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Handpflege bei häufigem Händewaschen und Desinfizieren – inklusive Rezept zum Selbermachen

Zurzeit wird vermehrtes Händewaschen und Händedesinfizieren empfohlen. Da dies aber den natürlichen Schutzfilm der Haut schädigen kann, ist eine geeignete Handpflege unverzichtbar. Erfahren Sie hier alles, was man dabei beachten muss und wie Sie eine natürliche, wirksame Handpflege selbst herstellen.

Eine kleine Handcreme – quasi „to go“ – die man immer dabei hat, ist eine wichtige Ergänzung zum Desinfektionsmittel. 

Die menschliche Haut ist von einem natürlichen Schutzfilm, dem sogenannten Hydrolipidfilm umgeben. Diese nahezu unüberwindbare Barriere dient einerseits dazu Feuchtigkeit im Inneren zu speichern und andererseits Eindringlinge von außen, wie Bakterien und Viren, abzuhalten. 

Um die Schutzbarriere der Haut nicht zu überfordern, ist regelmäßiges Händewaschen und aus gegebenem Anlass Händedesinfizieren eine Hilfe. Allerdings kann zu oft durchgeführte Handreinigung, oder die Verwendung falscher Reinigungsprodukte dazu führen, dass die Schutzbarriere zerstört wird. 

Dadurch trocknet nicht nur die Haut aus, wodurch es zu offenen, schmerzenden Stellen kommen kann, sondern auch Schadstoffe und Keime können leichter eindringen. Daher sind richtige Handpflege und die Verwendung von geeigneten Pflegeprodukten in dieser Zeit besonders wichtig.

Unsere Haut kann vor Viren schützen – wenn wir unsere Haut schützen

Viren und Bakterien vermehren sich am besten in neutralem oder basischem Milieu. Der natürliche Schutzfilm unsere Haut ist jedoch leicht sauer (pH.5.5) und ist so der erste wichtige Abwehrmechanismus.

Dieser Schutzfilm besteht aus Wasser, fettspaltenden Enzymen, Hornzellen, Talg und Schweiß.

Durch zu viel Händewaschen, Desinfektionsmittel, falscher Pflege oder ungesunder Lebensweise, sowie mit vorschreitendem Alter, wird der Schutzfilm schwächer und basischer. Dadurch kommt die Hautbarriere aus dem Gleichgewicht. 

„Ist die Hautbarriere im Ungleichgewicht, bemerkt man dies durch auftretende Störungen: trockene oder schuppige Haut, Hautirritationen, Unreinheiten und Rötungen, Spannungsgefühle bis hin zu Juckreiz oder erhöhte Empfindlichkeit der Haut. Eine geschwächte Hautbarriere kann langfristig sogar dazu führen, dass die Haut auf bestimmte Inhaltsstoffe allergisch reagiert.“, erklärt die Chemikerin Dr. Mandy Hecht, CEO von CodeCheck für Lebensmittel und Kosmetik. 

Während Konservierungsmittel, Duftstoffe, Mineralöle oder Alkohol – meist der Hauptbestandteil von Desinfektionsmitteln – den Schutzfilm der Haut schädigen können, gibt es auch gute Möglichkeiten ihn zu schützen. 

So schützen beispielsweise Glycerin, wie es in qualitativen Desinfektionsmittelneingearbeitet ist, Ceramide oder natürliche Fette und Öle die natürliche Hautbarriere. 

Richtige Handpflege 

Bei Handpflege, vor allem bei häufigem Händewaschen und Desinfizieren, gibt es wichtige Punkte zu beachten:

* Beim Händewaschen selbst ist es wichtig, das verwendete Reinigungsprodukt immer gründlich abzuspülen.

* Lauwarmes, kein heißes Wasser benutzen.

* Wenden Sie Desinfektionsmittel auf Alkoholbasis mindestens 30 Sekunden an, damit der rückfettende Effekt erzielt wird.

* Pflegende Cremen mehrmals täglich verwenden, mit hohem Fettanteil oder mehrphasigem Emulsion System (W/O/W-Emulsion), wie z.B. das im Pflegebereich häufig verwendete Produkt Stokoderm® aqua sensitive. 

Rezept zum Selbstmachen:

Aber es ist auch einfach zuhause selbst eine natürliche, wirksame Handpflege herzustellen.

Für 100 g Calendula-Handbutter benötigen Sie:

65 g Sheabutter (kann auch durch Kokosöl ersetzt werden)

25 g Kakaobutter

8 g Calendulaöl (Ölauszug aus Ringelblumen, kann fertig im Reformhaus gekauft werden, oder einfach selbst hergestellt werden: Für ungefähr 10 g Calendulaöl einfach 2 g getrocknete Ringelblumenblüten in 20g raffiniertem Olivenöl für 20 Minuten auf maximal 70°C erwärmen und anschließend die Blüten abseihen und auspressen. Das gewonnene Öl kann direkt verwendet werden.)

5 Tropfen Carotinöl (bei Bedarf, es enthält Vitamin E, das die Haut zusätzlich pflegt und die Creme länger haltbar macht)

Zusätzlich benötigen sie:

1 großen und 1 kleinen Topf, um ein Wasserbad zu bereiten

1 Schüssel (inklusive Salbenspatel oder Kochlöffel zum Rühren)

1 Gefäß für die fertige Creme (Glas, Kunststoff)

Herstellung:

  1. Sheabutter und Kakaobutter zusammen in den kleinen Topf geben und im Wasserbad auf den Herd geben. Auf 60-70°C erhitzen bis beide Bestandteile aufschmelzen. Dabei ist es wichtig darauf zu achten, dass die Bestandteile nicht zu stark erhitzt werden, da sie sich ansonsten beim Abkühlen nicht mehr verfestigen können. Das Gemisch sollte immer trüb bleiben. Ist es vollkommen klar geschmolzen, war die Temperatur zu hoch. 
  2. Das Gemisch aus dem Wasserbad nehmen, in die Schüssel umfüllen und gut verrühren
  3. Calendulaöl zum noch warmen Gemisch hinzufügen und gut einrühren
  4. Die noch flüssige Masse in das Gefäß für die fertige Creme füllen

Die hergestellte Creme ist eine reichhaltige Pflege, die strapazierte Haut beruhigt und gegen rissige Hautstellen hilft. 

Tipp: Wenn man die Creme in mehrere kleine Gefäße abfüllt, kann man sie leicht mitnehmen und hat unterwegs immer eine Handpflege dabei. 

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