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Erzengel Michael

Last updated on 11. Dezember 2019

Michael ist der Engel, der gegen alles kämpft, was Gott seinen Rang streitig macht. Er ist der erste und gewaltigste Streiter Gottes. Seine Waffen sind das Schwert, sein Glaube, seine Liebe und die Demut. Erzengel Michael war es, der Luzifer aus dem Himmel verstoßen hat und er soll es sein, der den Antichristen richtet.

Erzengel Michael wird auch „Fürst der himmlischen Heerschar“genannt und ist der Bezwinger Satans. Seine Taten werden an mehreren Stellen der Bibel erwähnt. Darüber hinaus findet man sein Tun auch in der alten griechischen, wie auch ägyptischen Mythologie, sowie im Judentum und Islam.

(Bild: 214296128, Moving Moment – stock.adobe.com)

„Wer ist wie Gott?“ – Recht und Unrecht erkennen und aufzeigen

Der hebräische Namen „Michael“ verbirgt die rhetorische Frage „Wer ist wie Gott?“. „Wer ist wie Gott?“ soll Michael ausgerufen haben, bevor die Schlacht gegen Luzifer und seinem Gefolge begann. Das Neue Testament (Offenbarung des Johannes) schildert die Himmelsschlacht, den Sturz Luzifers, folgendermaßen: 

„Es erhob sich dann ein Kampf im Himmel: Michael und seine Engel kämpften mit dem Drachen; auch der Drache und seine Engel kämpften“(Offenbarung Kapitel 12, Vers 7)

In der Predigt von Bischof Nikolaus Andreas Schneider aus der Schweiz hieß es: 

„Er ist aufgestanden, obwohl er ein ‚Kleiner’ war, und hat in eifernder Liebe für seinen HERRN gerufen: ‚Wer ist wie GOTT? ’.“ 

Luzifer wurde vom Himmel auf die Erde verstoßen. Auf Erden hat der Kampf jedoch nicht geendet. Der Teufel versucht nun hier die Seelen der Menschen für den glitzernden Supermarkt des Bösen zu gewinnen. 

Die Wurzel der Dunkelheit

Luzifer wurde auf die Erde verstoßen und hier findet nun, der für den Menschen unsichtbare, Kampf um die Seelen der Menschen statt. Pater Stafan Havlik aus Weyarn erklärt im Interview mit „Glaubens-Kompass“, dass Luzifer besser sein wollte, die Macht Gottes haben und ihm gleich sein wollte. Dieses Wollen habe zu seinem Sturz geführt. Auch heute seien Neid und Missgunst furchtbare Eigenschaften der Menschen, die Fürchterliches verursachen. Die Wurzel von Neid und Missgunst liegt im Vergleich mit anderen. 

Ego und Demut

Luzifer wurde aufgrund des Hochmuts böse,„er wollte göttlich sein – ohne Gott und gegen Gott“. Der Geisteskampf im Herzen der Engel habe zu Unruhen im Himmel geführt, heißt es in der Predigt von Pfarrer Stephan Müller aus Imsterberg in Tirol.

„Wer ist wie Gott?“ kann eine Aufforderung sein. Eine Aufforderung, seinen Stolz und sein Ego loszulassen, und sich stattdessen der Demut hinzuwenden. Luzifer zeigt, dass seine Selbstverliebtheit – er sah in sich den schönsten und fähigsten Engel – zur Undankbarkeit und zur Entfremdung von Gott führte. In der Demut, so meint Pfarrer Stephan, würde man seine Schwächen annehmen können, seine Grenzen erkennen und sich helfen lassen.

(Bild: 247204688, Moving Moment – stock.adobe.com)

Dr. Beate Mayerhofer-Schöpf, Leitung des Referates für Spiritualität der Erzdiözese Wien beschreibt Engel im Interview auf Erzdioezese-wien.at wie folgt: „Engel sind von Gott erschaffen. Sie sind uns Menschen in gewisser Weise ähnlich, weil sie mit Intelligenz begabt sind und mit freiem Willen ausgestattet. So haben sie auch eine ähnliche Berufung wie wir Menschen, nämlich aus freier Wahl der Liebe den Vorzug zu geben.“

Der Name des Erzengels Michael konfrontiert uns mit dieser freien Wahl. Er lädt uns ein, die Kriterien unseres Lebens, welches ebenfalls göttlichen Ursprungs entstammt, nach seinem Vorbild zu prüfen. Er bewahrt uns vor Hochmut und Stolz, seine eigenen Grenzen und die anderer zu überschreiten. Er lädt uns zur Wahrheitsfindung und klarem Erkennen ein, stärkt die eigene Disziplin und somit das Gute in uns Selbst. 

Die Vertreibung aus dem Paradies

Überlieferungen zufolge ((1. Mose 3, 23 – 24) soll Michael Adam und Eva aus dem Paradies vertrieben haben, denn er dient als Bewacher des Lebensbaums.

Der Zweig vom Baum des Lebens

Michael soll Seth, dem dritten Sohn von Adam und Eva, einen Zweig vom Baum der Erkenntnis gereicht haben, um damit den kranken Adam zu salben, damit dieser wieder gesund werde. Doch als Seth zu Hause ankam war Adam schon verstorben. Der Zweig jedoch soll – so manch Überlieferung zufolge – auf dessen Grab gepflanzt worden sein und wurde ein wunderbarer Baum. Viele Jahre später sollen die Juden aus diesem Holz das Kreuz des Herrn gezimmert haben. (Legenda aurea, S 349f)

Anderen Überlieferungen zufolge, soll die Bitte Seths – Öl vom Lebensbaum für die Salbung Adams zu erhalten– abgewiesen worden seien. (Nikodemus-Evangelium)

Seelenbegleiter

Die älteste Vorstellung ist wohl jene in der Michael als Seelengeleiter vom ägyptischen Thot und von Hermes (griechischen Mythologie) fungiert. Michaels Werkzeug ist hier die Seelenwaage. In der katholischen Kirche findet man heute im Totenoffizium die Bitte, dass der Bannerträger Sankt Michael die Seelen in das heilige Licht begleiten solle. Engel Michael empfängt demnach die Seelen im Paradies, während Petrus diese an der Himmelspforte willkommen heißt. 

Fürsprecher auf dem Gottesthron

Engel sind Zeichen dafür, dass es Gott gibt. Doch gibt es jemanden der den Platz Gottes einnehmen kann, so wie es der gefallene Engel Luzifer geglaubt hat? 

DDr. Mathias Moosruger Theologe aus Innsbruck meint hierzu: „Niemand ist wie Gott. Wenn man sich dessen bewusst ist, dann hat man auch die Bedeutung der Engel verstanden. Sie sind Boten Gottes, die uns den richtigen Weg zeigen“.

Erzengel Michael steht den Menschen beiseite, er begleitet sie in dunklen Momenten. Er lehrt den Menschen die wirkungsvollste Waffen gegen die Finsternis – Liebe, Glaube und Demut, um all den Versuchungen des Teufels widerstehen zu können. 

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