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Muttertag – ein Festtag zu Ehren aller Mütter

Last updated on 3. Juni 2021

(Bild: iStock 1136478074/http://www.fotogestoeber.de)

Muttertag wird in irgendeiner Form fast auf der ganzen Welt gefeiert. Wo finden wir seine Ursprünge und warum wurde seine Gründerin auch zu seiner heftigsten Bekämpferin?

Mütter werden in fast allen Ländern der Welt an einem bestimmten Tag im Jahr besonders gefeiert – dem Muttertag. Traditionell wird ihnen an diesem Tag mit Blumen, Gedichten, Selbst-Gebasteltem oder anderen Geschenken für ihren Einsatz gedankt. Im deutschsprachigen Raum und den USA fällt er jährlich auf den 2. Sonntag im Mai. In vielen anderen Ländern wird er jedoch an anderen Tagen gefeiert, wie z. B. in Großbritannien am 4. Fastensonntag oder in Frankreich und Schweden am letzten Sonntag im Mai. 

Ursprung des Muttertags

Wollen wir den Ursprung des Muttertags erkunden, führen die ersten Spuren in die Zeit um 250 v. Chr. zurück, in der die antiken Griechen ein Fest für die Mutter des Zeus, der Göttin Reha, feierten. Sie wurde als Göttin der Fruchtbarkeit und Mutterschaft verehrt und als Zeichen der Dankbarkeit für das Leben auf Erden wurden ihr Opfergaben und Geschenke dargebracht.

Ann Maria Reeves Jarvis

Die nächsten Hinweise führen nach England in die Zeit von Heinrich III (1216-1239). Er etablierte den sogenannten „Mothering Day“. Dieser Tag, der 4. Fastensonntag, hatte religiöse Hintergründe und wurde der „Mutter Kirche“ gewidmet. Die ganze Familie traf sich und ging zur Kirche, später wurden auch die Mütter geehrt und ihnen kleine Geschenke und Blumen überreicht oder ein „Mothering cake“ gebacken. 

Auch der französische Herrscher Napoleon wollte Anfang des 19. Jahrhunderts einen offiziellen Tag zu Ehren der Mütter einführen. Doch nach seinem Sturz 1815 wurde dieses Vorhaben nie umgesetzt. 

Der Muttertag, so wie wir ihn heute feiern, hat seinen Ursprung in den USA. Er wurde von Anna Marie Jarvis, der Tochter von Ann Maria Reeves Jarvis, ins Leben gerufen, nachdem diese am 9. Mai 1905 verstarb. Ann Maria Reeves Jarvis gründete 1865 die Mütterbewegung „Mothers Friendship Day“ und setzte sich während des amerikanischen Bürgerkrieges für den Frieden und Zusammenhalt der Mütter ein. Sie sammelten Spenden, organisierten Haushaltshilfen und Medizin um diese unter den Notleidenden zu verteilen und beschafften Hilfsgüter für Soldaten beider Seiten. 

Ann Maria Reeves Jarvis war es ebenso wichtig, die die schlechten hygienischen Verhältnisse zu bekämpfen, die zu einer hohen Kindersterblichkeit führten und engagierte sich in der Gesundheitsförderung für Frauen. 

Gedenkfeier für das Lebenswerk ihrer Mutter

Ihre Tochter Anna Marie Jarvis hatte eine tiefe Verbindung zu ihrer Mutter und wollte einerseits ihr Schaffen und Wirken in Erinnerung behalten und andererseits dazu aufrufen, alle Mütter bereits zu Lebzeiten zu ehren. Am Sonntag nach dem zweiten Todestag ihrer Mutter, veranstaltete Anna Jarvis für diese in Grafton einen Gedenkgottesdienst. Bereits ein Jahr später hielt man wiederum am 2. Maisonntag eine Andacht für alle Mütter ab. 

Anna Marie Jarvis

In Erinnerung an ihre Mutter ließ Jarvis damals vor der Kirche 500 rote und weiße Nelken, die Lieblingsblume ihrer Mutter, an die Besucher austeilen. Die Roten sollten die lebenden und die Weißen die verstorbenen Mütter ehren. Diese Tradition hat sich bis heute erhalten. Die Idee des Muttertags verbreitete sich vor allem durch Jarvis großen Einsatz rasch weiter. Bereits 1909 feierte man in 45 Staaten der USA den Muttertag und 1914 wurde er erstmals als nationaler Feiertag in Amerika begangen. 

Großbritannien ließ den „Mothering Day“ am 4. Fastensonntag als Muttertag wieder aufleben und weitere Länder folgten. In Deutschland wurde der Muttertag vom Verband Deutscher Blumengeschäftsinhaber gefördert und 1922 erstmals gefeiert. In Österreich wurde er schließlich 1924 von der Mutter des damaligen Bundespräsidenten, Marianne Hainisch – Begründerin der Frauenbewegung in Österreich – eingeführt. 

In der Zeit des Nationalsozialismus wurde der Muttertag jedoch für Propagandazwecke missbraucht. Mütter, die viele Kinder zur Welt brachten und sich ganz der Familie widmeten, wurden mit dem sogenannten Mutterkreuz ausgezeichnet, da diese ganz dem nationalen Idealbild einer Frau entsprachen und den „arischen Nachwuchs“ fördern sollten. So wurde der Muttertag 1933 in den „Gedenk- und Ehrentag der deutschen Mütter“ umbenannt. Nach Ende des Krieges schaffte man diesen Tag wieder ab. 

Der Wert des Muttertages

Die echte persönliche Wertschätzung der Mutter dürfte heute laut einer 2014 gemachten Umfrage in Österreich auch nicht der Hauptgrund dafür sein, die Mutter an dem besagten Tag zu beschenken. An erster Stelle folgen viele aus Sorge, sonst jemanden zu kränken, einfach der Tradition wegen und ein Viertel der Befragten könne auf den Muttertag auch verzichten.

Viele stehen der starken Kommerzialisierung des Muttertages skeptisch gegenüber. An dieser begann sich auch die Gründerin Anna Marie Jarvis bereits in den 1920er-Jahren zu stoßen. Gemeinsam mit ihrer Schwester versuchte sie die ideellen Werte dieses Gedenktages zu bewahren. Als ihr dies nicht gelang, versuchte sie mittels rechtlicher Schritte und unter Einsatz ihres ganzen Vermögens den Muttertag sogar wieder abzuschaffen. Dies gipfelte 1923 in ihrer Festnahme, nachdem sie eine Muttertagsfeier störte. 

Im Andenken an ihre Mutter, die sich unermüdlich für andere Menschen engagiert hatte, wollte Jarvis eigentlich einen Tag etablieren, an dem Frauen für mehr Solidarität, soziale Dienste und für den Frieden werben – also einen Tag der Wohltätigkeit. 

Das Mütterliche, das Gebende und Nährende – Eigenschaften, die jeder Frau innewohnen – wie dies z. B. auch die Yin und Yang Lehre aus dem Osten vermittelt, sind in unserer schnellen und herausfordernden Zeit oft schwierig zu leben. Dennoch sind sie für ein harmonisches Zusammenleben, egal, ob in der Familie, Partnerschaft oder im beruflichen Leben, von großer Wichtigkeit.

Auch wenn sich das Rollenbild der Mutter in der Gesellschaft seit den Ursprüngen des Muttertags sicherlich verändert hat, gebührt auch heute allen Frauen für Ihre Mühen im Alltag Dank und Anerkennung.

In diesem Sinne wünschen wir allen Frauen und Müttern einen wunderschönen Muttertag!

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