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Entschlüsselung der chinesischen Schriftzeichen (4): 法 fa, Gesetz – Woher kommt die Kraft der heiligen Schriften?

Durch die Beschäftigung mit den heiligen Schriften und der Angleichung, sowie Reinigung seiner Gedanken, kann man zu seiner ursprünglichen Heimat zurückkehren. (Bild: 297243652, Moving Moment – stock.adobe.com)

In dem vorherigen Artikel sprachen wir von den Zusammenhängen zwischen den Schriftzeichen 寺 (si) und 法 (fa) . 

Es gibt auf zwei Ebenen einen Zusammenhang zwischen 寺 (si) und 法 (fa), die miteinander vergleichbar sind: Zum Einen kann 寺 (si) als eine staatliche Verwaltungseinrichtung die weltlichen Gesetze 法 (fa) organisieren. Zum Anderen steht 寺 (si) als buddhistisches Kloster oder Tempel ebenfalls in Verantwortung gegenüber dem 法 (fa) als Dharma (die Lehre Buddhas bzw. göttliches Gesetz).

Zwei ältere Schreibweisen für 去 (qu) ähneln Menschen

Das Schriftzeichen 法 (fa) besteht aus 氵(das Wasser)und 去(qu, weggehen). Zwei ältere Schreibweisen für 去 (qu) ähneln Menschen (siehe Bild). Diese Schreibweisen zeigen einen Menschen und seine Körperausscheidungen, die den Körper verlassen, um so im Körper Ordnung zu halten und die Funktionen beizubehalten. Das Grundelement 氵 ist das Radikal (Ein Radikal ist eine Zuordnungskomponente für chinesische Schriftzeichen, nach der man sie im Wörterbuch nachschlagen kann.) für das Schriftzeichen 法 (fa) und es weist darauf hin, dass 法 (fa) wie Wasser  eine reinigende Kraft besitzt und den Körper am Leben hält. Denn die Ordnung und die Funktionen des Körpers können nur bewahrt werden, wenn der Körper die “unsauberen” Substanzen (wie Urin, Stuhl, Erbrochenes, Schweiß…) ausstößt.

In der traditionellen chinesischen Kultur glaubte man, dass das Universum, sowie die menschliche Gesellschaft auch gewisse Ordnung und Gesetze besitzen, die dem Schöpfer entsprangen. Diesen Gesetzen müssen alle Lebewesen gehorchen, einschließlich Buddhas, Daos und anderen Gottheiten. 

Entsprachen die Buddhas, Daos oder die anderen Gottheiten dem himmlischen Gesetz nicht, wurden sie als “unrein” betrachtet. Änderten sie ihr Verhalten immer noch nicht, mussten sie schließlich von ihrem Platz als Gottheit “weggehen” und zu einem Menschen werden. Ein Mensch war folglich vielleicht ein gefallenes göttliches Wesen, das als Strafe, weil es den göttlichen Gesetzen zuwider gehandelt hatte, in die menschlichen Welt herabgesetzt wurde.  

Könnten wir Menschen gefallene Wesen göttlichen Ursprungs sein? (Bild:  107015857, Moving Moment – stock.adobe.com)

Die Menschen konnten jedoch durch die Kraft des 法 (fa, Dharma) zu ihrem göttlichen Ursprung zurückkehren. In den Religionen, im Buddhismus und Daoismus, beschäftigte man sich mit dem 法 (fa). Das 法 (fa) zeigte sich unter den Menschen als Worte der Erleuchteten und der Heiligen. Wenn man also die heiligen Schriften lernte und sich in den Gedanken und im Verhalten daran richtete, war man dabei, auf die schlechten menschlichen Gedanken, Eigenarten und Handlungen zu verzichten. Je mehr man sich dem kosmischen Gesetz angleichen konnte, je reiner man wurde, desto mehr Kraft bekam man vom Gesetz des Kosmos, sodass man allmählich zur Vollendung sowie zur Weisheit (慧 hui) und wieder zu seiner ursprünglichen Position einer Gottheit gelangte.

Im nächsten Artikel entschlüsseln wir das Schriftzeichen 慧 (hui) und erlangen damit noch mehr Weisheit.

Die Aussprache und Online Schreibübung für 法: https://stroke-order.learningweb.moe.edu.tw/mobiles/practice.rbt?word=%E6%B3%95#

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