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Was das Aussehen unserer Lebensmittel über ihre Wirkung aussagt (Teil 2)

(Bild: iStock)

Schon Paracelsus erkannte, dass es möglich ist, nur nach dem äußeren Erscheinungsbild von Kräutern und Wurzeln ihre Eigenschaften und Tugenden abzuleiten. Anhand von Zeichen, Gestalt, Form und Farbe können Verbindungen zwischen den Pflanzen und ihrer Wirkung auf den menschlichen Körper erkannt werden. In unserer früheren geschichtlichen Kultur standen die Menschen eng mit der Natur in Verbindung und schufen mit derartigen Beobachtungen die Volksmedizin, aus der die heutigen medizinischen Hypothesen hervorgehen. Folgende Wurzeln, Nüsse, Gemüsesorten und Früchte lassen uns durch ihr Aussehen erahnen, auf welches Organ sie reelle gesundheitsfördernde Wirkung ausüben. Moderne wissenschaftliche Forschung bestätigt heute viele dieser alten Erkenntnisse.

Das Herz – die Tomate

Schneidet man eine Tomate horizontal auf, kann man erkennen, dass die Struktur an ein Kammersystem erinnert. Im Normalfall mit vier Kammern, ebenso wie beim menschlichen Herz, und beide sind vollkommen rot. Bei so viel Ähnlichkeit wundert es nicht, dass die Tomate einen positiven Einfluss auf unser Herz hat.

(Bild: iStock, 147242215/dvoechnik)

Der Hauptbestandteil der Tomate ist Wasser mit 95 Prozent, die restlichen fünf Prozent bestehen jedoch aus den Vitaminen A, B1, B2, C, E sowie wichtigen Mineralstoffen, von denen das Kalium besonders hervorzuheben ist. Bei den enthaltenen sekundären Pflanzenstoffen sticht das Carotinoid Lycopin hervor. Lycopin ist ein roter Pflanzenfarbstoff und daher nur in den roten Tomaten zu finden. 100 g reife Tomaten enthalten bereits 4-5,6 mg Lycopin. Dieser Farbstoff wirkt positiv bei Herz- Kreislauferkrankungen und sorgt für eine bessere endotheliale Funktion (Funktion der Gefäßinnenwände), dafür reicht eine Aufnahme von 7 mg pro Tag bereits aus.

Mit circa 280 mg Kalium pro 100 g zählt die Tomate als guter Kaliumlieferant. Dieses Mineral hat eine besonders wichtige Funktion im Reizleitungssystem des Herzens. Kommt es zu einem Kaliummangel, kann es zu vermehrten zusätzlichen Herzschlägen kommen – es kommt zu Herzrhythmusstörungen. Der Tagesbedarf eines Erwachsenen liegt bei 4.000 mg Kalium. Doch aufgepasst, zu viel Kalium wirkt sich wieder negativ aus und verursacht einen zu langsamen Herzschlag!

Am besten genießt man die rote saftige Frucht im Sommer zwischen Mozzarella, Basilikum, Olivenöl und frischem Weißbrot im Garten oder am Balkon. Besonders gut kann das Lycopin aus gekochten Tomaten resorbiert werden und konzentriertes Tomatenmark enthält besonders viel Lycopin – circa 62 mg pro 100 g. Also gute Argumente für die beliebte italienische Küche. Schön, wenn man dabei dem Körper etwas Gutes tun kann.

Die Lunge – die Weintraube

(Bild: iStock,803721418/Tim UR)

Betrachten wir die menschliche Lunge etwas genauer unter dem Mikroskop, so können wir erkennen, dass die Lungenbläschen (Alveolen), in denen das Blut mit Sauerstoff angereichert wird, eine verblüffende Ähnlichkeit mit Weintrauben aufweisen. Beide hängen an einem Stiel und bilden viele kleine Kügelchen.

Beim gesundheitlichen Benefit für den Körper lenken wir in diesem speziellen Fall das Hauptaugenmerk aber nicht auf das süß-säuerliche Fruchtfleisch. Insbesondere geht es um zwei Stoffe: Das Resveratrol, welches in der Schale roter Weintrauben zu finden ist und das Oligomere Proanthocyanidine (kurz: OPC), welches in den Weintraubenkernen vorkommt.

In einer medizinischen Studie wurde festgestellt, dass Resveratrol bei der Chronisch obstruktiven Lungenkrankheit (COPD) einen positiven Einfluss hat. Durch die entzündungshemmende Wirkung gewinnt dieser natürliche Wirkstoff zunehmend an Bedeutung in der COPD Behandlung.

(Bild: iStock, 1139600440/wildpixel)

Doch auch das OPC zeigt erstaunliche Auswirkungen auf das menschliche Pendant der Traube. Auch wenn es durch den Dünndarm aufgenommen wird und generell eine ganzkörperliche zelluläre Wirkung hat. In einer am Menschen durchgeführten Studie zeigte OPC eine antioxidative Wirkung im Plasma, wodurch oxidative DNA-Schäden in Lymphozyten gehemmt wurden. Bei regelmäßiger Einnahme zeigt sich eine cytotoxische (zelltötende) Wirkung gegenüber Lungenkrebszellen, aber auch bei Brust- Prostata-, Haut-, Darm- und Magenkrebs. Netterweise fördert dieses in Traubenkernen enthaltene Wundermittelchen auch das gesunde Wachstum normaler Zellen. Da stellt sich die Frage, ob man vielleicht doch wieder auf Weintrauben mit Kernen zurückgreift und auf die bequemer essbare„kernlose“ Züchtung verzichtet.

PS: Für eine gewünschte hohe Wirkung kann auf die isolierte pulverisierte Form von OPC zurückgegriffen werden, welche in Apotheken erhältlich ist.

Der Magen – die Ingwerwurzel

(Bild: iStock, 1142560569/Maksym Narodenko)

Die charakteristische Form der Ingwerwurzel erinnert mit etwas Vorstellungsvermögen und anatomischen Kenntnissen an den menschlichen Magen. Nicht verwunderlich, dass diese Wunderknolle auch heilende Kräfte besitzt, die wohlwollend auf den Magen wirken. In unserem Artikel „Ingwer – Der gesundheitliche Nutzen der Wunderknolle“ wurden bereits alle gesundheitlichen Vorteile zusammengefasst.

Die Bauchspeicheldrüse – die Süßkartoffel

Süßkartoffeln erfreuen sich zunehmender Beliebtheit, besonders bei Menschen, die eine gesunde und ausgewogene Ernährung bevorzugen. In ihrer Form ähnelt sie der Bauchspeicheldrüse, welche das blutzuckerregulierende Insulin produziert. 2006 entdeckten italienische und österreichische Forscher in der Süßkartoffel ebenso eine besondere Substanz, die den Blutzuckerspiegel reguliert, indem sie das Insulin im Körper besser verwertbar macht.

Diese blutzuckerregulierende Substanz heißt Caiapo und befindet sich hauptsächlich in der Schale der Knolle. Besonders Patienten, die an Diabetes mellitus Typ 2 leiden, können dadurch ihren Nüchternblutzucker nachweislich senken. Die Wirkung wird erzielt, indem die Insulinresistenz der Zellen reduziert wird und die Bauchspeicheldrüse so weniger Insulin produzieren muss. Ein netter Nebeneffekt ist auch, dass der Cholesterinspiegel des „schlechten“ LDL ebenfalls gesenkt wird.

(Bild: iStock,215785625/Olga Guchek)

Natürlich ist das noch nicht alles. Mit dem Betacarotin, das für die orange Farbe verantwortlich ist und eine wichtige Vorstufe von Vitamin A darstellt, bietet die Süßkartoffel auch eine zellschützende Abwehrkraft gegen freie Radikale. Ein weiterer Grund, manchmal zur Süßkartoffel anstatt zur normalen Kartoffel zu greifen, ist der deutlich höhere Anteil an Ballaststoffen.

Serviervorschlag: Süßkartoffeln können frittiert und als Pommes genossen werden.

Die Leber – die rote Rübe

Die dunkelrote Farbe der roten Rübe hat sie verraten. Dank dieser verblüffenden Ähnlichkeit war es nur eine Frage der Zeit, dass ihre heilsame Wirkung auf die Leber entdeckt wurden.

Das Zauberwort der roten Rübe heißt Betanin und in Verbindung mit Cholin hilft dieser Farbstoff der Leber beim Abbau von Stoffwechselendprodukten, wie zum Beispiel Fetteinlagerungen durch Alkoholkonsum. Dies stellt eine Entlastung für den gesamten Organismus dar.

(Bild: iStock, 162682961/photomaru)

Noch in den Kinderschuhen befindet sich die Erforschung der Wirkung auf eine manifeste Fettleber. Es wird vermutet, dass durch hochdosiertes Betanin eine Verkleinerung der vergrößerten Fettleber erreicht werden kann – doch dafür fehlen noch wissenschaftliche Grundlagen.

Wie so oft, beschränkt sich auch die rote Rübe nicht nur auf ein Gebiet der Gesundheit. Wie viele andere Gemüsearten wehrt sie zum Beispiel mit ihren enthaltenen Antioxidantien freie Radikale ab, wobei auch das Betanin eine Rolle spielt. Die rote Farbe gibt uns auch einen Hinweis zur fördernden Wirkung auf die Blutbildung, dank Folsäure und den Vitaminen B1, B2, Niacin und B6. Flavone, Rutin und Betanidin schützen zusätzlich die Gefäßwände.

Noch keine Lieblingsrezept mit roten Rüben gefunden? Probieren Sie es mal mit diesem:

https://www.ichkoche.at/rote-rueben-palatschinken-mit-topfen-und-minze-rezept-220855

Die Blase – die Preiselbeere

Der Schöpfer unserer Welt kann als Künstler betrachtet werden, die kleinen leuchtend roten Beeren haben die exakt gleiche Form einer Harnblase im Längsschnitt. Würde man den Stiel der Frucht dran lassen, könnte diese sogar als Harnröhre interpretiert werden.

(Bild: iStock, 1040846236/maxsol7)

Zu den wertvollen Inhaltsstoffe zählen Polyphenole, Flavonoide, Proanthocyanidine, Benzoesäure und diverse Vitamine. Besonders dem Proanthocyanidin und der Benzoesäure wird nachgesagt, dass sie das Anheften von Bakterien an den Zellen der Harnblase verhindern, wodurch es sonst häufig zu Blasenentzündung kommen kann. Die Bakterien werden einfach mit dem Harn ausgeschwemmt.

Auch wenn sich die Wissenschaft in den vielfältigen Studien nicht einig wird, so sind sich Apotheker, Menschen die unter wiederkehrenden Harnwegsinfekten leiden und unsere Großeltern mit überlieferten traditionellen Volksrezepten einig, dass die Preiselbeere, beziehungsweise ihre nahe Verwandte, die Cranberry aus Amerika, eine vorbeugende Wirkung gegen Harnwegsinfekte hat.

Teil 1: https://www.visiontimes.net/was-uns-das-aussehen-von-lebensmittel-ueber-ihre-wirkung- verraet-teil-1/

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