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Die Hitze kann kommen – Was man über Sonnencreme wissen muss und wie man sie selbst macht

Last updated on 10. September 2020

(Bild: iStock)

Sommer, Sonne, Sonnenschein: Nichts ist schöner als heiße Tage im Freien zu verbringen. Dabei ist es jedoch wichtig, die Haut ausreichend vor UV-Strahlung zu schützen. Dafür steht eine große Auswahl an Sonnenschutzmitteln in der Drogerie zur Verfügung. Allerdings ist Sonnencreme nicht gleich Sonnencreme. Lesen Sie hier, worauf es ankommt und wie Sie eine Sonnencreme mit natürlichen Zutaten selbst herstellen können. 

Auch wenn die große Hitzewelle heuer noch auf sich warten lässt, ist es immer gut vorbereitet zu sein: An heißen Sommertagen, vor allem bei Aktivitäten im Freien, ist es wichtig mehrmals täglich eine Sonnencreme aufzutragen.

Umso empfehlenswerter ist es daher, mal auf der Rückseite der eigenen Sonnencreme nachzusehen, was man sich da eigentlich regelmäßig auf die Haut cremt. Auf der Suche nach einer unbedenklichen Sonnencreme wird nicht selten festgestellt, dass so gut wie jede gekaufte Sonnencreme den einen oder anderen Wirkstoff enthält, den man sich eigentlich nicht regelmäßig auf die Haut auftragen möchte. Vor allem chemische UV-Filter, wie Octyl Methoxycinnamate, Octocrylene, Benzophenone-3, -4, -5, Ethylhexyl Salicylate, Ethylhexyl Dimethyl, Isoamyl Methoxycinnamate oder Polysilicone-15 geraten dabei immer wieder in den Fokus von Diskussionen. 

Also am besten selbst eine eigne Sonnencreme nach erprobtem Rezept herstellen und Kontrolle über die Zutaten haben. (Copyright © smarticular.net)

Auf den Lichtschutzfaktor kommt es an

Sucht man Anleitungen für selbstgemachte Sonnencremen im Internet, findet man eine Vielzahl von unterschiedlichen Rezepten, die oft vieles versprechen. Manche davon verwenden sogar ausschließlich diverse Pflanzenöle, die nur geringen Lichtschutzfaktor haben. Generell hat Olivenöl einen Lichtschutzfaktor von ungefähr 7, Mandelöl einen Lichtschutzfaktor von 4 und der von Sesamöl liegt etwa bei 2. 

Naturöle, wie beispielsweise die zuvor genannten Öle oder Kokosöl können für gemäßigte Frühlings- oder Herbsttage womöglich einen ausreichenden Schutz gegen die UV-B-Strahlung bieten. Für einen ausreichenden Lichtschutzfaktor an heißen Sommertagen bedarf es in der Regal aber mehr. Um einen Schutz für die schädliche UV-A-Strahlung zu erzielen, braucht es den Zusatz eines mineralischen Filters. 

UV-A-Strahlung kann der Haut schwer zusetzen. Sie kann bleibende Gewebeschäden auslösen, da sie in tiefe Hautschichten eindringen kann. Außerdem kann die Haut dadurch vorzeitig altern und es kann zur Ursache von Hautkrebs werden. In unserem Sonnencreme-Rezept verwenden wir Zinkoxid als mineralischen UV-A-und B-Blocker. Dadurch kann bei richtiger Herstellung ein Lichtschutzfaktor von ungefähr 20 erreicht werden. Zwar wird Zinkoxid wegen möglicher Nanopartikel oft auch kritisch gesehen, jedoch können selbstgemachte Rezepte für starke Sonnentage ohne Zinkoxid keinen UV-A-Schutz leisten und werden daher in der Regel im Gesundheitsfachkreis nicht empfohlen. 

Beim Kauf von Zinkoxid sollte darauf geachtet werden, dass die Partikel nicht kleiner als 100 Nanometer sind. So können sie nämlich die Hautporen nicht durchdringen, sondern zeigen ihre Wirksamkeit an der Hautoberfläche, und sind somit unbedenklich verwendbar.

Das Rezept zum Selbermachen

Zutaten:

  • Kokosöl in Bioqualität
  • Zinkoxid (non-nano) 

Dosierung: für einen Lichtschutzfaktor von ungefähr 20 soll das Zinkoxid 20 % des Gesamtgewichts ausmachen; z.B. für 100 g Sonnencreme: 20 g Zinkoxid

Mögliche zusätzliche Zutaten:

  • Vitamin-E-Öl: wirkt feuchtigkeitsspendend und verlängert gleichzeitig die Haltbarkeit des Produkts
  • Sheabutter oder Kakaobutter: durch die Zugabe kann die Konsistenz verändert werden – je mehr, desto dickflüssiger wird die Sonnencreme
  • Aloe-Vera-Gel: gibt Feuchtigkeit und wirkt beruhigend auf die Haut (Tipp: ist auch zur Behandlung eines leichten Sonnenbrands zu empfehlen)
  • Jojobaöl: pflegt die Haut

Manchmal ist weniger aber auch mehr. Meist ist man mit den Basiszutaten schon sehr gut bedient. 

Zubereitung:

  • Zutaten genau abwiegen
  • Kokosöl (und falls verwendet Zutaten wie Sheabutter etc.) in einem Wasserbad vorsichtig erwärmen bis es sich verflüssigt; danach kurz abkühlen lassen (auf ungefähr 40 Grad);
  • Kokosöl (und falls verwendet die anderen Zutaten) und Zinkoxid in einer Schüssel zunächst vorsichtig verrühren, sodass das Öl mit dem Pulver vollständig vermengt ist;
  • Mit einem Mixstab ca. 60 Sekunden mixen. Das Pulver muss vollständig und ohne Klumpen mit dem Öl verrührt sein, um später einen gleichmäßigen Sonnenschutz gewährleisten zu können;
  • Die Sonnencreme am besten in einem Dunkelglas im Kühlschrank aufbewahren; nach der Badesaison nicht mehr verwenden (Haltbarkeit maximal 6 Monate).

Tipp: Grundsätzlich sollte man darauf achten, das Zinkoxid nur in kleinen Portionen nach und nach in das noch warme Kokosöl einzurühren. Man rührt durchgehend und kräftig bis das Kokosöl kalt geworden ist (kaltrühren). Ansonsten ist mit einer Klumpenbildung des Zinkoxid zu rechnen und es braucht etwas Übung und Geduld.

Heiße Mittagssonne meiden

Obwohl diese Sonnencreme Schutz für heiße Sommertage gewährleisten kann, sollte man unabhängig von der Wahl der Sonnencreme, die Mittagstunden wenn möglich eher im Haus oder im Schatten verbringen. Auch eine Abkühlung im Pool schützt nicht vor ungewünschter Sonnenstrahlung, welche vor der Wasseroberfläche nicht Halt macht. Bei längerem Aufenthalt in der prallen Sonne ist es zudem immer sinnvoll eine Kopfbedeckung sowie dünne, aber lange Kleidung zu tragen.

3 Kommentare

  1. Tanja Tanja 5. September 2020

    Das funktioniert leider nicht. Im Kokosöl löst sich das Zinkoxid nicht auf, denn es ist nicht öllöslich. Es sinkt immer nach einer Weile zu Boden. Wenn dann das Kokosöl mittlerweile abgekühlt ist, hat man oben normales, festes Kokosöl und unten einen Klumpen Zinkoxid. Das Rezept ist so nicht sinnvoll.

    • Doris Sieber Doris Sieber Autor des Beitrages | 6. September 2020

      Danke für den Hinweis. Das tut uns sehr leid. Wir werden dem nochmal nachgehen. Freundliche Grüße aus der Redaktion.

    • Doris Sieber Doris Sieber Autor des Beitrages | 10. September 2020

      Liebe Tanja, laut unserer Pharmazeutin ist es tatsächlich sehr herausfordernd das Zinkoxid in das Kokosöl einzurühren und es braucht auch für Geübte etwas Geduld und Geschick. Grundsätzlich sollte man darauf achten, das Zinkoxid nur in kleinen Portionen nach und nach in das noch warme Kokosöl einzurühren. Mit einem durchgehenden kräftigen Rühren von etwa 10-12 Minuten ist dabei schon zu rechnen. Man rührt bis das Kokosöl kalt geworden ist (kaltrühren). Wir hoffen, mit diesem Tipp gedient zu haben.
      Freundliche Grüße aus der Redaktion

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