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Die Kraft positiver Medien

Nach Filmen mit selbstlosen Erzählungen, fühlen sich Menschen verbundener und offener gegenüber ihrer Umwelt. (Bild: iStock)

Es gibt eine Reihe von Studien und Erkenntnissen darüber, welch negative Rolle die Medien in unserem heutigen Leben spielen. Doch könnten die Medien nicht auch eine einflussreiche Kraft sein, um unsere Gesellschaft zum Besseren zu verändern? Forscher aus dem Bereich der Medienpsychologie haben sich in jüngster Zeit mit dieser Frage beschäftigt und festgestellt, dass die Medien einen sehr wesentlichen Einfluss darauf haben können, unser Verhalten und unsere Gesellschaft insgesamt zum Besseren hin zu verändern.

Die Filmindustrie hat weithin die Meinung angenommen, dass übertriebene Gewalt mit erschreckenden Bildern und sexuellen Inhalten besser verkauft wird und es das ist, was die Menschen wirklich sehen wollen. Überraschenderweise ziehen Filme, die eine gesunde oder positive Botschaft haben, wie „Forrest Gump“ oder „Patch Adams“, das Publikum aber aus einem ganz anderen Grund an und bewegen es.

In einer Studie von Mary Beth Oliver und Sophie Janicke über das Verhältnis von Erhöhung, Verbundenheit und mitfühlender Liebe in sinnstiftenden Filmen wurden die Menschen gebeten, Filme ihrer Wahl zu sehen. Einige Filme wurden als hedonistisch eingestuft, was in der Studie als „Erfahrungen mit Vergnügen, Genuss, Spaß, Entspannung, Stimulation und Ablenkung“ beschrieben wird. Andere beliebte Filme zeigten transzendente Emotionen auf der Leinwand. Transzendente Emotionen wurden definiert als „Ehrfurcht, Erhöhung (Handlungen der Freundlichkeit), Dankbarkeit und Bewunderung.“

Bei der Betrachtung von Filmen mit einer selbstlosen oder inspirierenden Erzählung zeigte die Studie, dass es einen Rückgang der Egozentrik und ein Gefühl von größerer Verbundenheit und Offenheit für die Menschen um sie herum gab.  Die Menschen fühlten sich erhaben und empathischer.

Filme die eine gesunde oder positive Botschaft haben, wie beispielsweise „Forrest Gump“ oder „Patch Adams“, ziehen das Publikum an und bewegen es. (Bild: YouTube/Screenshot)

Forrest Gump wurde Mitte der 90er Jahre zu einem Kassenschlager. Seine positiven Botschaften über Freundschaft, Loyalität und die Beseitigung von Stereotypen und Rassentrennungen haben dazu beigetragen, unsere Kultur zu prägen und zu verändern. Er wurde zu einer kulturellen Referenz, die unsere Vorstellungskraft beflügelte. Der Film ließ uns sich mit anderen verbundener fühlen und inspirierte dazu, durch die Erfolge und Tragödien auf der Leinwand über unser eigenes Leben zu reflektieren.

Tom Hanks‘ Oscar-gekrönte Performance in „Forrest Gump“ hat uns nicht nur in seinen Charakter hineingezogen, sondern Mary Beth Oliver und Sophie Janicke suggerieren in derselben Studie, dass wir bei der Betrachtung von Forrests einfachem, aber freundlichem Verhalten stark dazu neigen, dieses Verhalten nachzuahmen und kurz danach eine positivere Sicht auf das Leben haben – das „gute-Welt-Syndrom“. Die Studie kam zu dem Schluss, dass „Gefühle der Bewegtheit, Zärtlichkeit, Berührung und Inspiration hervorgerufen werden, wenn man solche Handlungen von moralischer Schönheit beobachtet. Und wenn man diese erlebt, motivieren sie den Einzelnen, den tugendhaften Verhaltensweisen zu folgen“.

„Forrest Gump“ wurde Mitte der 90er Jahre zu einem Kassenschlager. Seine positiven Botschaften über Freundschaft, Loyalität inspirierten viele Menschen. (Bild: YouTube/screenshot)

Die Erkenntnisse deuten auf die Wirkung von Erzählungen hin und zeigen, wie sie unsere Gesellschaft beeinflussen können. Mit übermäßig hedonistischen und gewalttätigen Inhalten legen Menschen also mehr unsoziales und verletzendes Verhalten an den Tag. Die Weltsicht der Menschen wird dunkler, nachdem sie Gewalttaten erlebt haben, was Dr. George Gerbner, Professor für Kommunikation, als das „gemeine-Welt- Syndrom“ bezeichnet. Negative Inhalte können unsere grundlegenden Vorstellungen prägen, was es bedeutet, ein Mensch zu sein. Hedonistische Lust-Suche kann zum Hauptschwerpunkt ihres Lebens werden, was dazu führt, dass Sie egozentrisch und eigennützig werden.

Auf gesellschaftlicher Ebene sehen wir die Auswirkungen negativer und hedonistischer Medien, die unsere Kultur dominieren und die Geschichte prägen. Die bewusste Suche nach ermutigenden oder inspirierenden Filmen mit Erzählungen, die sich um Altruismus, Dankbarkeit und Nächstenliebe drehen, kann – wie Studien zeigen – eine Aufwärtsspirale in Bezug auf die Moral für unsere gemeinsame Kultur schaffen.

Wie bei vielen Aspekten unseres Lebens wäre eine Verhaltensänderung mit einmaligen Handlungen nicht effektiv. Nachhaltige Bemühungen, unser Leben mit gesünderen Medien zu füllen und gewaltsame Inhalte zu reduzieren oder zu beseitigen, können einen langfristigen Unterschied machen. Wenn wir den starken Einfluss der Medien in unserem Leben kennen, können wir uns umso mehr engagieren und uns für jene Variante entscheiden, die uns freundlicher und glücklicher macht.

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