in tausenden von biologischen Organismen sein kann, die sich angeblich auf eine völlig unvorhersehbare und unbestimmte Weise entwickelt haben? Könnte es in irgendeiner Weise mit der DNA zusammenhängen, wo innerhalb eines vollständigen Zyklus der Doppelhelixspirale, die beiden Abschnitte eine Beziehung untereinander von nichts Geringerem als Phi enthalten?

Da dies ein gemeinsamer Code zu sein scheint, der über alle Lebensformen hinweg geht – die harmonische Note, bei der das Universum schwingt – ist es kein Zufall, dass uns diese göttliche Proportion harmonisch erscheint, da wir ja selbst aus dem Universum stammen.

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