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Ein kleines Teilchen im großem Ganzen – Die Fünf Elemente

Last updated on 17. Juni 2020

Fünf Elemente (Bild: 78230555, Moving Moment – stock.adobe.com)

Laut traditioneller chinesischer Lehre ist der Mensch umgeben von Lebensenergie (Qi) und er selbst erzeugt ebenfalls Qi. Der Kreislauf des Lebens besteht aus einem dynamischen Prozess aus Entstehung, Bestehen, Verfallen und Auflösung. Die fünf Elemente spiegeln diese Dynamik wider und sind die Grundelemente allen Seins.

Dem traditionellen Denken zufolge wird alles in die Lehre der fünf Elemente (五行 wŭxíng = Fünf Wandlungsphasen) eingegliedert. Wer die Ideologie hinter dem System versteht, habe den Schlüssel zu seinem wahren Selbst gefunden.

Im Daoismus heißt es, dass der menschliche Körper einem Mikrokosmos im Universum gleicht. Hinweise in der Natur sind mitunter die Parallelen zwischen Flüssen und Blutgefäßen. Mensch und Natur harmonieren miteinander und wirken laut der traditionellen chinesischen Medizin auch aufeinander. 

Die Fünf Elemente-Lehre beschreibt die dynamischen Gesetzmäßigkeiten im Universum. Daher gibt es keine Absolutheit, sondern unterschiedliche Theorien und Ansichten zu den Anwendungen. 

Der Prozess allen Lebens spielt sich grundsätzlich auf der elementaren Ebene ab. Diesem Grundsatz folgend finden sich die Fünf Elemente in jedem Lebewesen und Organismus.

Übersicht: Fünf-Elemente

Holz (木 mù)

Die Leber (Yin) und die Galle (Yang) sowie die Augen stehen im Element Holz. Saure Lebensmittel werden ebenfalls dem Holz zu geteilt. 

Geschmack: Saure Lebensmitte – Geruch: ranzig

Auch die Lebenszyklen können den Elementen nach aufgeteilt werden. So wird die Lebenszeit ab der Geburt bis in die Kindheit dem Holz zugeordnet. Vom Jahreszyklus wird der Frühling und vom Tageszyklus die Nacht in diese Wandlungsphase eingegliedert.

Himmelsrichtung: der Osten – die Richtung des Sehers.

Farbe: Grün – Das Holz-Element steht für den Neuanfang und die Freiheit, benötigt jedoch im Gegenzug auch klare Grenzen.

Hauptemotionen: Wut, Zorn, Stress – Auch das Ego ist hier angesiedelt. Menschen mit einer gesunden Holzenergie zeichnen sich durch eine gute Flexibilität, Mut, Intuition und Tatkraft aus. 

Störungen: Augentrockenheit, Nachtblindheit, Vergesslichkeit, häufiges Seufzen, Verspannungen, geringe Entscheidungsfähigkeit, Stimmungsschwankungen, launisches oder frustriertes Benehmen. 

Feuer (火 huŏ)

Dem Feuer zugeordnete Organe sind Herz und Pericard (Yin), Dünndarm, Dreifache Erwärmer[1](Yang) und das Sinnesorgan Zunge (Zungendiagnostik). 

Geschmack: bitter – Geruch: verbrannt

Lebenszyklus: Jugend – Jahreszyklus: Sommer – Tageszyklus: Mittag – Dieses Element hat viel mit Wärme zu tun. 

Himmelsrichtung: der Süden – die Richtung des Heilers.

Farbe: Rot – Das Element steht für Lebendigkeit.

Hauptemotionen: Freude, Lebensfreude, Intimität, Berührung, Respekt, Liebe zu anderen – Im Element Feuer sind auch die Aspekte Extraversion, Intellekt und Spiritualität verankert. 

Störungen: Traurigkeit oder Melancholie, unklares Denken, Konzentrationsstörungen, Sprachstörungen, Schlafstörungen, Ruhelosigkeit und Nervosität sowie emotionale Probleme. Aber auch Übererregung, wie durch großen Enthusiasmus bis hin zur Manie und sexueller Überaktivität.

(Bild: Lissa-Marie Seiser)

Erde (土 tŭ)

Organe im Element Erde sind Milz (Yin), Magen (Yang), Pankreas und der Mund als Sinnesorgan.

Geschmack: süß – Geruch:süß.

Lebenszyklus: Erwachsenenalter – Jahreszyklus: Spätsommer (Zeit der Ernte, wenn die Früchte reif sind) – Tageszyklus: Nachmittag

Himmelsrichtung: die Mitte

Farbe: Gelb-, Ocker- und Brauntöne – Steht für die Zeit des In-sich-Kehrens. 

Hauptemotionen: mütterliche Fürsorge, Mitgefühl, Anteilnahme, Verständnis, Akzeptanz. Der analysierende Verstand sowie das konzentrierte Arbeiten werden der Erde zugeordnet. Hier werden Überzeugungen, Konzepte und Einstellungen geformt. 

Störungen: unlogisches Denken, Überfürsorge, übersteigertes Verantwortungsbewusstsein, Unreflektiertheit‏‎,fehlende Standhaftigkeit, überschreitende Sorge  

Metall (金 jīn)

Organe: Lunge (Yin), Dickdarm (Yang), Haut, das Immunsystem und als Sinnesorgan die Nase. 

Geschmack: scharf – Der scharfe Geschmack beeinflusst alle Elemente. Geruch: verrottet

Lebenszyklus: älter werden, Klimakterium – Jahreszyklus: Herbst – Tageszyklus: Abend – Himmelsrichtung: der Westen – der Ort des Lehrers.

Farbe: Weiß – Metall steht für das innere Wissen und die Intuition.

Hauptemotionen: sich zurückziehen – nach Innen gehen, die Zeit des Loslassens, kühles-strategisches Denken. In dieser Phase ist es normal ein wenig traurig bis melancholisch zu sein, es ist der Moment des Abschiednehmens. 

Störungen: Verstopfungen, Erkältungen, Lungenerkrankungen, Hautprobleme –  Emotional würde sich eine Disharmonie durch Resignation zeigen sowie abgekapselte Traurigkeit, große Abneigung gegen Disziplin, Strenge und Regeln. Ein Ausgeglichenheit in diesem Bereich zeigt sich durch die Zuversicht auf seine erlernte Weisheit.

Wasser (水 shuĭ):

Organe: Niere (Yin), Blase (Yang), Knochen, Sexualorgane, Drüsen, Gehirn – Sinnesorgan: Ohren Geschmack: salzig – Salz wärmt die Nieren und stärkt die Kraft der Konzentration. 

Lebenszyklus: hohes Alter – Jahreszyklus: Winter – Tageszyklus: Nacht – Himmelsrichtung: der Norden – der Ort des Kriegers

Farbe: Schwarz und Dunkelblau – Wasser ist die Quelle von Mut und Lebensenergie. 

Hauptemotionen: Angst und Wille – Wobei diese Angst zur Sicherung des Lebens, also grundsätzlich keine pathologische Angst ist. Mut und Entschlossenheit sind Emotionen, welche dem Wasserelement zugeordnet werden.

Störungen würden sich so zeigen, dass die Angst einem daran hindert seine Träume zu leben, zum Beispiel indem die Angst vor dem Versagen, vor Armut, vor Krankheit oder Tod übermäßig vorhanden ist und zur Handlungsunfähigkeit führt. Aber auch der übertriebene Ehrgeiz, Konkurrenzverhalten und Rücksichtslosigkeit können auf eine Störung in diesem Element zurückzuführen sein. 

Die Zyklen der Fünf Elemente-Lehre

Die Fünf Elemente-Lehre hat verschiedene Zyklen, sodass die Balance innerhalb der Systeme gewährleistet werden kann. 

Der Nährungs-Zyklus beispielsweise besagt, dass jedes Element aus seinem Vorgänger erzeugt wird, welcher somit die Mutter und Grundlage für das nächstfolgende Element ist. 

Der Kontroll-Zyklus wiederum steht dafür, dass jedes Element vom vorvorigen reguliert wird, das somit als die Großmutter angesehen werden kann. Die Großmütter regulieren, dass kein Element zu stark wird und somit einem anderen die Energie raubt. 

Beide Zyklen tragen gemeinsam zur Selbstregulation der Fünf Elemente und damit zu einem gesunden, dynamischen Gleichgewicht bei.

(Bild: Lissa-Marie Seiser)

Der Nährungs-Zyklus der Fünf-Elemente

Der Zyklus der Fünf-Elemente funktioniert wie in einer harmonischen Gemeinschaft: alle Teile fördern sich gegenseitig. Das Qi (Lebenskraft) versorgt alle Bereiche mit einer Grundenergie. Nur als ein Ganzes kann ein reibungsloses Funktionieren gewährleistet werden. 

Aller Ursprung beginnt im Wasser, es ist die Lebensgrundlage. Wasser nährt das Holz, indem es dieses wachsen lässt. Selbst wird Wasser vom Metall genährt, da Metall Wasser mineralisiert. Wasser verträgt sich jedoch nicht mit dem Element Erde, da die Erde das Wasser aufsaugt und somit dessen Energie zerstört. Hingegen nimmt Wasser die Energie von Feuer auf.

Holz ist der Ursprung jedes Wachstums, wie von Pflanzen, Körper, aber auch Ideen. Holz nährt das Feuer, es brennt leicht.

Feuer steht für Motivation, Handeln und für die innere Kraft. Zum Beispiel ist es die Energie des Feuers, wenn eine Idee in die Tat umgesetzt wird. Feuer erzeugt Asche, wodurch wiederum Erde entsteht.

Erde ist das Zentrum – die Ruhe. Erde nährt Metall. Erde enthält Mineralien, welche zu Metall abgebaut werden können.

Metall ist vom Ernährungsaspekt als Mineral und Spurenelemente zu verstehen. Es ist die Energie der Weisheit. Metall nährt Wasser, da die Salze (Mineralien), welche durch das Metall repräsentiert werden, aufgelöst werden und ins Wasser zurückkehren.

So schließt sich der zyklische Kreislauf. 

Wer nun annimmt, alles unterliege in einer Absolutheit der oben beschriebenen Zirkulation, irrt. Denn die Elemente fördern sich nicht nur gegenseitig, sondern hemmen sich auch.  

Der Kontroll-Zyklus

Hemmende Wirkungen zwischen den Elementen sind ebenfalls möglich. Diese treten dann auf, wenn der Nährungs-Zyklus Schwächen hat. 

Hemmende Wirkungen haben: Wasser auf Feuer, Feuer auf Metall, Metall auf Holz, Holz auf Erde und Erde auf Wasser. 

Auch ein Übermaß eines der einzelnen Elemente kann das darauffolgende hemmen, statt fördern. Zu viel Feuer würde dann das Element Erde hemmen, welches wiederum das darauffolgende Element Metall schwächt und so weiter. Nach der Fünf-Elemente Lehre ist ebendies die Ursache von Krankheiten.

Philosophie innerhalb der fünf Elemente

Die Fünf Elemente sind eine Widerspiegelung der Beziehungen zwischen Erde, Mensch und Himmel. In der Philosophie der traditionellen chinesischen Medizin hat jedes Element eine planetarische Bezeichnung entsprechend seiner Eigenschaften. Miteingeschlossen sind ihre physischen Manifestationen im menschlichen Körper und auf der Erde. 

Der Prozess allen Lebens spielt sich grundsätzlich auf der elementaren Ebene ab. Das Holz in unserem Körper wird durch Jupiter, das Feuer durch Mars, die Erde durch Saturn, das Metall durch die Venus und das Wasser durch Merkur repräsentiert. 

Der ständige Wandel, wie das Wachstum und die körperlichen Veränderungen, stehen in direktem Zusammenhang mit der ebenfalls ständigen Bewegung der Planeten unseres Sonnensystems. 

Die Geschichte der Fünf-Elemente-Theorie

Eine gute Beobachtungsgabe zu haben wurde früher als Gottesgeschenk betrachtet. Sie war die Grundlage, um zu tieferen Erkenntnissen zu kommen.  Im traditionellen China erkannten die Menschen die Welt durch kontinuierliche Muster innerhalb der Transformation und des Wandels ihrer Umgebung. 

Ursprünglich wurden Beobachtungen mithilfe der daoistischen Lehre, der Yin-Yang-Logik, interpretiert. Demnach bilden alle Erscheinungen im Kosmos Kompositionen aus den gegensätzlichen Kräften. 

Erst später kam die Analyse durch die Fünf-Elemente-Lehre hinzu. Erstmals tauchten Überlieferungen während der Frühlings- und Herbstperiode (770-476 v. Chr.) auf.

Sie fand weite Verbreitung und wurde vor allem in der chinesischen Medizin, Philosophie, im Fengshui, in der Wahrsagerei und in den Kampfkünsten verwendet. Besonders in den Jahren der Kriegsführung und des Chaos wurde viel Wissen aus der Lehre gezogen. In dieser Zeit wurden auch die ersten Hofärzte ausgebildet. 

Studie: https://static1.squarespace.com/static/5ca820afaf4683c75a6df211/t/5e7eb845fa919e2e91236aae/1585363018530/Can+TCM+Five+Element+Theory+and+Astronomy+Patterns+be+used+to+Observe+and+Forecast+Global+Epidemic+Occurances.pdf

Quellen:

http://www.himawari-shiatsu.com/warum-shiatsu-behandlung/die-5-elemente/5-elemente-shiatsu/


[1]Der Dreifache Erwärmer ist kein Organ im Sinne der westlichen Medizin, sondern eher eine Funktionskreislauf, jener der Verdauung. Er hat drei Brennkammern: Die Atmung, die Verdauungsorgane und die Organe der Harnableitung und Erzeugung.

Lesen Sie auch: Meridiane – Im Fluss der Lebensenergie – Das Pulsieren unter der Oberfläche

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