Warum Bitterstoffe gesund sind

visiontimes.net, von Renate Hofmarcher, 21. Oktober 2018

Bild: Rucola (Fotos: Pixabay CC0 Creative Commons)

Seit Jahrtausenden galten bittere Pflanzen bei unseren Vorfahren als Universalmittel zum Gesundbleiben und Gesundwerden. Schon die berühmte Äbtissin Hildegard von Bingen war eine große Befürworterin von natürlichen, anregenden und regulierenden Bitterstoffen. „Bitter“ war früher im Hinblick auf Arznei ein wesentlicher Garant für Wirksamkeit.

Die ursprüngliche Ernährung des Menschen enthielt eine Vielzahl bitterstoffhaltiger Lebensmittel, wie Wurzelgemüse, Blattgemüse und Wildpflanzen.  Der Geschmacksinn des modernen Menschen wurde jedoch im Laufe der Zeit durch die Lebensmittelindustrie stark beeinflusst. Aromen und Zusatzstoffe wurden hinzugefügt, um Bitteres zu überdecken. Wir bevorzugen heute daher lieber süße, salzige, saure und scharfe Speisen.

Dies ist sehr schade, da gerade Bitterstoffe eine unübertroffene Wirkung auf unseren gesamten Verdauungsprozess und somit auf den gesamten Organismus und unser Wohlbefinden haben.

Sobald Bitterstoffe mit unseren Geschmacksknospen auf der Zunge in Berührung kommen, beginnen sämtliche Verdauungssäfte zu fließen. Bitterstoffe regen die Produktion von Magensaft, Gallenflüssigkeit und Bauchspeicheldrüsensekret an, um die Nahrung in ihre Einzelbestandteile aufzuspalten. Dies ist ein sehr wichtiger Prozess, denn nur mit einer gesunden Verdauung können Nähr- und Vitalstoffe optimal aufgenommen und jede Zelle ausreichend versorgt werden.

Bild: Schafgarbe (Fotos: Pixabay CC0 Creative Commons)

Darüber hinaus fördern Bitterstoffe die Entgiftungsfunktion der Leber. Die Leber verdient besondere Aufmerksamkeit. Sie ist nicht nur unsere größte Drüse, sondern ist täglich für viele wichtige Aufgaben verantwortlich. Dazu gehört z.B. die Herstellung essentieller Proteine, die Speicherung von Vitaminen und Glucose sowie der Abbau von Stoffwechselabfällen und Giften.

Nicht zuletzt freut sich unser Darm über die herausragenden Eigenschaften der Bitterstoffe, denn sie regen die Peristaltik der Darmschleimhaut an und sorgen dafür, dass Stoffwechselschlacken und patogene Stoffe schneller aus dem Darm wieder ausgeschieden werden. Dies fördert ein gesundes Mikrobiom, weil Blähungen und die Vermehrung von Krankheitserregern gehemmt werden. Haben wir eine gesunde Darmflora, werden auch unsere Abwehrkräfte gestärkt, da sich 80 % unseres Immunsystems in unserem Darm befinden.

Bitterstoffe sind ein wichtiger Bestandteil einer basisch vitalstoffreichen Ernährung. Sie helfen bei der Gewichtsreduktion, indem sie die Lust auf Süßes drastisch reduzieren und Basen liefern bzw. deren körpereigene Produktion unterstützen. Somit sorgen Bitterstoffe dafür, dass Säureüberschuss im Gewebe des Körpers abgebaut und ausgeschieden werden kann.

Wie Sie sehen, leisten Bitterstoffe sehr wertvolle Dienste in unserem gesamten Stoffwechselgeschehen und sollten daher von jedermann in die tägliche Ernährung integriert werden. Nehmen Sie daher vermehrt bitterstoffhaltige Kräuter und Gemüse zu sich wie z.B. Schafgarbe, Löwenzahn, Wermut, Alant, Bitterfenchel, Kümmel sowie Endivie, Ruccola, Radicchio und vieles mehr!

 

 

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