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Emotionales Surfen – Raum zum Lernen und Wachsen öffnen

Den Herstellungsprozess genießen. Das gelingt beim Kuchen backen noch leichter. (Bild: iStock)

Wie man den Prozess des Tuns genießt und das Anhaften am Ergebnis loslässt

Stellen Sie sich vor, jemand bittet Sie darum eine Torte zu backen. Was käme Ihnen als erstes in den Sinn? Malen Sie sich sogleich die fertige Torte aus, zum Beispiel ein köstlicher Turm aus Schokolade in seiner ganzen Pracht? Erscheint in Ihrem Geiste bereits der fertige Vanille-Geburtstagskuchen mit dem perfekten Design von Streuseln und Buttercreme-Glasur oder sehen Sie sich eher beim Rühren und Kneten?

Wenn wir uns zu Dingen entschließen, wie etwa einen Kuchen zu backen, dann neigen wir oft dazu, ausschließlich an das Ergebnis zu denken. Anstatt einfach nur den Kuchen zu backen, sind wir so sehr an eine Erwartung an das Endprodukt gebunden, sodass wir den Herstellungsprozess völlig aus dem Auge lassen.

Vermutlich entdecken Sie Bereiche in Ihrem Leben, bei denen Sie auch so starke Erwartungen an das Endresultat hegen. Vielleicht haben Sie sich das Ziel gesetzt, fitter zu werden. Anstatt die Momente gesunder Ernährung und Bewegung zu genießen, sind viele von der Art und Weise wie sie aussehen wollen wie besessen. Oftmals führt dies dazu, dass man schnell frustriert oder zu hart zu sich selbst wird.

Vielleicht haben Sie sich das Ziel gesetzt finanzielle Stabilität zu erreichen. Sind Sie dabei auf die Zahl auf Ihrem Bankkonto fixiert, oder aber stolz auf Ihre persönliche Entwicklung und Ihren Fleiß?

Wenn wir uns vornehmen etwas zu erreichen, sehnen wir uns häufig nach dieser sofortigen Belohnung. Menschen setzen sich oft Ziele mit der Konzentration auf das endgültige Ergebnis und erwarten, dass sich die notwendige Veränderung über Nacht vollzieht.

Kinder beherrschen es ausgezeichnet, jeden Moment und jede Aktivität bewusst zu vollführen und meist auch zu genießen. (Bild: iStock)

Das Leben ist dazu da, um es zu genießen. Aber wenn wir uns zu sehr an das Ergebnis klammern, hält es uns davon ab, den gegenwärtigen Moment zu erleben. Dadurch entgehen uns aber all die erstaunlichen Dinge und Details, die gerade in unserem Leben um uns herum passieren.

Emotionales Surfen

Viele unserer Ziele erreichen wir nicht schnell, denn sie erfordern harte Arbeit und Ausdauer. Diese Zeiten der Veränderung sind nicht immer leicht und können sich sehr oft sogar äußerst schmerzhaft anfühlen. Wenn die Ergebnisse nicht so schnell wie erwartet eintreten, führt das oft zu Frustration und vorzeitigem Aufgeben.

Das Navigieren in neuen Gewässern führt uns in unvorhersehbare Situationen. Wellen intensiver Emotionen kommen hoch und können uns unruhig machen oder verängstigen, und uns sogar in Panik versetzen. Diese unerwünschten Gefühle möchten wir meistens am liebsten bei Seite schieben.

Was wäre, wenn wir, statt gegen die Strömung zu kämpfen, mit ihr schwimmen würden? Betrachten Sie es als emotionales Surfen. Anstatt Gefühle des Unbehagens abzulehnen, erlauben Sie sich diese bewusst zu fühlen. Und so funktioniert es:

1. Schritt: Gehen Sie an einen ruhigen Ort. Erinnern Sie sich an die Situation, die Ihnen Sorgen bereitet oder Sie in starke Emotionen bringt.

2. Schritt: Nehmen Sie alle Empfindungen wahr, die Sie im physischen Körper spüren. Vielleicht fühlen Sie Atemnot, Verspannungen in der Brust, Schmerzen in den Schultern oder eine Spannung im Nacken.

3. Schritt: Identifizieren Sie unangenehme Emotionen, die Sie dabei empfinden, wie Wut, Scham, Schuldgefühle, Angst, Kummer, Trauer und so weiter. Eine Liste von Emotionen kann Ihnen helfen, Ihre Gefühle genau zu beschreiben.

4. Schritt: Bleiben Sie mit diesen Gefühlen in Geist und Körper sitzen. Erlauben Sie sich, die Emotion zu erleben. Sie können sich sogar in sie hinein lehnen, so dass sie sich größer anfühlt als sie tatsächlich ist. Achten Sie auf die Art und Weise, wie Sie reagieren. Kommen Gedanken auf, die sich gegen die Emotion wehren („Ich sollte mich nicht so fühlen“)? Bemerken Sie es, wie Sie selbst diese Emotion wegschieben?

Laut einer Studie der Harvard Universität kann tatsächlich allein die Identifizierung von Spannungsgebieten, ob körperlich oder emotional empfunden, die Intensität der Beschwerden lindern. Durch emotionales Surfen lässt man Spannungen durch sich hindurchgehen wie eine auf- und absteigende Welle. Macht man diese Gefühle zuerst größer, werden sie am Ende wahrscheinlich kleiner.

Der Weg zum Ziel führt selten linear. Meist gibt es viele Umwege und Raum zum Wachsen. (Bild: iStock)

Lassen Sie sich vom Prozess leiten

Während man durch Veränderungen geht, schaffen Meditationspraktiken -wie emotionales Surfen-  Bewusstsein für das, was in uns vor sich geht. Die Erlebnisse während des Veränderungsprozesses können so bewusster wahrgenommen werden.

Ohne Bewusstsein für das Gefühl der Wut, könnten wir zu toben beginnen und einen geliebten Menschen anschreien oder etwas zerbrechen. Wenn wir uns traurig fühlen, könnten wir auf Ablenkungen wie Drogen- oder Alkoholkonsum und übermäßiges Essen zurückgreifen. Meditation bringt Bewusstsein für das Unbehagen, ohne dass diese Emotionen die Kontrolle über unsere Handlungen übernehmen.

Was sagen Ihnen diese unangenehmen Gefühle?

Natürlich mögen sich diese Gefühle nicht gut anfühlen, aber sie können Ihnen wertvolle Lektionen vermitteln. Vielleicht weisen sie auf Bereiche in Ihnen hin, die sie verbessern möchten. Lassen Sie sich von ihnen in die Richtung führen, die Sie benötigen, um ungesunde Verhaltensmuster zu durchbrechen und sich weiter zu entwickeln.

Erwartungen loslassen

Wir denken oft linear über das Leben nach: Wenn wir Schritt A abschließen, können wir ihn abhaken und zu Schritt B, C und D weitergehen. Aber so funktioniert das Leben nicht. Auf dem Weg dorthin kommen wir zu Kurven, Wendungen, Schlaglöchern und Sackgassen, die zu unerwarteten Ergebnissen führen können.

Sie werden sich selbst in einen Käfig sperren, indem Sie einen starren, geraden Weg zu Ihren Zielen verfolgen, welcher nicht den Raum zum Lernen und Wachsen öffnet.

Natürlich ist es wichtig, ein Endziel zu setzen und eine Vision zu haben. Wenn wir jedoch eine zu starke Bindung an das Ergebnis haben, könnten wir unerwartete Gelegenheiten verpassen, die sich auf dem Weg dorthin erst offenbaren. Vielleicht finden Sie heraus, dass die Dinge, die Ihnen früher einmal wichtig waren, jetzt keine Bedeutung mehr für Sie haben.

Finden Sie das Schöne in den unerwarteten Überraschungen. Setzen Sie sich Ziele, aber gönnen Sie sich die Flexibilität, um auf dem Weg dorthin zu lernen und zu wachsen. Indem wir uns erlauben, langsamer zu werden, erfahren wir die reine Freude in diesem Prozess. Wenn wir achtsam sind und uns auf den Genuss des Prozesses konzentrieren, kommt das Ergebnis als Überraschung und als Geschenk, als das Sahnehäubchen auf dem Kuchen.

Mit freundlicher Genehmigung von Goodnet, Originalartikel in Englisch hier.

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