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Ingwer: Der gesundheitliche Nutzen der Wunderknolle – Teil 1

(Bild: iStock)

Ingwer ist aus der gesunden Küche kaum mehr weg zu denken. Doch neben ihrem schärfenden Effekt für Currys und andere würzige Speisen ist die Wunderknolle auch für ihre heilende Kraft bekannt. Ingwer ist nicht nur allgemein gut für die Gesundheit, sondern auch nützlich bei der konkreten Behandlung bestimmter Beschwerden. Er kann entzündungshemmende, antibakterielle, antivirale und andere gesundheitsfördernde Eigenschaften haben. 

Reduzierung von Gasen und Verbesserung der Verdauung

Mehrere Studien haben die Auswirkungen von Ingwer auf die Bildung von Verdauungsgasen untersucht. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass Enzyme im Ingwer dem Körper helfen können, diese Gase aufzubrechen und auszustoßen. Dadurch wird eine Linderung der Beschwerden, wie Blähungen, bewirkt. 

Ingwer scheint auch positive Wirkungen auf die für die Verdauung wichtigen Enzyme Trypsin und Pankreaslipase zu haben. Darüber hinaus kann die Wurzel zu einer gesteigerten Darmbewegung (Peristaltik) beitragen, wodurch Verstopfungen  gelindert oder verhindert werden können.

Linderung von Übelkeit

Untersuchungen zeigen, dass Ingwer morgendliche Übelkeit oder Übelkeit nach Krebsbehandlungen verringern kann. Eine Studie aus dem Jahr 2010 untersuchte die Auswirkungen auf die Übelkeit bei 60 Kindern und jungen Erwachsenen, die sich einer Chemotherapie unterziehen mussten, wenn zusätzlich Ingwerwurzelextrakt gegeben wurde. Die Analyse zeigte, dass das Ergänzungsmittel bei den meisten Personen (75,7 Prozent), die es einnahmen, zu einer Verringerung der Übelkeit führte. Die Autoren einer Überprüfung der Studie kamen zu ähnlichen Schlussfolgerungen. Sie berichteten, dass die Einnahme einer geteilten Tagesdosis von 1.500 Milligramm Ingwerextrakt half, die Symptome der Übelkeit zu lindern. Die Autoren sprachen auch von der Wichtigkeit weiterer Studien an Menschen, um die Auswirkungen von Ingwer auf Übelkeit und andere gastrointestinale Probleme vollständig zu verstehen.

Behandlung einer Erkältung oder Grippe

Viele Menschen verwenden Ingwer, um sich von einer Erkältung oder Grippe zu erholen. Im Jahr 2013 untersuchten Forscher die Auswirkungen von frischem und getrocknetem Ingwer auf ein Atemwegsvirus in menschlichen Zellen. Die Ergebnisse deuteten darauf hin, dass frischer Ingwer zum Schutz der Atemwege beitragen kann, während getrockneter Ingwer nicht die gleiche Wirkung hatte. Ebenfalls im Jahr 2013 wurde in einer kleinen Studie die Popularität von pflanzlicher Medizin als Erkältungs- oder Grippebehandlung untersucht. Nach einer Befragung von 300 Apothekenkunden an zwei verschiedenen Orten, stellten die Forscher fest, dass 69 Prozent der Befragten pflanzliche Arzneimittel verwendeten und dass die meisten dieser Gruppe diese für wirksam hielten. 

Ein traditionelles Mittel aus Ingwer zur Stärkung des Immunsystems in der Erkältungszeit ist die „Goldene Milch“.

Hilfe zur Schmerzlinderung

In einer Studie zum Thema Schmerzlinderung, an der 74 Freiwillige teilnahmen, fanden Forscher heraus, dass eine tägliche Dosis von 2 Gramm rohem oder erhitztem Ingwer die durch körperliche Anstrengung verursachten Muskelschmerzen um etwa 25 Prozent reduzierte. Eine 2016 verfasste Rezension von Studien zu diesem Thema kam zu dem Schluss, dass Ingwer auch dazu beitragen könnte, Dysmenorrhoe – Schmerzen kurz vor oder während der Menstruation – zu reduzieren. Die Autoren räumen jedoch ein, dass die eingeschlossenen Studien oft klein oder von unzureichender klinischer Qualität waren.

Entzündungen reduzieren

Eine Gruppe von Forschern kam zu der Schlussfolgerung, dass die orale Einnahme von Ingwer „in bescheidenem Maße wirksam und sicher“ für die Behandlung von Entzündungen bei Arthrose ist. Sie stellten jedoch fest, dass die in ihrer Meta-Analyse enthaltenen Datenmengen klein sind und möglicherweise nicht die Allgemeinbevölkerung repräsentieren. Mittlerweile bestätigt eine 2017 durchgeführte Bewertung von 16 klinischen Studien, dass die phytochemischen Eigenschaften von Ingwer Entzündungen bekämpfen können. 

Unterstützung des Herz-Kreislauf-Systems

Es gibt einige Hinweise darauf, dass Ingwerextrakt bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen helfen kann. So wurde beispielsweise in einem Bericht festgestellt, dass eine Dosierung von 5 Gramm oder mehr, eine signifikante, vorteilhafte Thrombozytenaggregationshemmung bewirken kann. Das bedeutet, dass die Verklumpung von Blutplättchen (Thrombozyten) und somit die Bildung von gefährlichen Thrombosen (Blutgerinnsel) verhindert werden kann. Die Autoren weisen aber darauf hin, dass an vielen Untersuchungen, die in ihre Analyse einbezogen wurden, keine menschlichen Teilnehmer beteiligt waren oder dass die Teilnehmerzahlen zu gering waren, um zuverlässige Ergebnisse zu gewährleisten. Sie seien dennoch der Meinung, dass sich Ingwer, mit weiteren Untersuchungen, als eine sichere Form der Behandlung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen erweisen könnte. 

Ingwer kann aber noch mehr: Wie Ingwer auch unterstützend für eine Gewichtsabnahme eingesetzt werden kann und wie man die Wunderknolle am besten gleich selbst zu Hause anbaut, erfahren Sie im Teil 2 des Artikels.

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