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Pflanzenheilkunde bei Erkältungen und viralen Infekten

(Bild: iStock, 598931180/merc67)

Sie ist da, die kalte Jahreszeit, und somit auch die Anfälligkeit für Erkältungen und virale Infekte. Unser Immunsystem ist in dieser Zeit besonders gefordert, um Viren und Bakterien abzuwehren. Wir halten uns vermehrt in geschlossenen Räumen mit trockener Heizungsluft auf und sind häufigen Temperaturwechseln zwischen warmer Innen- und kalter Außentemperatur ausgesetzt. Funktioniert das Immunsystem nicht optimal und sind die Abwehrkräfte geschwächt, kann sich eine Infektion mit unerwünschten Symptomen leicht ausbreiten. 

Mit dem Wissen aus der Pflanzen- und Naturheilkunde können das körpereigene Immunsystem und die Abwehrkräfte auf natürliche Weise unterstützt werden. Die Pflanzenheilkunde gehört zu den ältesten medizinischen Therapien und ist in allen Kontinenten und Kulturen verankert.

In der Naturheilkunde wurde schon immer ein besonderes Augenmerk auf die Stärkung des Immunsystems gelegt. Eine Vielzahl von verschiedenen Heilpflanzen können vorbeugend das Immunsystem stimulieren. Andere Heilkräuter wiederum zeigen eine antivirale Wirkung, welche die Vermehrung der Viren bei einer Infektion hemmen und somit das Immunsystem entlasten. 

Grundsätzlich ist es für eine gute Immunabwehr wichtig, die Lebensweise bestmöglich so zu gestalten, dass sie erst gar nicht geschwächt und anfällig für krankmachende Eindringlinge wird. Dazu zählen: viel Bewegung in der freien Natur, ausreichende Versorgung mit Vitaminen und Mineralien durch eine ausgewogene Ernährung, Stress und negative Emotionen abbauen und für Entspannung sorgen, wobei beispielsweise nachgewiesen ist, dass tägliches Meditieren das Immunsystem stimuliert.  

Bewährte Heilpflanzen

Welche Heilpflanzen können nun bei Infektionen vorbeugend und unterstützend angewendet werden oder Symptome und den Verlauf lindern?

Salbei  (Salvia officinalis)

Der Salbei ist eine wirksame Pflanze bei Erkältungen. Er enthält viele unterschiedliche Inhaltsstoffe. Die bekanntesten davon sind ätherische Öle (Thujon), Bitterstoffe, Gerbsäuren und Gerbstoffe. Vor allem die Gerbstoffe verleihen dem Salbei seine antibakteriellen und antiviralen Eigenschaften. Außerdem stärken sie die Schleimhäute im Mund und Rachenraum. Regelmäßiges Gurgeln mit Salbeitee begünstigt somit die Heilung bei Halsentzündungen und kann diesen auch vorbeugen. Die enthaltenen ätherischen Öle wirken ebenso desinfizierend und schützend.  

Schafgarbe (Achillea millefolium)

Die Schafgarbe wird auch als Mutterpflanze aller Heilpflanzen bezeichnet, da sie den Menschen seit Jahrtausenden als Heilpflanze begleitet. Die Inhaltsstoffe der Schafgarbe setzen sich vor allem aus ätherischen Ölen, Flavanoiden, Bitterstoffen und Gerbstoffen zusammen. Die Schafgarbe wirkt entzündungshemmend, antibakteriell, antiviral, beruhigend und stärkend. Als Tee, kombiniert mit Holunderblüten, ist die Schafgarbe ein hervorragendes Mittel, wenn eine Erkältung im Anmarsch ist. 

(Bild: iStock, 847191404/Madeleine_Steinbach)

Holunder

Die roten Beeren des Holunders enthalten nachweislich antivirale Stoffe, die bestimmte Proteine des Virus blockieren, sodass es sich nicht weiter vervielfältigen kann. Dies haben australische Wissenschaftler herausgefunden. Außerdem wird durch die Inhaltsstoffe der Beeren (Vitamin C, violetter Pflanzenfarbstoff – Anthocyane) das Immunsystem gestärkt und stimuliert. Am besten wirkt ungesüßter Direktsaft, täglich genossen. Wichtigzu wissen:Holunderbeerensaft ist nur erhitzt genießbar, anderenfalls kann es zu Übelkeit und Durchfall kommen.

Holunderblüten enthalten Flavonoide, Schleim­stoffe und ätherisches Öl. Sie werden ebenso als traditionelles Heilmittel bei einer beginnenden Erkältung, Frösteln und Fieber eingesetzt. Holunderblütentee wirkt schweißtreibend, fiebersenkend (bei nicht allzu hohem Fieber) und harntreibend.  

Melisse (Melisse officinalis)

Die Melisse ist zwar in erster Linie als beruhigende und entspannende Heilpflanze bekannt, doch aufgrund ihrer Hauptinhaltsstoffe (ätherische Öle, Gerbstoffe) ist auch ihre antivirale Wirkung belegt. In der Volksmedizin ist die Anwendung von Melisse als Tee bei Erkältungskrankheiten und grippalen Infekten überliefert. Klinisch belegt ist die äußerliche Anwendung bei Herpes-Lippenbläschen. 

Thymian (Thymus vulgaris)

Auch der Thymian zählt zu den traditionellen Heilpflanzen. Aufgrund seiner Inhaltsstoffe wie ätherische Öle, Gerbstoffe, Bitterstoffe und seiner antibakteriellen, antiviralen, schleimlösenden und entkrampfenden Wirkung, wird Thymian bei Katarrhen der oberen Luftwege, trockenem Husten und Bronchitis verwendet. Er kann als Tee getrunken und gegurgelt werden. Die äußerliche Anwendung des ätherischen Thymianöls in verdünnter Form (z.B. mit Olivenöl) durch Einreibungen auf der Brust oder als Badezusatz dient ebenso der Linderung von Erkältungssymptomen. 

Pfefferminze (Menta piperita)

Die Blätter der Pfefferminze enthalten vor allem ätherische Öle, hauptsächlich Menthol, aber auch Gerbstoffe und Flavanoide. Die Pfefferminze ist hilfreich bei Schnupfen und verstopfter Nase. Das ätherische Pfefferminzöl erweitert die Atemwege und sorgt für einen „freien Atem“.  Dafür können die Dämpfe des Tees inhaliert werden, doch auch getrunken wirkt der Tee schleimlösend und antibakteriell. 

Zistrose (Bild: iStock, 1152204263/StudioBarcelona)

Zistrose (Cistus incanus)

Die Zistrose weist einen besonders hohen Phenolgehalt auf. Eine deutsche wissenschaftliche Untersuchung ergab, dass der Extrakt aus der Zistrose einen besonders starken antiviralen Effekt hat. Professor Stephan Ludwig, der die Studie geleitet hat, stellte fest, dass Zellen, die vor einer grippalen Infektion mit dem Extrakt der Zistrose behandelt wurden, kaum noch infektiös sind. „Wir gehen davon aus, dass die Viren selbst gehemmt werden“, so Ludwig. Man nimmt an, dass der hohe Phenolgehalt dafür verantwortlich ist, doch auch Terpene könnten dabei mitwirken. 
Der Extrakt der Zistrose ist in Apotheken erhältlich. Auch Zistrosen-Tee ist für die Vorbeugung und Abmilderung des Krankheitsverlaufs von viralen Infekten geeignet. 

Die angeführten Pflanzen sind eine Auswahl möglicher unterstützender Heilmittel. 
Ihr Apotheker oder naturheilkundlich spezialisierte Arzt können Sie bei der Anwendung beraten. 

Disclaimer/Haftungsausschluss:

Ein Hausmittel kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Wenn eine Besserung der Symptome nicht binnen drei Tagen eintritt, sollte jedenfalls eine Ärztin bzw. ein Arzt aufgesucht werden. 

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