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Abverkäufe durch Corona-Krise nicht immer seriös: Betrug durch Fake-Online-Shops nimmt zu

Texte wie, „Es tut uns leid, dass unser Bekleidungsgeschäft diese Katastrophe nicht überstanden hat…“, leiten zurzeit zahlreiche Online-Abverkäufe ein. Viele dieser gesponserten Werbungen sind aber nicht echt und nach der getätigten Überweisung bekommt man gar keine Ware oder qualitativ schlechtere Ware, als versprochen wurde. Lesen Sie hier, wie man betrügerische Online-Shops erkennt und was man machen kann, wenn man bei einem solchen Shop bestellt hat.

Manchmal, wenn Online-Angebote zu gut sind, um wahr zu sein, sind sie leider auch nicht wahr. (Bild: iStock)

Im Internet ist man von verschiedenen Werbeanzeigen und besonders jetzt nach der Corona-Krise, von vielen Abverkäufen und Angeboten umgeben. Die Webseiten wirken auf den ersten Blick seriös und Texte, wie (Originaltext) „Es tut uns leid, dass unsere handgefertigte Werkstadt diese schwere Zeit nicht überstanden hat. Wir haben beschlossen, den größten Teil der restlichen Kleidung zu einem niedrigeren Preis zu verkaufen.“, klingen in der aktuellen Situation glaubwürdig. Allerdings zählen Organisationen für Konsumentenschutz zurzeit immer mehr sogenannte „Fake-Online-Shops“. 

Auf Facebook und Instagram werden gerade gefälschte traditionelle Trachten- und Leinenshops intensiv beworben. Teilweise werden laut der Beratungsseite „Watchlist Internet“ sogar die originalen Webseiten von echten Shops 1:1 kopiert und für den Betrug genutzt. 

Hier die wichtigsten Tipps, wie man gefälschte Online-Shops erkennt:

1. Fehlendes Impressum oder unplausible Personen- und Adressenangaben

Wenn sich nicht genau erkennen lässt, wer hinter dem Shop steht, oder Personen- und Adressenangaben unplausibel sind, ist es ein Zeichen für fehlende Seriosität. Werben beispielsweise Trachtenshops mit „echten österreichischen Trachten“ und die gut versteckte Adresse auf der Webseite stammt aus China, oder die Telefonnummer hat eine verdächtige Vorwahl, lässt sich erahnen, dass etwas nicht in Ordnung ist. 

2. Eigenartige Übersetzung und Rechtschreibfehler 

Wenn Sie den oben beschriebenen Textauszug genau betrachten, merkt man, dass es sich um eine automatische Übersetzung handelt. Die Formulierung „Es tut uns leid, dass […]“, ist für den deutschsprachigen Raum nicht optimal. Auch „unsere handgefertigte Werkstadt“ ist unkorrekt geschrieben und keine übliche Formulierung für handgemachte Ware aus eigener Produktion. 

Als weiteres Beispiel nennt „Watchlist Internet auch Fehler bei den Menüpunkten. Beispielsweise wurde Rückgaberecht auf manchen Seiten mit „Kehrt zurück“ übersetzt oder es wird zwischen unterschiedlichen Sprachen gewechselt.

Rechtschreibfehler und Tippfehler können zwar jedem passieren, aber mehrere auf einer Webseite weisen auf keinen hohen Grad an Professionalität hin und sind Hinweise darauf, dass es sich um eine Betrugsseite handeln könnte.

3. Unrealistisch billige Preise

Natürlich gibt es immer wieder Schnäppchen, bei denen man wirklich die Hälfte oder mehr des Originalpreises einsparen kann. Auch wenn ein „Totalabverkauf“ oder „Abverkauf wegen Schließung“ beschrieben wird, ist es möglich, dass sich sehr billige Preise ergeben. Sind die Preise aber wirklich unrealistisch billig, beziehungsweise, wenn beim Bezahlen in unterschiedliche Währungen umgerechnet wird, ist dies ein deutlicher Hinweis darauf, den Shop noch einmal genauer zu kontrollieren, bevor man eine Zahlung tätigt. 

Was kann man tun, wenn man schon bestellt hat?

Grundsätzlich gibt es zwar ein gesetzliches Rücktrittsrecht, allerdings ist dieses bei Betrugs-Unternehmen kaum durchsetzbar. Meist kann man bei den Shops niemanden erreichen oder erhält nur eine Standardantwort.

Wenn man bereits bestellt und mit Vorauskassa, Kreditkarte oder PayPal bezahlt hat, aber keine Ware oder qualitativ schlechtere Ware bekommt, als beworben wurde, kann man Folgendes tun:

Bei Bezahlung mit Kreditkarte oder Vorauszahlung

Kontaktieren Sie ihre Bank und erklären, dass Sie Opfer eines betrügerischen Online-Shops wurden. Es gilt zwar in der Regel kein Rechtsanspruch auf eine Rückerstattung des Betrags, jedoch gibt es oft eine Kulanzlösung und es kann ein Teil, beziehungsweise manchmal die ganze Summe zurückgeholt werden.

Bei Bezahlung mit PayPal

Wurde mittels PayPal bezahlt, kann man über den PayPal Käuferschutz versuchen das Geld zurückzubekommen. Da PayPal auf Online-Überweisungen spezialisiert sind, ist der Verkäuferschutz meist mit solchen Problemstellungen vertraut. 

Anzeige erstatten

Auch wenn die Chancen für eine amtliche Handlung nicht hoch stehen, wird empfohlen, eine Anzeige bei der örtlichen Polizei zu erstatten. Wie bei einer normalen Anzeige, müssen dafür Ihre eigenen amtlichen Dokumente, sowie relevante Unterlagen des vermeintlichen Betrugs (Screenshots, E-Mails, Chatprotokolle oder Überweisungsbelege) mitgebracht werden.

Leiten Sie die Informationen an Konsumentenschützer weiter

Es ist ein sehr wichtiger Punkt, dass Sie die Informationen teilen. Damit bekommen Sie zwar Ihr Geld nicht zurück, aber Sie beschützten Ihre Mitmenschen davor, nicht ebenfalls Opfer eines Betrugs zu werden. Wenn viele die Informationen gewissenhaft an andere weitergeben, entsteht eine immer größere öffentliche Liste von Betrugsshops. Damit wird jenen, die absichtlich täuschen und betrügen wollen, der Nährboden genommen und die Gefahr wird dadurch für alle Internetnutzer gesenkt. 

Eine aktuelle Liste von bedenklichen Online-Shops, sowie ein Formular zum Melden dubioser Shops finden Sie hier: 

https://www.watchlist-internet.at/liste-online-shops/

Anmerkung: Während Vision Times unabhängig ist und wir unsere Artikelinhalte genau abwägen und prüfen, haben wir, wie die meisten Onlineseiten, keinen Einfluss auf die automatisch geschalteten Werbeanzeigen. Es lohnt sich daher auch hier wachsam zu sein, wenn Sie Bestellungen auf automatisch vorgeschlagenen Webseiten betätigen.

Ihr Vision Times Redaktionsteam

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