Traditionelle Badekultur mit selbstgemachten Natur Badepralinen genießen

visiontimes.net, 26. November 2018, von Christina Spirk

Badepralinen lassen sich in vielen verschiedenen Formen herstellen, zum Beispiel in Rosenform oder als Lotusblüte – ein wunderschönes Symbol für Reinheit und Schönheit. (Bild: visiontimes.net)

Aufzeichnungen über Badekulturen verschiedener Völker reichen weit über 2000 Jahre vor Christus zurück. Badeanlagen waren unter anderem Teil des traditionellen Lebens des alten Ägyptens, Mesopotamiens, des antiken Griechenlands oder Japans. Meist diente das Bad nicht nur der Reinigung, sondern erfüllte auch gesellschaftliche oder rituelle Zwecke, wobei der seelischen Reinigung große Bedeutung beigemessen wurde. In Japan ist dieser Aspekt heute noch in der Badekultur des Landes verankert. Dort gilt jede Art von Unreinheit – körperliche, wie seelische – als Quelle von Krankheit und Übel bei dem Betroffenen selbst, oder seinem Umfeld und sollte daher unbedingt vermieden werden.

Ähnliche Ansichten wurden im antiken Griechenland geteilt, wo es zahlreiche Heilquellen gab, die verschiedenen Göttern wie z.B. Asklepios, dem Gott der Heilkunst oder Hygieia, der Göttin der seelischen und körperlichen Gesundheit, geweiht waren. Eine besonders berühmte Quelle wurde im Asklepios-Tempel gefunden und gilt als eines der ersten Sanatorien unserer Zeit. Die Inschrift am Eingang des Tempels, die den Reinheitsgedanken der Antike sehr gut widerspiegelt, lautet übersetzt: Rein muss sein, wer in den duftenden Tempel tritt, rein sein ist aber, heilige Gedanken zu haben. (Quelle und Übersetzung: Anthologiae Graecae Appendix, Epigrammata exhortatoria et supplicatoria)

Die heutige europäische Badekultur baut teilweise auf der der Antike auf und ist in Form von verschiedenen Kurorten, Thermalquellen oder Seebädern zu finden. Über private Badezimmer verfügte die große Masse der europäischen Bevölkerung erst im 20. Jahrhundert. Was zwar einerseits praktisch erscheint, hat auch dazu geführt, dass die reichhaltige Badekultur im europäischen Raum heute meist auf die rein praktische Körperreinigung beschränkt ist.

Diesem Alltagstrott sollte man von Zeit zu Zeit mit einem entspannenden Bad entgegenwirken, das man so wie früher genießt und dazu nutzt, nicht nur den Körper, sondern auch alle negativen Gedanken zu bereinigen.

Besonders schön wird die Badezeit mit selbstgemachten Badepralinen, die ohne künstliche Zusätze, ganz einfach zu Hause hergestellt werden können. Badepralinen, die ohne den Zusatz von Emulgatoren hergestellt werden, schmelzen langsam im warmen Wasser, während sich die pflegenden Öle an der Wasseroberfläche sammeln. Dabei kann sich bei jeder Körperbewegung in der Badewanne ein sanfter, pflegender Film über die Haut legen.

Die Badepralinen können aus rein natürlichen Zutaten, die man in einem Reformhaus oder in der Backabteilung findet, hergestellt werden (Bild: visiontimes.net)

 

Zur Herstellung von ca. 200 g Badepralinen-Masse benötigt man:

60 g Natron (Natrium bicarbonicum)

30 g Zitronensäure (Acidum citricum andhydricum)

50 g Maisstärke (Amylum maydis)

Einige Tropfen von ätherischem Öl, je nach Bedarf. Passend sind beispielsweise Lavendelöl (Aethereolum lavendula) oder Rosenöl (Aethereolum rosae), sowie Minzöl (Aethereolum menthae) oder Eukalyptusöl (Aetherolum eucalypti) –  Achtung: Bei Anwendung für Kinder unter 2 Jahren, sollte auf die Zugabe von ätherischem Öl verzichtet werden!

Lebensmittelfarbe, je nach Bedarf (wichtig dabei ist, dass sich die Lebensmittelfarbe gut im Wasser löst, da man sonst keine schönen Farbeffekte im Badewasser sehen kann)

60 g Kakobutter (Oleum Cacao)

All diese Zutaten findet man in einem Reformhaus oder – mit Ausnahme des ätherischen Öls – in der Backabteilung eines Supermarktes.

Zusätzlich benötigt man:

2 Töpfe (einen Großen und einen Kleineren um ein Wasserbad zu bereiten)

1 Schüssel

1 Mörser (inkl. Pistill)

1 Kochlöffel

Eine Silikonform in gewünschtem Motiv für die Badepralinen

Herstellung:

Zuerst werden Natron und die Maisstärke in einer Schüssel unter Rühren vermischt. Zudem kann die meist etwas kristalline Zitronensäure extra vorbereitet werden, indem sie im Mörser zu feinem Pulver zermahlen wird.

Im nächsten Schritt wird die Kakaobutter über dem Wasserbad bei niedriger Temperatur und unter ständigem Rühren mit dem Kochlöffel zur Cremeschmelze geschmolzen. Dabei sind ein bisschen Geduld und Achtsamkeit gefragt: Kakaobutter beginnt im Bereich von 28-36°C zu schmelzen, es darf keinesfalls zu schnell oder zu hoch erhitzt werden. Cremeschmelze bedeutet, dass die Kakaobutter beim Schmelzen trüb und cremig bleibt. Wird die Kakobutter durch zu hohe Temperatur oder zu schnelles Erhitzen klar und durchsichtig, können sich die Badepralinen später nicht mehr verfestigen.

Die Kakaobutter sieht bei der Cremeschmelze trüb und cremig aus. Wird die Kakaobutter beim Erwärmen klar, ist dies ein Zeichen, dass zu schnell oder zu hoch erhitzt wurde. Dann kann sie sich nicht mehr verfestigen. (Bild: visiontimes.net)

Zur geschmolzenen Kakaobutter wird das Natron-Maisstärke-Gemisch eingerührt und im Anschluss die Zitronensäure beigemengt. Danach fügt man nach Bedarf Lebensmittelfarbe und einige Tropfen von dem ätherischen Öl hinzu und verrührt alles noch einmal gut.

Dann gießt man die Masse in die ausgewählten Silikonformen und lässt sie über Nacht aushärten. Am nächsten Tag kann man die fertigen Badepralinen aus ihrer Form lösen und gleich ein entspannendes Bad genießen.

Tipp: Beim Mischen von verschiedenfarbigen Badepralinen bekommt man besonders schöne Farbeffekte im Badewasser

Je nach Größe der Badewanne kann man mehrere Badepralinen verwenden. Wunderschöne Farbeffekte zeigen sich, wenn man dabei verschiedenfarbige Badepralinen verwendet. (Bild: visiontimes.net)

 

Weitere Quellen:

Antje Krug: Heilkunst und Heilkult – Medizin in der Antike, 1993

 

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