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Wer ist Trumps China- und Nordkorea-Experte Matthew Pottinger?

China-Kenner Matthew Pottinger (Bild: screenshot youtube/Wochit Politics)

Am 18. September 2019 ernannte der amerikanische Präsident Donald Trump den ehemaligen Experten bei Geiselnahmen, Robert O’Brien, zum neuen nationalen Sicherheitsberater. John Bolton, der Vorgänger O‘Briens, hatte kurz zuvor gekündigt. Einige Tage später, am 22. September, bestätigte O’Brien, dass Matthew Pottinger, der derzeitige leitende Direktor für asiatische Angelegenheiten im Nationalen Sicherheitsrat, als stellvertretender nationaler Sicherheitsberater fungieren werde. 

Der 46-jährige Sinologe bekam nur wenig Aufmerksamkeit der deutschen Medien. In der Tat spielt Pottinger seit Trumps Amtsantritt im Januar 2017 schon eine Schlüsselrolle für Trumps Asienpolitik. Er ist als der einzige Chinakenner im Weißen Haus für Peking ein Dorn im Auge. Die historische Rede von Vizepräsident Mike Pence am 04.10.2018 in dem Thinktank Hudson Institute wurde auch von Pottinger verfasst. In dieser 40-minütigen Rede erläuterte Pence ausführlich die Außenpolitik der Trump-Regierung bezüglich China. Allgemein wird diese Rede als ein Wendepunkt der Chinapolitik Washingtons seit 1972 anerkannt.  

Nach seinem Sinologiestudium an der University of Massachusetts arbeitete Pottinger von 1998 bis 2005 in Peking und Hongkong als Korrespondent, zuerst bis 2001 für Reuters und später für das Wall Street Journal. In dieser Zeit geriet Pottinger in China mehrmals in Schwierigkeiten, da er kritische Themen nicht mied und sich so der Zensur der Presse nicht beugen wollte. Er wurde zum Beispiel von der Polizei gewaltsam gezwungen, ein Geständnis zu schreiben und zu unterzeichnen. Einmal wurde er in einer Starbucks Filiale in Peking sogar von der Polizei geschlagen. Ein weiteres Mal wurde er in einem Hotelzimmer von einer Gruppe chinesischer Polizisten umzingelt und dazu gezwungen, seine Notizen von Interviews selbst zu zerreißen und in der Toilette zu entsorgen.

Diese Erlebnisse in China machten Pottinger den Wert der Freiheit deutlich. Er entschloss sich 2005, seine Arbeit als Korrespondent in China aufzugeben und als Soldat seinem Heimatland zu dienen. Im Alter von 32 trat Pottinger dem US-Marines bei, wo er später als militärischer Geheimdienstoffizier tätig war und Posten im Irak und in Afghanistan innehatte.

In Afghanistan arbeitete er mit General Michael Flynn zusammen und beide verfassten gemeinsam einen Bericht über die Verbesserung der Informationsbeschaffung während Konflikten. Flynn wurde 2017 Trumps erster Nationaler Sicherheitsberater und als Flynns Vertrauter begann Pottinger, für den Nationalen Sicherheitsrat der Vereinigten Staaten zu arbeiten. Selbst nachdem Flynn schon im Februar 2017 das Weiße Haus verließ, blieb Pottinger weiterhin im Kern vom Trumps Kabinett.

Pottinger zählt zu den Hardlinern gegenüber Peking. Durch seine Beförderung im Weißen Haus kann man annehmen, dass Trump in seiner Außenpolitik noch mehr auf China fokussieren und noch mehr Druck ausüben wird.

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