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Selbstgemachte Zugsalbe – für Wunden und gegen Entzündungen

Die fertige Salbe kann in Tiegel sowie Tuben abgefüllt werden. (Bild: Ch. Winter)

Eine Zugsalbe kann für vielerlei Wehwehchen verwendet werden, etwa für einen eingewachsenen Schiefer oder Kaktusstachel oder wenn ein – mit der Pinzette nicht entfernbarer – Metallsplitter für Schmerzen sorgt. Früher war der erste Griff bei Wunden jeglicher Art zum mit Zugsalbe versehenem „braunen Pflaster“.

Die Zutaten (Bild: Ch. Winter)

Eine Zugsalbe, auch Ziehsalbe genannt, ist Retter in vielen Notlagen. Beispielsweise bei Entzündungen am Nagelbett, wenn ein unangenehmes Druckgefühl unter der Haut einen den Tag vermiest oder bei eitrigen Wunden, wie zum Beispiel durch einen Bienenstachel. Auch bei Schmerzen durch einen eingewachsenen Zehennagel, sowie bei eingewachsenen Haaren (Furunkeln) kann die Ziehsalbe ein Wundermittel sein. 

Für die Herstellung wird gebraucht:

  1. Ein EL Honig
  2. Ein EL getrockneter und feingemahlener Spitzwegerich
  3. 10 ml Beinwelltropfen
  4. 50 ml Ringelblumenöl (oder Auszug selbst herstellen mit 10 g Ringelblumen + 50 ml Olivenöl)
  5. 50 ml Kamillenöl (oder 0,5 ml ätherisches Öl, etwa 10 Tropfen, welches mit 49,5 ml biologischem, kaltgepresstem Olivenöl gemischt wird)
  6. Drei EL Heilerde „hautfein“ 
  7. Drei EL Aktivkohle
  8. 15 Tropfen Teebaumöl
  9. 45 g Wollwachs

Schritt für Schritt Herstellung: 

Nachdem alle öligen und fetthaltigen (lipophilen) Substanzen gut vermischt wurden, entsteht ein grünliches Gemisch. (Bild: Ch. Winter)
  1. Jede Feststoffkomponente muss vorab durch ein feinmaschiges Sieb gesiebt werden.
  2. Kamillenöl: am besten Kamillenöl aus der Echten Kamille, welches über Wasserdampfdestillation gewonnen wird. Der Inhaltsstoff Chamazulen bleibt erhalten, was an der bläulichen Färbung erkennbar ist. (Als fertiges Produkt zu kaufen). 
  3. Ringelblumenöl: Fertig gekauft oder Ölauszug einfach selbst herstellen: 10 g Ringelblumenblüten in 50 g raffiniertem Olivenöl bei 80 ° (Vorsicht, nicht heißer!) 30 Minuten ziehen lassen, immer wieder umrühren, abfiltrieren und abkühlen lassen.
  4. Wollwachs (45 g) mit Honig und schrittweise  mit Kamillenöl und Ringelblumenöl gut vermischen (grünliche Farbe).
  5. In einem extra Gefäß alle gesiebten Festbestandteile vermengen und 10 ml Beinwelltropfen unterrühren.
  6. Portionsweise die Festbestandteile in die Wollwachsgrundlage einarbeiten. Tipp von der Pharmakologin: Immer eine kleine Menge verrühren, bis man ein „schmatzendes Geräusch“ hört. So wird sichergestellt, dass sich der lipophile Teil mit dem hydrophilen Teil verbinden kann und die Salbe stabil bleibt, wenn sie gelagert wird. (gräuliche Salbe)
  7. Zum Schluss das Teebaumöl vorsichtig einrühren.
  8. Wenn alles gut vermischt ist, kann man die Salbe in ein entsprechendes Gefäß abfüllen.
Nachdem die übrigen Komponenten (feste Bestandteile) portionsweise hinzugefügt wurden, nimmt die Salbe schrittweise eine grau-schwarze Färbung an. (Bild: Ch. Winter)

In Österreich darf Beinwell weder als ganze Pflanze noch in getrockneter Form in Apotheken verkauft werden, da Beinwell die zulässige Pyrrolizidin Grenze überschreitet. Daher wurden bei dieser Rezeptur höchstdosierte Beinwelltropfen hinzugefügt, anstelle von einem EL getrocknetem und fein gemahlenem Beinwell. Sollten Sie die Salbe mit getrocknetem Beinwell (selbst gepflückt) anrühren wollen, werden nur vier EL Wollwachs gebraucht. 

Tipps und Rezeptschritte von Mag. pharm. Christina Winter

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