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Wissenschaftler von MIT und Harvard: Meditationspraxen sollen für COVID-19 Therapie „rigoros erforscht werden“

Mit Meditation kann man schon früh beginnen. (Bild: iStock, 1087765438/yaoinlove)

Die positiven Auswirkungen von Meditationspraxen wie Qigong, Tai-Chi oder Yoga sind seit Jahrtausenden bekannt und wurden auch schon durch einige wissenschaftliche Studien untersucht. Nun schlugen Wissenschaftler von den renommierten Universitäten Massachusetts Institute of Technology (MIT) und Harvard vor, Meditationspraxen als unterstützende COVID-19 Therapie ins Auge zu fassen und rufen Forschungsinstitute auf, mehr in diese Richtung zu forschen. 

Am 13. Juli veröffentlichten amerikanische Forscher der Eliteuniversitäten MIT und Harvard einen Artikel im The Journal of Alternative and Complementary Medicine (JACM), in dem sie Yoga und Meditationsformen als COVID-19 Therapien vorschlagen. In dem Überblickartikel wurden 145 Studien über Yoga und verschiedene Arten von Meditation und Qigong einbezogen, die viele positive Auswirkungen der Meditationspraxen zeigen.

Laut Studien wirken sich die verschiedenen Meditationsmethoden bei Menschen, die sie regelmäßig ausführen, in unterschiedlichem Ausmaß entzündungshemmend, antioxidativ, antivirale, sowie stärkend auf das Immunsystem aus.

„Während dieser Zeit der Dringlichkeit, wo gerade viele neue Ansätze auf ihr therapeutisches Potenzial untersucht werden, plädieren die Autoren auf der Grundlage der vorhandenen Beweise für bestimmte komplementäre Praktiken […] für Berücksichtigung dieser und für weitere Forschung“, schreiben die Wissenschaftler in dem Artikel.

Aufgrund der vielversprechenden Wirkungen gegen viele Virussymptome müsse, in der aktuellen COVID-19 Pandemie laut dem Erstautor der Studie, William Bushell, PhD, „rigorose Forschung an natürlichen Heilmethoden betrieben werden“.

Antivirale und Immunsystem stärkende Effekte

Laut den diskutierten Studien zeigen sich Effekte gerade in vielen Bereichen, die bei COVID-19 Infektionen relevant sind.Dazu zählen die Senkung der Entzündungsmediatoren, der Schutz von gesunden Zellen durch antioxidative Wirkung und die vermehrte Produktion von Immunzellen. Die wichtige Rolle des Immunsystems bei COVID-19 wird seit dem Ausbruch von SARS-CoV-2 immer wieder betont.

Zudem verweisen die Autoren auf mehrere Studien, die eine erhöhte Melatonin Produktion zeigen. Dieser Effekt tritt vor allem bei regelmäßiger Meditation auf und hier bis zu 40 Prozent höher als bei der Vergleichsgruppe.

Melatonin ist ein wichtiges Hormon und Neurotransmitter. Es ist an einem gesunden Wach-Schlaf-Rhythmus beteiligt, wirkt aber auch als ein starkes Antioxidans. Die positive Wirkung von Melatonin gegen Viren wurde in der Vergangenheit im Zusammenhang mit Grippe sowie anderen Virusinfektionen festgestellt. Bereits im April 2020 wiesen englische Forscher darauf hin, die Wirkung von Melatonin auch für COVID-19 in Betracht zu ziehen.

An der Produktion von Melatonin ist die Zirbeldrüse im Gehirn wesentlich mitbeteiligt. Diese Drüse, die ein Teil des Zwischenhirns ist, spielt in vielen Yoga- und Meditationspraxen eine entscheidende Rolle.

Forschung in diesem Bereich „dient der Bevölkerung in den USA und Europa“

Der Chefredakteur des Fachjournals JACM, John Weeks, schrieb in einem Statement zu dem Artikel, dass es wesentlich mehr Studien als die einbezogenen 145 über die positiven Auswirkungen von Yoga, Qigong und Meditation gibt. 

Er schrieb zudem, dass „Forschungseinrichtungen in den USA und Europa ihrer Bevölkerung dienen würden, wenn sie die Erforschung des Potenzials von natürlichen Heilmethoden ausweiten würden.“

Dies sei laut Weeks vor allem in der aktuellen Pandemie besonders wichtig, da es bisher keine wirksamen, konventionellen Behandlungsmethoden gibt.

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