Interview mit Ching-Wei Kang, Chefin des Oh! Matcha in Graz

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Tipp: Außer der klassischen Variante , kann man den mit Wasser angerührten Matcha auch mit veganen Milchsorten veredeln. Dabei eignen sich zum Beispiel Sojamilch, Mandelmilch, Hafermilch, Vanille-Sojamilch oder Reismilch. Keinesfalls darf aber Kuhmilch verwendet werden. Dadurch werden die Antioxidantien im Matcha, sowie der Geschmack zerstört. Der Tee nimmt dann einen Heu-ähnlichen Geschmack, anstelle des milden, süßlichen Geschmacks an.

VT: Während Matcha in Japan ja schon eine lange Tradition hat, kennt man Zubereitungen aus dem grünen Teepulver hier im Westen erst seit Kurzem. Für alle die Matcha noch nicht kennen, warum sollte man diese Variante des Tees unbedingt kennenlernen?

K: Für alle die Matcha noch nicht kennen, ist es sehr empfehlenswert diesen besonderen und hochwertigen Tee einmal auszuprobieren. Bei der Matcha-Ernte darf nur das allerbeste zarte Blattgewebe, ohne Blattrippen, verwendet werden. Nach sorgfältiger Trocknung wird es mit Granitstein-Mühlen zu feinstem Pulver vermahlen. Daher bleiben alle Inhaltsstoffe unbeschadet erhalten und man nimmt beim Tee trinken das komplette Blatt zu sich. Daher ist die Wirkung außergewöhnlich und auch der Geschmack kann nicht mit herkömmlichen Teesorten verglichen werden.

Wir, die Betreiber vom Oh!Matcha, kennen Matcha schon sehr lange und überlegten und planten schon seit Jahren die Umsetzung eines Teehauses in Graz. Ich habe in Wien gelebt, wo ich traditionelle asiatische Teehäuser gesehen habe, die gerne besucht wurden. Graz ist in dieser Hinsicht noch ein bisschen zurückhaltender, weshalb wir auch lange überlegt haben, wie wir das Teehaus gestalten könnten, um Graz diese besondere Teekultur ein bisschen näher zu bringen.

VT: Seit wann hast du dich für Matcha begeistert und wie hast du die traditionelle Zubereitungsweise gelernt?

K: Richtig begeistert habe ich mich für Matcha in der Zeit meines Studiums. Ich habe Jura studiert, wofür man viel auswendig lernen muss und viel Konzentration braucht. Dafür war Matcha-Tee eine große Hilfe und ein perfekter Kaffeeersatz, da die Wirkung von Matcha vergleichsweise viel länger anhält. Zudem fühlt man sich nach dem Trinken zwar wach, aber nicht nervös, sondern entspannt.

Während ich dann in verschiedenen Büros arbeitete, blieb ich Matcha treu und wechselte schließlich den Beruf, weil das Teehaus für mich eine Kombination aus Freude und Entspannung ist, die den Stress aus dem Alltag wegnimmt.

Die traditionelle Zubereitung haben wir uns bei der Auswahl eines für uns passenden Matcha-Lieferanten mit hoher Qualität (Anmerkung: KEIKO – Japanese Premium Green Tea) angeeignet, als wir diesen vor Ort besucht haben.

VT: Das Oh!Matcha ist eine Mischung aus Tradition und modernen Elementen – wie bringst du diese beiden Gegensätze für dich in Einklang und warum ist es für dich wichtig die traditionellen Elemente mit einzubringen?

K: Zum einen in der Einrichtung des Teehauses, wo wir traditionelle Elemente mit modernem Design verbinden, aber auch bei der Teezubereitung.

Die Gegensätze und Mischung zwischen Tradition und modernen Elementen beim Oh!Matcha vereinbaren wir derart, dass wir jedes einzelne Matcha-Getränk, das bei uns bestellt wird, mit dem Bambusbesen anrühren und aufschäumen. Es ist uns wichtig, dass unsere Kunden, die Matcha zu Hause trinken wollen, auch den Bambusbesen erhalten, den man bei uns sehr preiswert in Kombination mit dem traditionellen Matcha-Geschirr erwerben kann, da wir sehr viel Wert auf diesen wichtigen traditionellen Zubereitungsschritt legen.

Der Bambusbesen ist neben der Auswahl des richtigen Matchas ein wichtiges Element für einen gelungenen Matcha-Tee. Diese Besen werden von Hand hergestellt. Die Bambusbesen, die wir verwenden, haben 80 Borsten, was die älteste Variante ist. Ohne die Verwendung des „Chasen“ (das japanische Wort, bedeutet so viel wie „kleiner Bambusbesen zum Schlagen des Tees bei der Teezeremonie“) ist es nicht möglich den fein strukturierten Schaum beim Matcha-Tee hinzubekommen. Dieser Schaum ist für den milden, angenehmen Geschmack von Matcha besonders wichtig.

VT: Warum wird Bambus als Material für die Matcha-Zubereitung verwendet?

K: Sowohl Löffel als auch Rührbesen sind aus Bambus, da dieses Material keinen Geschmack oder Geruch annimmt oder abgibt. Metall zum Beispiel würde den Matcha-Geschmack beeinflussen und darf daher nicht direkt mit dem Pulver in Kontakt kommen.

Ein weiterer Vorteil des Bambusbesens ist, dass selbst beim kräftigen Rühren des Tees, keine Kratzer bei den Matcha-Schalen entstehen können. Die traditionellen Matcha-Schalen (Chawan) sind alle handgemacht und manchmal auch sehr wertvoll.

VT: Die innere Haltung spielt bei der asiatischen traditionellen Teekultur eine große Rolle. Versuchst du das in deinen Berufsalltag einzubinden?

K: Eine wirklich traditionelle Teezeremonie dauert um die zwei Stunden. So eine ausgedehnte Zeremonie ist hier im Alltag mit vielen Gästen nicht möglich. Aber ich versuche immer darauf zu achten, egal wie viel Stress es gibt, Ruhe und Freundlichkeit zu bewahren. Ich versuche auch bei vollem Haus jedem Gast ein bisschen über die gewählten Tees zu erzählen. Zudem wird auch bei vielen Bestellungen natürlich jeder einzelne Matcha im Chawan mit Chasen angerührt.

VT: Wusstest du, dass Tee in Österreich zwar sehr beliebt ist, aber 95% der Österreicher ihren Tee meistens nur mit Teebeuteln zubereiten? Was sagst du dazu und warum sollte man über den „Teebeutelrand“ hinausschauen?

K: Es würde uns sehr freuen, wenn passionierte Teetrinker in Österreich eine andere Version von Tee kennenlernen, da Matcha im Vergleich zu Teebeutel, nicht nur ein Aufguss von getrockneten Teeblätter ist. Die wortwörtliche Übersetzung von Matcha bedeutet „gemahlener Tee“ und somit konsumiert man bei einem Matcha, das gesamte Teeblatt mit allen wertvollen Inhaltsstoffen.

Man sagt der Gehalt der Inhaltsstoffe von einer Tasse Matcha-Tee ist so hoch wie die von 10 Tassen herkömmlichen grünen Tee.

VT: Abgesehen von Matcha – den man unbedingt probieren sollte – welche traditionellen Highlights gibt es im Oh!Matcha sonst noch zu entdecken?

K: Abgesehen vom händisch aufgeschäumten Matcha-Tee, bieten wir im Oh!Matcha auch täglich frisch zubereitetes Essen an, das traditionell zum Tee serviert wird. Zum Beispiel in Noriblätter eingewickelten, verschieden gefüllten Sushireis und gedämpfte Teigtaschen in vielen Variationen.

VT: Was wünscht du dir, dass deine Gäste nach dem Teetrinken aus dem Oh!Matcha mit nach Hause nehmen?

K: Ich wünsche mir, dass alle Gäste mit den Eigenschaften von Matcha nachhause gehen – belebt und entspannt zugleich.

Thank you so MATCHA für dieses Interview im Namen des VisionTimes Teams!

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