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Niederländische Supermarktkette führt „Plauderkassen“ ein

(Bild: Jumbo Fotografie)

An der Kasse im Supermarkt kann es uns oft nicht zügig genug gehen. Immer schneller werden wir ungeduldig, wenn die Warteschlange zu lange ist oder zu wenige Kassen geöffnet sind. Insbesondere ältere Kunden kennen das Augenrollen der hinten Anstehenden, wenn sie länger dafür brauchen, um das Geld in der Börse zusammenzuzählen oder die Waren einzuräumen. Das kann unangenehmen Stress verursachen. MDR.de berichtete letzte Woche von der niederländischen Supermarktkette Jumbo, die dieser Situation mit der Einführung einer „Plauderkasse“ entgegenwirkt. 

Für viele Senioren ist der Besuch des Supermarktes einer der wenigen Kontaktmöglichkeiten zu anderen Menschen. Im gewöhnlichen Alltagstress eines Supermarktes ist für wertvolle soziale Interaktionen jedoch kaum Platz. Um diesem Bedürfnis nachzukommen, integrierte die Jumbo-Filiale im niederländischen Vlijmen, eigens eine sogenannte „Plauderkasse“, berichtet MDR.de. Hier nehmen sich die Kassenmitarbeiter bewusst mehr Zeit für Kunden, um zu plaudern, zuzuhören und gemeinsam zu lachen. Eile herrscht hier keine. Die erste „Kletkassa“ wurde laut Kurier.at bereits im Juli eingerichtet und erfreut sich dermaßen an Beliebtheit, dass Jumbo die Einführung für 40 weitere Filialen plant. 

In Vlijmen wird das Angebot in gemeinsamen Wirken mit der Stiftung „Alles Voor Mekaar“ („Alles für einander“) um die Initiative „Kaffeeklatsch“ erweitert. Dabei handelt es sich um eine kleine Sitzecke inmitten des Ladens, an der Kunden eingeladen sind, miteinander bei einem gemütlichen Kaffee in Kontakt zu kommen und sich eine kleine Auszeit zu nehmen. 

Der Filialleiter Dick de Fijter möchte laut Kurier.at, dass „das Einkaufen wieder Spaß macht“, und sagt weiter: „Diese Initiative schafft wertvolle Kontakte zwischen Menschen, die täglich hierherkommen, und es ist großartig, dass wir dazu beitragen können.“

Mit diesem Projekt möchte man der wachsenden Einsamkeit im Alter entgegenwirken. 

An der „Kletkassa“ nehmen sich die Angestellten auch mal Zeit zum Plaudern. (Symbolfoto, Bild: iStock)

Über Häufigkeit und gesundheitliche Auswirkungen von chronischer Einsamkeit wird in den Medien divers debattiert. 

2008 etwa zitierte Zeit Online eine Studie von John Cacioppo, Professor für soziale Neurowissenschaft in Chicago, in der Teilnehmer drei Fragen bezüglich der Häufigkeit von Verlassenheits- und Isolationsgefühlen beantworteten. Wer oft „häufig“ angekreuzt hatte, litt vermehrt unter Bluthochdruck, Depression und wies mehr Stresshormone im Blut auf. 

Längst sieht man das Problem der Einsamkeit nicht nur in den älteren Generationen. Immer mehr Medien berichten auch von erhöhten Einsamkeitswerten bei jungen Menschen.    

Wir in der Redaktion finden „Plauderkassen“ eine reizende Idee und würden auch die Einführung hierzulande begrüßen, in der Hoffnung, dass auch ein paar Jüngere auf den Geschmack kommen.

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