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Taiwanesische Volkserzählung: Die Legende des Sonne-Mond-Sees

visiontimes.com, Übersetzung bs

Der Legende nach spielten zwei Drachen im See mit der Sonne und dem Mond. (Bild: iStock)

Wie der Sonne-Mond-See seinen Namen erhielt – folgende Legende erzählen sich Ureinwohner Taiwans, die Thao:

Einst lebte ein liebenswürdiges und hart arbeitendes Paar namens Dajiange und Shuishe. Eines Tages, als die Liebenden gerade am Feld unter der Sonne arbeiteten, fing die Erde an zu schwanken und die Berge bebten. Der Himmel und die Erde wurden plötzlich dunkel. Das Volk wartete, doch sie sahen keine Sonne mehr, ihre Herzen waren von Angst erfüllt. 

Am Abend kam der Mond zum Vorschein und er schenkte ihnen gerade genug Licht, damit jeder die Arbeit vom Tag beenden konnte. Doch das Unglück trug sich erneut zu und der Mond verschwand ebenso wie die Sonne. So entschied sich das Volk dazu eine Sitzung einzuberufen, um eine Lösung für das Problem zu finden. Dajiange und Shuishe meldeten sich freiwillig, um sich auf die Suche nach Sonne und Mond zu begeben, sodass alle wieder zu ihren normalen Leben zurückkehren konnten.

Mit einfachem Essen reisten sie tagelang und fanden schließlich den Mond und die Sonne unter einem großen Gewässer. Doch als sie näher hinsahen, entdeckten sie zwei bunte Drachen, die mit Sonne und Mond im Wasser spielten. Das Paar hielt an und sah sich verzweifelt an. Dajiange und Shuishe wussten nicht, wie sie die beiden Drachen besiegen und die Sonne und den Mond zurückbekommen konnten. Gerade als sie anfingen sich Sorgen zu machen, erklärte ihnen ein alter Mann – der von den Drachen gefangen genommen worden war, um ihre Arbeit zu verrichten – sie sollten eine goldene Schere und eine goldene Axt im Berg „Ali“ finden, mit diesen Werkzeugen könnten sie die Drachen besiegen. Natürlich war es keine leichte Aufgabe, die Schätze zu finden. Nachdem die Liebenden dem alten Mann zugehört hatten, eilten sie mit Schaufeln zum Berg, um sich dort Zentimeter für Zentimeter durch den Boden durchzuarbeiten. Mit viel Mühe fanden sie die beiden Waffen und kehrten zum Gewässer zurück, wo sie die Drachen besiegten. 

Beliebtes Touristenziel in Taiwan: der Sonne-Mond-See (Bild: iStock)

Gerade als das Paar darüber grübelte, wie sie die Sonne und den Mond zum Himmel zurückbringen sollten, tauchte der alte Mann erneut auf. Er gratulierte den beiden für ihren Erfolg und schilderte ihnen, dass sie zu Riesen werden könnten, sollten sie ein Drachenauge essen – dann könnten die Sonne und der Mond wieder in den Himmel gebracht werden. So aß jeder von ihnen ein Auge und sie wurden zu Riesen. Sie hoben die Sonne und den Mond auf und warfen sie nach oben in den Himmel. Nach mehreren Versuchen kehrten Sonne und Mond schließlich zu ihren ursprünglichen Positionen am Himmel zurück und Himmel und Erde normalisierten sich wieder.

Von da an hieß der See, in den die Sonne und der Mond gefallen waren, „Sonne-Mond-See“. Der Mann und die Frau blieben um den See zu bewachen und verwandelten sich nach Jahren in große Berge auf beiden Seiten des Sees, die man bis heute Dajian- und Shuishe-Berg nennt. Bis heute veranstalten die Thao jedes Jahr ein Fest am Seeufer, um ihre Anerkennung für den guten Akt des Paares auszudrücken.

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