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Gedicht: Gleich und gleich gesellt sich gern….

(Bild: iStock, 655737848/winyuu)

Franz Seraphicus Grillparzer wurde am 15. Januar 1791 in Wien geboren. Er hatte eigentlich Jura studiert, war aber zeit seines Lebens als Schriftsteller, vor allem in der Dramatik tätig. In sein breites künstlerisches Repertoire fallen Geschichtsdramen, Liebestragödien, Schicksalstragödien, Trauerspiele, Künstlerdramen, aber auch Gedichte. 

Ein wichtiges Merkmal seiner Werke ist sein Hochhalten der Traditionen. Dabei schätzte er vor allem Werte aus der Zeit der Habsburger-Dynastie, aber auch antike Tugenden. In vielen seiner Werke, wie beispielsweise Die Ahnfrau oder König Ottokars Glück und Ende, lässt er seine Helden schließlich dramatisch am Traditionsbruch scheitern.

Den in der Zeit nach dem Zerfall der Habsburger Monarchie aufstrebenden modernen „neuen ideellen“ Werten steht Grillparzer sein ganzes Leben lang sehr kritisch gegenüber.

Es ist nicht bekannt, wann Grillparzer das Gedicht Gleich und gleich geschrieben hat, obwohl die erste Zeile des Gedichtes in der deutschen Sprache zu einem sehr bekannten Sprichwort wurde. Hier nun das vollständige Gedicht, aus dem der Ausspruch „gleich und gleich gesellt sich gern“ seinen Ursprung hat. 

Gleich und gleich

Gleich und gleich gesellt sich gern,

Wer du bist, zeigt dein Begleiter;

Aus dem Knecht kennt man den Herrn,

Aus der Fahne ihre Streiter.

Was du billigst, noch so fern,

Ist nach Tagen oder Wochen

Dein, als ob du’s selbst gesprochen.

Franz Grillparzer (1791 – 1872)

Mit seinen Worten regte Grillparzer damals wie auch heute zum Nachdenken an. Wessen Nähe sollte man suchen,  wie handelt man, wenn man irgendwo der „Herr“ oder Vorbild ist und was kann man billigen, wenn es mit der Zeit zu etwas werden könnte, als hätte man sich selbst dafür eingesetzt? 

Ein ergänzender Gedankenanstoß, dass man sich mit „gleich und gleich“ nicht immer zufriedengeben muss und versuchen sollte nach Höherem zu streben und seinen Geist zu erweitern, wenn man auf einen inspirierenden, „großen“ Menschen trifft, stammt von Friedrich Hölderlin, einem deutschen Dichter aus derselben Zeitepoche: 

„Es ist erfreulich, wenn Gleiches sich zu Gleichem gesellt, aber es ist göttlich, wenn ein großer Mensch die kleineren zu sich aufzieht.“

Friedrich Hölderlin

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