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Die Aussagekraft und Geheimnisse unserer Ohren

(Bild: 256887 (© Moving Moment – stock.adobe.com))

Jeder von uns hat ein Paar, wir benutzen sie zum Hören und wem es gefällt der schmückt sie auch. Darüber hinaus widmen wir unseren Ohren aber relativ wenig Aufmerksamkeit, welche sie aber durchaus verdient hätten.

Ohren erzählen vieles über ihren Träger. Sie können einen positiven Einfluss auf die Gesundheit ausüben und verschiedene Schmerzsymptome lindern oder gar beenden. Ganz nach der chinesischen Theorie der Akupressur, kann ein wenig Druck, ein sanftes Ziehen und ein bisschen Reibung Abhilfe schaffen.

Menschen sehen- Menschen verstehen

Im Gesicht, da kannst du lesen:

Kummer, Leid und bittres Weh´,

Tief ergründen du das Wesen.

Geist und Seele prüf´und seh´:

Kurz und gut, es steht geschrieben

Was der Mensch hat übertrieben

Nur mußt du die Kunst verstehen,

Den Menschen richtig anzusehen

(Unbekannter Autor)

Die fernöstliche Heilkunst der Akupressur und Akupunktur kann auf jahrtausendlange Erfahrungen zurückgreifen. Seit jeher behaupten die Mediziner der traditionellen chinesischen Medizin (TCM), dass es einen Zusammenhang zwischen der Ausprägung der Ohren und dem Charakter eines Menschen gibt.

Im Westen gab es ebenfalls einen Gelehrten, der die äußeren Merkmale den Persönlichkeiten zuteilte. Carl Huter prägte 1889 die Psycho-Physiognomik, welche sich mit dem Herauslesen von Charakterzügen aus dem äußerlichen Erscheinungsbild, insbesondere aus dem Gesicht, beschäftigt. Interessanterweise werden Ohren in beiden Lehren in gleiche Kategorien unterteilt.

Auch heutzutage erkennt die aktuelle Wissenschaft, dass viele Nervenbahnen durch das äußere Ohr ziehen. Besondere Aufmerksamkeit verdient hier der Vagusnerv (X. Hirnnerv), der wie alle Ohrnerven direkt in den Hirnstamm führen (afferent). Immer mehr Studien belegen welch positiven Einfluss die Stimulation dieser Nerven, z.B. mittels Stromimpulsen, auf das vegetative Nervensystem hat. Daraus entwickeln sich Therapien in Bereichen der Schmerzbehandlung, bei Durchblutungsstörungen, Rehabilitation, Epilepsie und vielem mehr.

Für den Hausgebrauch haben wir hier eine einfache Anleitung für Ihre persönliche Ohrmassage zusammengefasst.

Doch zuerst sehen wir uns an was unsere Ohren über unseren Charakter verraten.

Die Ohrzoneneinteilung

Die Größe der Ohren, wie auch deren Form, ist so individuell wie ein Fingerabdruck. Sie werden demnach keine Person finden deren Ohren den Ihren gleichen.

Der obere Bereich des Ohrs wird dem Geist, dem Denken zugeordnet. Die Ausprägung dieses Areals weist demnachauf die Leistungsfähigkeit des Gehirns hin. So wird vermutet, dass der Träger eines prägnanten „Oberohres“ seine Entscheidungen eher aus dem Kopf heraus, als aus dem Bauch trifft.

Eine dominante Erscheinungsform kann daher ein Indiz dafür sein, einem Menschen gegenüberzustehen der weniger spontan bei der Entscheidungsfindung ist, sondern seine Auswahl gut durchdacht hat.

Der mittlere Bereich des Ohrs wird dem Fühlen, der Harmonie und somit dem Empfinden bzw. der Seele zugeordnet. Ausgeglichene Persönlichkeiten haben ein meist sehr homogenes Erscheinungsbild in dieser Zone.

Kreativität lässt sich ebenfalls anhand des Ohrrandes beurteilen. Ein gut geformter Helixbogen kann Ausdruck von künstlerischen Impulsen und des Schöpferischen sein. Ist die Helixkrempe hingegen in diesem Bereich eher dünn und gerade, neigt der Träger zu einer Inflexibilität im sozialen Bereich. Beziehungen zu anderen Menschen empfindet dieser als problematisch.

Bei einem ausgeprägten, nach außen neigenden Anthelix kann davon ausgegangen werden, dass diese Personen dazu tendieren anfällig für Magen-Darm-Erkrankungen zu sein. Da diesen Menschen die seelischen Belastungen sprichwörtlich auf den Magen schlagen.

Der untere Bereich des Ohrs gibt Auskunft über die innere Kraft des Eigentümers. Größe und Struktur des Ohrläppchens stehen für einen starken Willen zur Selbstständigkeit. Ein ausgeprägter und freihängender Lobuluskann ein Hinweis für einen Hang zum Materialismus sein.

Eine Person mit einem breiten, dominanten Ohrläppchen wiederum, gilt eher als willensstark, körperlich kräftig und auch beherrschend. Die Anpassungsfähigkeit dieser Menschen ist eher gering und sie stoßen in ihrem Umfeldvermehrt auf Widerstand.

Angewachsenes Ohrläppchen

Bei angewachsenen Ohrläppchen liegt die Vermutung nahe, ein willensschwacher Mensch mit wenig Selbstbewusstsein zu sein. Diese Persönlichkeiten zeigen eine Tendenz zu Ängstlichkeit und Vorsicht. Solche Menschen gehen eher davon aus, dass „die Gefahren des Lebens“ jederzeit zur Realität werden können.

Die typischen Überlebenskünstler findet man unter diesen Zeitgenossen. Im Dschungel der Gesellschaftsrollen haben sie ausgeprägte Strategien entwickelt, welche sie zu beliebten Teamplayern machen.

Die Ohr-Reflex-Zonen

Die wohltuenden Auswirkungen von diversen Anwendungen im Bereich der Ohr-Reflex-Zonen sind in Asien schon lange bekannt. Die Ohrakupunktur zeigt dabei ihre vielschichtige Wirkung. Ohren werden hier in ihrer Funktionalität speziell den Nieren zugeordnet. Somit erkennen TCM Mediziner hinter einer Hörminderung, einem Tinnitus oder anderen pathologischen Veränderungen eine Nierenstörung.

Darüber hinaus sind an den Ohren, ähnlich wie an den Füßen, sämtliche reflektorischen Zonen zu finden, in denen sich der gesamte Körper wiederspiegelt. Durch Behandlung und Massage dieser Zonen kann daher eine positive Beeinflussung der entsprechenden Organe erzielt werden.

Die ganzheitliche Ohrmassage

Die Ohrmassage kann das seelische Wohlergehen positiv beeinflussen und zur Steigerung des Immunsystems beitragen.

Empfindet man eine Berührung am äußeren Ohr als unangenehm, gehen die Mediziner der TCM davon aus, dass dieser Beriech intensiver behandelt werden sollte. Bitte beachten Sie bei der Massage mit den Fingern, dass lange Fingernägel zu Verletzungen führen könnten. Sie können auch ein Wattestäbchen für tiefer gelegenere Areale verwenden.

Und so funktioniert´s:

Beginnen Sie bitte damit ihre Hände aneinander zu reiben, bis sie angenehm warm sind. Ein bewusst ausgewähltes Pflegeöl kann Ihnen zusätzlichen Genuss verschaffen. Tragen Sie mit den Fingern ein wenig Öl, beginnend von unten nach oben, auf ihr Ohr auf. Das Sprichwort: Weniger ist mehr, kommt hier gut zur Geltung. Wenn nötig können Sie diesen Vorgang zwischendurch wiederholen.

Erstens:

Abb. 1: kreisende Bewegungen in beide Richtungen

Beginnen Sie den Tragus zu massieren. Hierfür positionieren Sie ihren Zeigefinger in der Ohrhöhle, dann massieren Sie mit dem Daumen den Tragus von oben nach unten in kreisförmigen Bewegungen. Währenddessen können Sie den Zeigefinger ebenfalls kreisen lassen, oder Sie massieren zuerst die äußere und dann die innere Seite der Stelle. Wiederholen sie dies circa 15-mal.

Versuchen Sie sich zu entspannen und in sich zu gehen. Entscheiden Sie dementsprechend, ob Sie abwechselnd von oben nach unten oder umgekehrt massieren möchten oder nur eine Richtung beibehalten wollen.

Zweitens:

Abb. 2: Die erhabenen Stellen massieren

Der Daumen liegt bei der weiteren Massage hinter dem Ohr. Der Zeigefinger wird nun auf die erhabenen Stellen im Ohr gelegt. So kreisen und streichen Sie dem Ohr für circa 15-mal entlang. Wenn Sie später ein wenig geübter in der Handhabung sind, können Sie bewusst währenddessen die Atmung vertiefen und in einen gleichmäßig zirkulierenden Rhythmus finden.

Drittens:

Abb. 3: Nun den tiefergelegenen knorpeligen Teil massieren.

Es folgt die Massage der oberen und unteren Chonchahälften mit der Fingerkuppe, wenn dies anatomisch möglich ist. Gegebenenfalls verwenden Sie bitte hier ein Wattestäbchen. Die Massagerichtung und Intensität obliegen wieder Ihrem Wohlbefinden. In kreisenden Bewegungen wird nun dieses Areal Millimeter für Millimeter behandelt. 15 Zyklen wären wieder empfehlenswert.

Viertens:

Abb. 4: Das hintere Ohr wird auch massiert

Ab jetzt kneten Sie mithilfe des Daumens und Zeigefingers abwechselnd das vordere und hintere Ohr, wie beschrieben:

Für die Massage des oberen Bereichs des Ohres umschließen Sie das Ohr nun so, dass der Daumen auf der Ohrmuschel innen und der Zeigefinger am hinterem Ohr liegt. Mit kreisenden Bewegungen und teilweise leichtem Zug nach oben, verwöhnen Sie nun diesen Abschnitt. Die Größe der Kreise lässt sich hier ein wenig variieren. Fühlen Sie bitte in sich hinein und passen Sie ihre Bewegungen und den Druck den jeweiligen Bedürfnissen des Tages an. Es spricht nichts gegen ein wenig mehr Druck.

Führen Sie sich die Skizze der Ohrreflexzone vor Augen und massieren Sie gegebenfalls spezielle Reizpunkte mit besonderer Aufmerksamkeit. Bei unangenehmen Punkten verringern Sie vorerst den Druck und steigern ihn nach einer Zeit ein wenig.

Fünftens:

Nun wenden wir uns der Ohrkante und der Furche zum knorpeligen Teil zu. Jetzt könnten Sie abwiegen, ob Sie die durch die Massage entfachte Energie im Kopf oder im Körper benötigen. Dementsprechend streichen Sie bitte von oben nach unten oder andersrum an dem Ohr entlang, bis zu dem Ohrläppchen. Wiederholungstendenz wie zuvor circa 15-mal.

Sechstens:

Die Behandlung der Ohrläppchen (Lobulus). Kneten Sie dieses vorerst bitte horizontal kräftig durch. Nehmen Sie sich auch die Zeit den Rand des Lobulus gut zu massieren. Ziehen Sie dieses auch mit einem leichten Zug nach unten. Abwechselnd wird nun, gestrichen, gezupft und geknetet. Die Wiederholungen sind wie gewohnt. Das Ohrläppchen genießt diese Aufmerksamkeit meist sehr.

Ihr gesamter Organismus und Ihr seelisches Wohlbefinden können sich während und nach dieser Zuwendung ruhig und harmonisch anfühlen. Unterstützen Sie diese Wirkung, indem Sie entspannende Musik hören und sich bewusst Zeit für sich nehmen. Verändern Sie bitte die Ohrmassage nach ihren persönlichen Vorlieben. Möglicherweise möchten Sie die Massage über den Tag verteilen. Sie können diese aber auch täglich mehrmals wiederholen. Die positive Wirkung werden Sie am ganzen Körper wahrnehmen können.

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https://www.youtube.com/watch?v=Q5UqgBgmFPU
http://www.ppp-zeitschrift.de/vorige-ausgaben/index.php
https://www.ak-ohrakupunktur.de/html/beitraege/vis__diagnostik.htm
https://www.thieme-connect.de/products/ejournals/abstract/10.1055/s-2004-834417
http://www.ducest.com/de/startseite.html
https://www.psychologie.uzh.ch/de/bereiche/hea/klipsypt/Forschung/StressGrundlagenforschung/ohrakupunktur.html
https://epub.ub.uni-greifswald.de/frontdoor/deliver/index/docId/1884/file/_finale_Version_.pdf

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