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Korruptionsvorwürfe gegen WHO: Beziehung zu China wichtiger als Weltgesundheit?

Starker Gegenwind für WHO und deren Vorsitzenden Tedros Adhanom Ghebreyesus nach Umgang mit Corona-Pandemie. (Bild:327224709, Moving Moment – stock.adobe.com)

Die Vorwürfe gegenüber der Weltgesundheitsorganisation (WHO) werden immer lauter. Ihr wird vorgeworfen, Informationen zurückgehalten und im Rahmen der aktuellen Pandemie Fehlinformationen verbreitet zu haben. Manche unterstellen der WHO, dass ihr weniger der Schutz der Gesundheit am Herzen liege, als mehr die Interessen der Pharmaindustrie und weiterer Geldgeber, welche entscheidenden Einfluss auf die Empfehlungen und Aktivitäten der WHO ausüben. Besonders der Einfluss Chinas rückt durch die Corona-Krise mehr und mehr in den Mittelpunkt.   

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO), und vor allem ihr Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus, muss sich derzeit heftiger Kritik bezüglich ihres Umgangs mit der Corona-Krise stellen.

Falsche Informationen zu Beginn der Pandemie seitens der WHO

Präsident Donald Trump etwa wirft der WHO vor, vor allem zu Beginn der Pandemie falsche Empfehlungen gegeben zu haben, wie etwa die Grenzen zu China nicht zu schließen. China hat in den ersten Wochen vor allem versucht, den Ausbruch zu vertuschen, anstatt Maßnahmen zur Eindämmung zu setzen und transparente Zahlen zu liefern. Doch der Direktor der WHO, Tedros Adhanom Ghebreyesus, wurde dennoch nicht müde, China mehrmals für sein schnelles und transparentes Handeln öffentlich zu loben. Eben diese Beziehung der WHO zu China und der Einfluss des chinesischen Regimes auf die Organisation wird zur Zeit besonders unter die Lupe genommen.

Präsident Trump ließ mittlerweile die Zahlungen an die WHO bis zur Prüfung ihrer Rolle zu Beginn der Pandemie einstellen. Die USA war zuvor mit Beiträgen von über 400 Millionen Euro im vergangen Jahr der größte Geldgeber der WHO.

Chinas Einfluss auf die WHO

Der Einfluss Chinas auf die WHO zeigt sich zum Beispiel im Umgang mit Taiwan. Aufgrund der „Ein-China“-Politik der Kommunistischen Partei Chinas (KPCh), wurden dem eigenständigen Inselstaat Taiwan wichtige Informationen zu Covid-19 vorenthalten und deren Anfragen ignoriert.

Taiwan erhält von der WHO seit einigen Jahren keine Informationen auf direktem Wege.

Bis 2016 durfte der Inselstaat noch als Beobachter an dessen Sitzungen teilnehmen, seit 2017 wird ihm auf Druck der KPCh jedoch jegliche Teilnahme verweigert.

Umgekehrt wurden die Warnungen Taiwans, die bereits am 31. Dezember an die WHO meldeten, dass das Virus von Mensch zu Mensch übertragbar sei, nicht ernst genommen. Taiwan berief sich hierfür „nur“ auf Berichte chinesischer Ärzte, was der WHO anscheinend zu wenig war. China bestätigte die Übertragung von Mensch zu Mensch erst am 20. Januar.

Sitz der Weltgesundheitsorganisation in Genf, Schweiz. (Bild: iStock)

Als aussagekräftiges Beispiel dafür, wie stark die WHO versucht, Konflikte mit der chinesischen Regierung zu vermeiden, ist das TV-Interview von Bruce Aylward mit dem Sender RTHK aus Honkong zu nennen. Der Kanadier war der Leiter des WHO-Teams, das im Februar nach Wuhan reisen durfte, um sich vor Ort ein Bild von der Lage zu machen. In dem besagten Interview Ende März wurde er gefragt, wie die WHO zu einer Aufnahme Taiwans als Mitgliedsstaat stehe. Dies wird dem Inselstaat bis dato verweigert, weil Peking ihn als abtrünnige Provinz ansieht. Die Reaktion Aylward beinhaltete alle Facetten des Ausweichens. 

Zuerst behauptete er, nach langem Schweigen, die Frage nicht gehört zu haben, wollte sie dann aber überspringen. Die Journalistin wiederholte jedoch die Frage, woraufhin die Verbindung gänzlich abbrach. Nach erneuter Kontaktierung und der Frage wie die WHO den guten Umgang Taiwans mit der Krise beurteile, wich Aylward erneut aus indem er diesbezüglich viele Regionen Chinas lobte.  

Die KPCh entscheidet wer was zu sehen bekommt

Diesen besagten Besuch der WHO in China am 22. Februar, an dem Bruce Aylward beteiligt war, bezeichnet die österreichische Sinologin Susanne Weigelin-Schwiedrzik, laut Wiener Zeitung sowieso als „sehr interessant“. Ihrer Meinung nach wurden hier nicht die ausgewiesenen Ostasien-Experten der WHO nach Wuhan entsandt, sondern eine Delegation von Leuten, die „eher wenig Ahnung von China hatten“.

„ Das ist eine ganz typische Vorgangsweise der chinesischen Seite, dass bei solchen Delegationen nur bestimmte Leute zugelassen werden“, so die Sinologin. Man vermeide Personen in das Land zu lassen, die chinesisch sprechen und durch ihre Erfahrung erkennen könnten, ob ihnen die Realität oder vorgetäuschte, beschönigte Szenen gezeigt werden. 

Die COVID-19-Zahlen von Taiwan, wie auch von Hongkong, werden übrigens gemeinsam in einer Zahl mit dem Festland China genannt, wodurch jedoch ein verzerrtes Bild der Realität vermittelt wird. Denn Taiwan und Hongkong haben es trotz geographischer Nähe zu China, gerade durch den kritischen Umgang mit den Zahlen der KPCh, geschafft, einen großflächigen Ausbruch zu verhindern und weisen erstaunlich geringe Infektionszahlen auf.

Dabei kann man berücksichtigen, dass die WHO darum bemüht ist, Konfrontationen mit ihren Mitgliedsstaaten zu vermeiden. Die finanziellen Mitteln der Organisation hängen stark von Spenden ab. Ohne gute Beziehung zu den Mitgliedsstaaten hätte es die WHO zudem auch schwerer an Informationen aus den jeweiligen Ländern zu kommen, auf die sie jedoch angewiesen ist. 

Nun steht aber der Generaldirektor der WHO selbst, Tedros Adhanom Ghebreyesus, gesondert unter Kritik.

Schwere Vorwürfe gegen Vorsitzenden der WHO

2017 trat Tedros, wie er sich selbst gerne vorstellt, als erster Afrikaner das Amt des WHO-Chefs an. Der Äthiopier, der sich die Reformierung der Organisation und den erleichterten Zugang zu medizinsicher Versorgung für die armen Bevölkerungsgruppen zum Ziel setzte, steht nun nicht nur für seinen chinafreundlichen Kurs in Kritik. 

Tedros Adhanom Ghebreyesus ist seit 2017 Direktor der WHO.
ITU Pictures from Geneva, Switzerland, Tedros Adhanom Ghebreyesus – AI for Good Global Summit 2018 (40316994230) (cropped)CC BY 2.0

Auch seine dunkle Vergangenheit lässt Sympathien von Seiten des chinesischen Regimes vermuten und Zweifel an seiner Qualifikation aufkommen. Tedros ist ein ehemaliges hochrangiges Mitglied der Tigray People’s Liberation Front (TPLF), einer gewalttätigen revolutionären marxistisch-leninistischen Partei in Äthiopien, die 1991 an die Macht kam. 

Diese Organisation, vordergründig für die Selbstbestimmung der Tigray-Ethnie gegründet, wurde in den neunziger Jahren von der amerikanischen Regierung als terroristisch eingestuft und wird auf der Global Terror Database immer noch als solches geführt. So verweigerte die TPLF etwa der ethnischen Gruppe der Amhara, da sie der Oppositionspartei zugehörig waren, medizinische Notversorgung. Das dafür verantwortliche Gesundheitsministerium wurde damals von Tedros Adhanom Ghebreyesus geleitet.

Die Aktivistengruppe Amhara People´s Union in New York hat viele weitere Anschuldigungen gegen die von der TPLF geführten Regierung erhoben. So stellte sie etwa fest, dass die Geburtenrate in der Region Amhara im Vergleich zu anderen Regionen deutlich niedriger war und dass zwei Millionen Amharen, einer anschließenden Volkszählung zufolge, „verschwunden“ waren.

Auch wenn unter Tedros Führung tausende Gesundheitszentren in Äthiopien eröffnet wurden und eine starke Senkung der Sterblichkeitsraten mancher Krankheiten erreicht werden konnte, werden gewisse Vorgehensweisen scharf kritisiert. Beispielsweise fiel es in Tedros Amtszeit als Gesundheitsminister von Äthiopien, als man das Regime beschuldigte, Cholera Ausbrüche in den Jahren 2006, 2009 und 2011 zu vertuschen. Ghebreyesus spielte die Epidemien damals als „wässrigen Durchfall“ herunter.

„Internationale Organisationen wurden unter Druck gesetzt, es nicht als Cholera zu bezeichnen, obwohl die UNO die Infizierten testete und Cholera feststellte, und wurden von Regierungsangestellten unter Druck gesetzt, die Zahl der Infizierten nicht bekannt zu geben.“, wie John Martin auf Rough Estimate aufdeckt. 

Nachdem Ghebreyesus 2012 zum Außenminister Äthiopiens ernannt worden war, wurden Dissidenten und Journalisten im ganzen Land einem brutalen Vorgehen der Regierung ausgesetzt. Einige veranlasste das dazu, ins nahe gelegene Jemen ins Exil zu fliehen.

Er war persönlich dafür verantwortlich, die Auslieferung dieser Dissidenten an Äthiopien auszuhandeln, von denen einige anschließend inhaftiert und gefoltert wurden.

Nachdem Ghebreyesus Generaldirektor der WHO wurde, ernannte er den Massenmörder und Diktator Robert Mugabe (Zimbabwe) zum „Botschafter des guten Willens“ und verteidigte gleichzeitig den kenianischen Präsidenten Uhuru Kenyatta, unter dessen Regierung 1.300 Menschen nach manipulierten Wahlen getötet wurden. Nach internationalen Protesten legte Mugabe sein Ehrenamt wieder ab. «Mit der Ernennung [Mugabes] beglich er [Tedros] eine politische Rechnung gegenüber China, einem langjährigen Verbündeten Mugabes», zitiert Die Weltwoche die Sunday Times, welche sich auf diplomatische Quellen stützt.

Lobbying für Tedros aus China

Laut Berichten von The Sun, sollen sich Diplomaten der KPCh stark für Tedros als neuen WHO-Chef eingesetzt haben. Weil Äthiopien bei China hoch verschuldet ist, konnte die KPCh davon ausgehen, dass Tedros ihnen wohl gesonnen sein würde. So soll Geld aus Peking unter anderem durch Hilfspakete an ärmere Länder geflossen sein, die im Gegenzug Ghebreyesus Nominierung für den WHO Vorsitz unterstützten.

Diesen Lobbyismus scheint der heutige WHO-Chef nicht vergessen zu haben. Seine Empfehlungen zur Eindämmung der Covid-19-Pandemie, stützten sich vollständig auf die Berichte aus China, dessen Regime er wiederholt im Umgang mit der Pandemie lobte.

Diese Empfehlungen, wurden von zahlreiche Regierungen weltweit als Grundlage für die Entwicklung ihrer Maßnahmen herangezogen. Die Konsequenzen dieser falschen Empfehlungen und Vertuschungen müssen alle Menschen weltweit nun tragen. 

Die Frage bleibt, ob sich die Staatsoberhäupter der Welt darüber im Klaren sind, wem sie die Weltgesundheit anvertrauen? 

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