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Die Legenden von Suirenshi und Cang Jie, oder wie der Mensch das Feuer und die Schrift erhielt

(Bild: iStock)

Vor langer Zeit, als die Menschen noch wie Wilde lebten, gab es zwei Ereignisse, die die Menschheit große Schritte in Richtung Zivilisation gehen ließen. Das erste war, dass der Mensch lernte, das Feuer zu benutzen, damit er sich warm halten und gekochte Nahrung zu sich nehmen konnte. Das zweite war die Erfindung der Schrift. Zu jedem der beiden Geschehnisse erzählt man sich bis heute folgende Legenden:  

Suirenshi, der chinesische Prometheus

In alter Zeit wussten die Menschen noch nicht, was Feuer war, geschweige denn, wie es für sie von Nutzen sein könnte. Sobald die Nacht hereinbrach wurde es stockfinster und aus Angst vor wilden Tieren scharten sich die Menschen in Gruppen zusammen. Zu der Zeit aßen sie natürlich auch nur rohes Fleisch. Ein solches Leben war sowohl anstrengend als auch gefährlich. Die Menschen wurden oft krank und starben früh.

Eines Tages kam plötzlich ein starkes Gewitter auf und ein Blitz schlug in einen Baum ein. Anfänglich waren die Menschen noch erstarrt vor Angst, aber einer von ihnen, Suiren, entdeckte, dass auch die wilden Tiere es nicht wagten, sich dem Feuer zu nähern. Außerdem erwärmte es die Körper, solange sie sich dem Feuer nicht zu sehr näherten.

Deswegen rief er alle herbei, damit sie sich am Feuer erwärmten. Zu dieser Zeit sah er auch, dass unweit vom Feuer ein verbranntes Tier lag. Dieses gegarte Tier verströmte einen zuvor noch nie gerochenen Duft. Die Menschen teilten das Tier unter sich auf und verspeisten es und erfreuten sich an dem guten Geschmack. Seitdem kannten die Menschen den Gebrauch des Feuers und gingen zu ihm, um sich warm zu halten. (…)

Als die Nacht begann fielen alle in einen tiefen Schlaf. Da hatte Suiren einen Traum: Im Traum sagte ihm jemand, wenn er nur in dasLand des Hellen Feuers ginge, könne er ein Feuer finden, das nie wieder erlösche, das Zunder sei. Außerdem erklärte er Suiren genau den Weg, den er nehmen müsse, um in das Land des Hellen Feuers zu gelangen.

Nachdem Suiren wieder erwacht war, glaubte er, dass dies ein Wink des Himmels gewesen sei. So entschied er persönlich nach dem Zunder zu suchen. Er durchquerte Land und Wasser bis er endlich im Land des Hellen Feuers ankam. Dort bemerkte er, dass es überall pechschwarz war und es keine Jahreszeiten, ja weder Tag noch Nacht gab. Im Herzen (in der Mitte) des Landes gab es einen Baum, den die Ortsansässigen „Feuerholz“ nannten. Die Äste waren so zahlreich, dass sie ein Gebiet von zehntausend Hektar umspannten. Trotzdem konnte der Entdecker des Feuers keinen Zunder finden. In diesem Moment war Suiren sehr entmutigt, zweifelte er doch sogar daran, ob er den richtigen Weg genommen hatte. Weil es ihm nicht geglückt war den Zunder zu finden, blieb ihm nichts anderes mehr übrig, als am Fuß des Baumes zu bleiben und dort sein weiteres Handeln zu planen. 

(Bild: iStock)

Genau in diesem Moment bemerkte er oben zwischen den Ästen das Flackern einer Flamme. Daher schaute er suchend nach vorne und fand Vögel, die wie Eulen aussahen, die mit ihren Schnäbeln Feuer erzeugten, indem sie Äste aneinander rieben. Unter jedem Schnabel flogen leuchtend die Funken. Von diesen Vögeln hatte Suiren die Idee, selbst Äste zu suchen und diese am Stamm des Baumes zu reiben. Anfangs entstand nur Rauch, aber er sammelte immer mehr Erfahrungen, bis er schließlich den Zunder fand, der nie wieder erlosch: die Methode, Feuer zu machen, indem man Äste aneinander reibt. Seitdem mussten die Menschen nicht länger in Dunkelheit und Angst verharren. Suiren wurde später zu einer Gottheit ernannt und ihm wurde der Name „Suirenshi“(Chinesisch: 遂人氏), „Feuerholer für die Menschen“ gegeben. 

Cang Jie, der Erfinder der Schrift

Langsam verbesserten sich die Lebensbedingungen der Menschen. Aber sie bemerkten, wie ein weiteres Problem entstand: Der Kopf alleine reichte nicht mehr aus. Die Zahl der Herdentiere, die Menge der Lebensmittel und auch an einige Dinge im Alltag mussten die Menschen sich unbedingt erinnern. Solche kleinen Dinge gab es zu viele und ihre schiere Anzahl belastete die Menschen. Außerdem konnten sich die Menschen nicht gleichermaßen gut erinnern. Was konnten sie nur tun? 

Zu der Zeit gab es im Gefolge des Kaisers einen Beamten, der auch eine Gottheit war. Sein Name war Cang Jie und er war der Hofhistoriker. Für ihn war es also besonders wichtig, sich an das Vergangene erinnern zu können. Er nahm all seinen Mut und all seine Schläue und half den Menschen eine Methode zu finden, wie sie sich besser an solche Dinge erinnern konnten.

Cang Jie wurde auch Shi Huang (Chinesisch: 史皇) genannt. Er hatte ein großes Gesicht, wie das eines chinesischen Drachens und in dem Gesicht gab es zwei Paar Augen. Aus jedem einzelnen dieser vier Augen strahlte Licht, das von Weisheit sprach. Außerdem konnte Cang Jie bereits sprechen, sobald er auf die Welt gekommen war.

Am Anfang hat Cang Jie versucht Knoten in verschiedenfarbige Schnüre zu binden, um eine wachsende oder sinkende Zahl zu zeigen. Dabei bemerkte er, dass dies nicht allzu sinnvoll war. Es war nämlich zu schwierig, die Knoten wieder zu lösen, wenn sich die Zahl verringert hatte. Außerdem waren Schnüre allein nicht genug, wenn es mehr Dinge gab, an die sich die Menschen erinnern mussten.

Cang Jie war von Natur aus jemand, der gerne über Probleme sinnierte um sie zu lösen. Eines Tages versammelte sich sein Stamm um gemeinsam zu jagen. Da sah er, wie einige seines Stammes anfingen miteinander zu streiten. Die Einen sagten, sie sollen nach Westen gehen, um dort nach Wildziegen zu jagen. Die Anderen meinten, es sei besser, im Osten nach Tigern zu jagen. Cang Jie fand dies sehr seltsam. Wie konnten sie nur wissen, welche Tiere in welcher Himmelsrichtung lebten? Er fragte die Jäger und sie antworteten ihm, dass sie die Tiere und die Richtung anhand der hinterlassenen Abdrücke erkennen konnten. Diese Antwort war Cang Jie eine große Hilfestellung, sodass er die Eigenarten und Besonderheiten jeder Sache dazu nutzte, sie mit ihrer Hilfe oberflächlich darzustellen. 

Auf diese Weise fing er damit an, die Veränderungen aller Dinge des Himmels und der Erde zu untersuchen. Er beobachtete den Weg der Sterne und Konstellationen am Himmel, die Muster auf den Schildkrötenpanzern und den Federn der Vögel und sogar die Unterschiede beim Ansteigen und Herabfallen der Berge und Flüsse. Mit seinen Beobachtungen versuchte er diese großen Naturphänomene nachzubilden und malte auf seiner Handfläche herum. Schließlich hatte er so die Schriftzeichen verstanden. So wurden auch die verschiedenen Aufgaben reguliert. Alles auf der Welt konnte so aufgezeichnet werden, sodass man später noch einmal über sie nachdenken konnte.

(Bild: iStock)

Die Entdeckung der Schriftzeichen ist wirklich ein so großes Wunder, dass Himmel und Erde erschrecken und Götter und Dämonen davon bewegt werden. Der Herr des Himmels war so darüber erfreut, dass er die Kornkammern des Himmels öffnete und er als Ermutigung für die Menschen Hirse regnen ließ. Selbst die Gespenster und Dämonen weinten und lärmten des Nachts, weil sie fürchteten, dass man mit der Schrift ihr schlechtes Verhalten nach dem Tod aufzeichnen und sie so vom Herrn des Himmels bestraft würden, weil sie die Menschen auch nicht länger so einfach täuschen könnten. Sie zitterten vor Angst.

Aus diesem Grund wird Cang Jie als „Heiliger, der die Schrift entwickelt hat“ bezeichnet und seine Geschichte bis heute der Nachwelt hinterlassen. Cang Jies Heimstätte im Bezirk Baishui, Provinz Shaanxi, wird sogar „heiliger Cang“ genannt, um ihn zu ehren. Es wurden innerhalb der Sitten und Gebräuche des Volkes Texte mit Lobpreisungen überliefert, um den Menschen beizubringen, die Gottheiten zu ehren, Texte, die das Böse abwehren sollten, und Texte, mit denen Krankheiten geheilt werden sollten.

Der Jahrestag (nach dem chinesischen Mondkalender, etwa um den 20. April nach dem gregorianischen Kalender), an dem es die Hirse geregnet haben soll, wird heute von den Vereinten Nationen als Feiertag für die chinesische Sprache begangen. (Link zur UN: https://www.un.org/zh/events/chineselanguageday/english.shtml

Frei nach: Zhong Yiyang 鐘怡陽: Liuchuan qiannian de Zhongguo shenhua gushi 流傳千年的中國神話故事Überlieferung von Jahrtausende alte Göttergeschichten Chinas. Taipeh (2010): Zhi qing pin dao,S. 44-47 

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