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Führender Chemiker an Elite-Universität Harvard wegen heimlicher Zusammenarbeit mit China verhaftet

(Bild: 94453676, Moving Moment – stock.adobe.com)

Das US-Justizministerium gab am 28. Januar bekannt, dass der führende Harvard-Professor Charles Lieber aufgrund heimlicher Zusammenarbeit mit der Volksrepuplik China verhaftet wurde. Zur gleichen Zeit wurde auch die Anklage zweier chinesischer Staatsangehöriger bekannt gemacht, die sich dem Verdacht auf Spionage verantworten müssen. Alle drei Fälle spielen sich im Forschungsfeld der Nanotechnologie, Robotik und Chemie ab und verdeutlichen Chinas Bemühen, sich in diesen Gebieten ausländisches Wissen auch illegal anzueignen. 

Am 28. Januar 2020 wurde Professor Charles Lieber, 60, Vorsitzender der Abteilung für Chemie und chemische Biologie an der Harvard Universität, Cambridge, Massachusetts, von der US Bundesanwaltschaft in Boston angeklagt, Falschaussagen gegenüber der Universität gemacht zu haben.

Ihm wird vorgeworfen, im Jahr 2011 heimlich einen Vertrag mit der Technischen Universität Wuhan (WUT) unterzeichnet zu haben, um die Forschung an dieser Institution zu leiten und zwischen 2011 und 2017 — ohne Genehmigung der Harvard Universität — am umstrittenen chinesischen Tausend-Talente-Plan mitgearbeitet zu haben, welcher der Anwerbung von qualifizierten Akademikern, Forschern und Wissenschaftlern für die Arbeit in China dient. Der angesehene Wissenschaftler habe dafür Beträge in Millionenhöhe erhalten. Laut Business Insider liegen Beweise vor, dass der Harvardprofessor ein Monatsgehalt von 50.000 Dollar und jährlich mindestens 150.000 Dollar für „Lebenshaltungskosten und persönliche Ausgaben“ von der WUT erhielt. Zusätlich bekam er auch mehr als 1,5 Millionen Dollar von der chinesischen Regierung und der WUT, um ein Labor einzurichten und an der Universität forschend tätig zu sein.

Lieber ist Pionierforscher im Bereich der Nanotechnologie und erhielt dafür seit 2008 mehr als 15 Millionen Dollar Fördermittel vom US-Verteidigungsministerium und dem National Institutes of Health (NIH). Diese Finanzierung fordert jedoch die Offenlegung jeglicher Verbindungen, insbesondere finanzieller Verbindungen zu ausländischen Universitäten und ausländischen Regierungen. Liebers Täuschung führte zu einer Falschaussage der Harvard Universität gegenüber dem NIH, bezüglich seiner offiziellen Verbindung zur Technischen Universität Wuhan. Lieber bestreitet die Vorwürfe, steht gegenwärtig aber unter Arrest.

Der von der chinesischen Regierung 2008 eingeführte Tausend-Talente-Plan wird von den USA kritisch betrachtet, da man dadurch den Diebstahl von amerikanischer Forschung und geistigem Eigentum befürchtet. Ursprünglich unterstützte Lieber die Ermittlungen des FBI gegen Wissenschaftler, die Forschung in andere Länder stehlen. 

Im selben Zeitraum gab das US-Justizministerium bekannt, dass auch zwei chinesische Staatsangehörige, ebenfalls aus dem Raum Boston, der Wirtschaftsspionage beschuldigt werden und angeklagt wurden.  

Yanqing Ye, 29, eine chinesische Staatsangehörige, forscht an der Universität Boston und soll bei ihrem Antrag auf ein Visum zur Einreise in die USA gelogen haben, um zu verbergen, dass sie eine chinesische Militäroffizierin ist. Das FBI fand laut Justizkorrespondent des NPR Ryan Lucas Hinweise darauf, dass Ye über US-Militärprojekte geforscht und Informationen über zwei US-Wissenschaftler gesammelt hätte, die sich auf Robotik spezialisiert hatten. Sie wurde in einer Anklageschrift wegen Betrug beim Antrag auf ein Visum, Falschaussage, Tätigwerdens als Agentin einer ausländischen Regierung und Verschwörung angeklagt. Ye befindet sich derzeit in China. 

Im zweiten Fall handelt es sich um Zaosong Zheng, 30, ein chinesischer Staatsangehöriger, der am 10. Dezember 2019 auf dem internationalen Flughafen Logan in Boston verhaftet wurde. Zheng betrieb am Bostoner Medizinischen Zentrum Krebszellenforschung und war bei dem Versuch 21 Fläschchen mit biologischer Forschung nach China zu schmuggeln ertappt worden. Er befindet sich seit dem 30. Dezember 2019 in Gewahrsam.

Laut Luca sehe der US-Staatsanwalt von Massachusetts, Andrew Lelling, darin keinen Zufall, dass alle Fälle die Forschungsbereiche Nanotechnologie, Robotik, Chemie und biomedizinische Forschung betreffen. Er sieht darin einen kleinen Ausschnitt aus Chinas energischen Bemühungen amerikanische Technologie und Wissen auszuschöpfen und zum Vorteil der Chinesen zu nutzen. Luca ist der Meinung, dass China klassische Geheimdienstmitarbeiter, aber auch Geschäftsleute, Forscher und auch Akademiker einsetzt, um an das geistige Eigentum der USA zu kommen.

Diese drei Fälle zeigen, dass Präsident Trumps Verdacht gegenüber Chinas Diebstahl an geistigem Eigentum und empfindlicher Daten keineswegs übertrieben war.

Quellen:

Business Insider

The United States Department of Justice

NPR

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