Elon Musk’s Gehirn-Computer-Schnittstelle wird jetzt an Tieren getestet

Elon Musk’s Brain-Computer Interface (BCI) would grant a person's brain direct access to all information stored across the Internet. (Image: Screenshot / Youtube)
Elon Musk hat Sorge, dass die Künstliche Intelligenz in Zukunft die Menschheit übertreffen könnte (Bild: Screenshot YouTube)

Tesla-Chef und Paypal-Gründer Elon Musk gründete im Juli 2016 das Unternehmen Neuralink, welches die Möglichkeit Computer mit unseren Gehirnen zu verbinden erforscht und sogenannte Gehirn-Computer-Schnittstellen (Brain-Computer Interface, kurz: BCI) entwickelt.

Als primäres Ziel der Forschung wird die Behandlung von neuraler Erkrankungen, wie Morbus Parkinson angeführt. Als längerfristiges Ziel sollen dadurch die Fähigkeiten des menschlichen Körpers erweitert werden, um mit dem Fortschritt der Entwicklung von künstlicher Intelligenz mithalten zu können. 

Über das Unternehmen gibt es kaum offizielle Informationen, auch keine richtige Website.

Dennoch sickern immer wieder Details über Neuralink an die Öffentlichkeit.  

Das als medizinisches Forschungsunternehmen angemeldete Projekt, ist nun angeblich in die Tierversuchsphase eingetreten, welche Elon Musk’s ehrgeiziges Brain-Computer Interface einen Schritt näher an die Realität bringen würde. Diese Entwicklung von BCI wirft jedoch einige sehr ernsthafte und vor allem ethische Fragen auf.

Die Phase der Tierversuche

Als Neuralink sein Unterfangen startete, wurden hierfür zwei Stockwerke eines Gebäudes in San Francisco gemietet. Eines davon sollte planmäßig in ein Tierversuchslabor umfunktioniert werden und dies wurde schließlich mit einem Schreiben des Unternehmens an die Planungskommission im Februar 2017 deutlich. Weiteres ersuchte Neuralink im April letzten Jahres um die Genehmigung des California Department of Public Health, Tiere wie Mäuse und andere Nagetiere in ihrem Labor verwenden zu dürfen.

Im Juni 2018 jedoch, erklärte ein Architekt des Unternehmens, dass Neuralink seine Anlage außerhalb der Stadt bauen werde. Der letztendliche Start in die Tierversuchsphase wurde schließlich von einem Post auf LinkedIn angedeutet, in dem eine Frau ihre Jobeinstellung als Operationstechnikerin für Neuralink teilte. 

In April last year, the company sought permission from the California Department of Public Health to start using animals like mice in the lab. (Image: Screen Shot/ Youtube)
Im April letzten Jahres beantragte das Unternehmen die Erlaubnis des California Department of Public Health, Tiere wie Mäuse im Labor zu verwenden (Bild: Screenshot / Youtube)

„Ich habe einige Erfahrungen mit der Durchführung von Magen-Darm-Operationen an mehreren Tiermodellen, darunter Ratten, Kaninchen, Katzen und Schweine. Ich arbeite derzeit als Chirurgietechnikerin bei einem Elon Musk Startup namens Neuralink“, zitiert Gizmodo ihren Beitrag.

Obwohl sie später ihre Äußerungen über die Zusammenarbeit mit Neuralink aus ihrem Profil entfernte, spekuliert man dennoch, dass das Unternehmen bereits diverse Tierversuche unternommen hat. Hinsichtlich dessen, gab es jedoch noch keine offiziellen Ankündigungen des Unternehmens selbst. 

Über Tierversuche an sich, wird in Technologiekreisen nicht gerne öffentlich gesprochen, sind sie ja doch nicht so gut fürs Image und nehmen der Innovation etwas von dem erwünschten magischen Eindruck.

Die moralische Komplexität von BCI

Während das Unternehmen seine BCI-Entwicklung im Stillen weiter vorantreibt, wirft die Technologie jedoch einige sehr komplexe, moralische und rechtliche Probleme auf.

Das BCI möchte das menschliche Gehirn mit der KI (künstliche Intelligenz) verbinden und der Person so Zugang zu allen im Internet gespeicherten Informationen gewähren. Sie würden ebenfalls in der Lage sein, mit anderen Menschen zu kommunizieren, die BCI-Implantate in sich tragen.

Und genau hier liegt das Problem. Die Verbindung zum Internet bedeutet unterdessen, dass sich andere ebenfalls mit einem verbinden können, auch gegen seinen Willen. Was passiert, wenn ein Dritter beschließt, sich ohne Zustimmung in mein Gehirn einzuklinken und mir dadurch unerwünschte Informationen einflößt?

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Was passiert, wenn ein Dritter beschließt, sich mit Ihnen zu verbinden und Informationen ohne Zustimmung an Ihr Gehirn zu senden? (Bild: Screenshot / Youtube)

„Unabhängig davon, wie Sie zu dem gesamten Thema Privatsphäre und Überwachung stehen (denken Sie an Edward Snowden), kann ich mir kein Szenario vorstellen, in dem es nicht eine endlose Anzahl von Regierungen, Werbetreibenden, Versicherungsvertretern und Marketingleuten gäbe, die den biologischen Kern unserer Kognition nutzen würden, um ihn als Mittel einzusetzen, Übeltäter zu bekämpfen und uns Dinge zu verkaufen“, besagt ein Artikel in der Daily Mail.

Die Regierung, zahlreiche Kriminelle und andere Dritte können dann dem Wesen nach in der Lage sein, Informationen in Ihr Gehirn einzubetten und Sie zu einem bestimmten Verhalten oder einer bestimmten Einstellung gegen Ihren Willen anregen. 

Noch wird die Realisierung des Projektes von vielen Wissenschaftlern eher skeptisch betrachtet. Der Gedanke, Menschen mit Erkrankungen des Gehirns helfen zu können, ist verständlich und wünschenswert, jedoch bringt diese Technologie, wie viele fortschrittliche Erfindungen, nicht nur Positives mit sich.

In den falschen Händen erscheint es einem ebenso besorgniserregend und der Umgang damit müsste gelernt werden. Wenn man an die Beeinflussung unserer Gesellschaft, alleine durch Handys und dergleichen denkt, erkennt man schon an diesem Beispiel, wie schmal der Grat zwischen positivem und negativem Nutzen oft ist.

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