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Türchen 24 – Ein Blick hinter den Schleier, der die Welt verhüllt: „Gibt es einen Weihnachtsmann?“

Last updated on 23. Dezember 2019

Eine wahre Geschichte: Im Jahr 1897 fragte die achtjährige Virginia die Sun-Redaktion in einem Leserbrief nach der Existenz des Weihnachtsmannes. Der Chefredakteur der ehemaligen Zeitung, Francis P. Church, antwortete ihr höchstpersönlich auf der Titelseite der Tageszeitung. 

„Was Du auch siehst, Du siehst nie alles“- schrieb Francis P. Church, Chefredakteur der „Sun“ 1897 der achtjährigen Virginia (Bild: iStock)

Die achtjährige Virginia aus New York schrieb einen Leserbrief an die Tageszeitung „Sun“, der wie folgt lautete: „Ich bin acht Jahre alt. Einige von meinen Freunden sagen, es gibt keinen Weihnachtsmann. Papa sagt, was in der ‚Sun‘ steht, ist immer wahr. Bitte, sagen Sie mir: Gibt es einen Weihnachtsmann?“

Francis Church, dem Chefredakteur der Zeitung, war die Angelegenheit so wichtig, dass er persönlich antwortete – auf der Titelseite der „Sun“- mit einem Leitartikel, der bis heute die Herzen berührt:

„Virginia, Deine kleinen Freunde haben nicht recht. Sie glauben nur was sie sehen; sie glauben, dass es nicht geben kann, was sie mit ihrem kleinen Geist nicht erfassen können. Aller Menschengeist ist klein, ob er nun einem Erwachsenen oder einem Kind gehört. Im Weltall verliert er sich wie ein winziges Insekt.

Ja, Virginia, es gibt einen Weihnachtsmann. Es gibt ihn so gewiss wie die Liebe und Großherzigkeit und Treue. Weil es all das gibt, kann unser Leben schön und heiter sein. Wie dunkel wäre die Welt, wenn es keinen Weihnachtsmann gäbe!

Es gäbe dann auch keine Virginia, keinen Glauben, keine Poesie – gar nichts, was das Leben erst erträglich machte. Ein Flackerrest an sichtbarem Schönen bliebe übrig. Aber das Licht der Kindheit, das die Welt ausstrahlt, müsste verlöschen.

Es gibt einen Weihnachtsmann, sonst könntest Du auch den Märchen nicht glauben. Gewiss, Du könntest deinen Papa bitten, er solle am Heiligen Abend Leute ausschicken, den Weihnachtsmann zu fangen. Und keiner von ihnen bekäme den Weihnachtsmann zu Gesicht – was würde das beweisen? Kein Mensch sieht ihn einfach so. Das beweist gar nichts.

Die wichtigsten Dinge bleiben meistens unsichtbar. Die Elfen zum Beispiel, wenn sie auf Mondwiesen tanzen. Trotzdem gibt es sie. All die Wunder zu denken – geschweige denn sie zu sehen -, das vermag nicht der Klügste auf der Welt. Was Du auch siehst, Du siehst nie alles. Du kannst ein Kaleidoskop aufbrechen und nach den schönsten Farbfiguren suchen. Du wirst einige bunte Scherben finden, nichts weiter. Warum? Weil es einen Schleier gibt, der die wahre Welt verhüllt, einen Schleier, den nicht einmal die Gewalt auf der Welt zerreißen kann. Nur Glaube und Poesie und Liebe können ihn lüften. Dann werden die Schönheit und Herrlichkeit dahinter zu erkennen sein.

‚Ist das denn auch wahr?‘ kannst Du fragen. Virginia, nichts auf der ganzen Welt ist wahrer und nichts beständiger. Der Weihnachtsmann lebt und er wird ewig leben. Sogar in zehnmal zehntausend Jahren wird er da sein, um Kinder wie Dich und jedes offene Herz mit Freude zu erfüllen.

Frohe Weihnacht, Virginia.

Dein Francis Church“

Geschätzte Leser von Vision Times!

Mit dieser berührenden Geschichte haben wir das letzte Türchen unseres Vision Times Adventskalenders geöffnet. Wir wünschen Ihnen ein besinnliches Weihnachtsfest und freuen uns auf ein spannendes, horizont-erweiterndes Jahr. Wir hoffen, dass wir mit Ihnen gemeinsam noch viele Male einen Blick hinter den Schleier, der die Welt verhüllt, werfen können und Wertvolles und Großartiges entdecken, unsere beinahe vergessenen Traditionen wiederfinden und gemeinsam wachsen können.

Ihr Vision Times-Redaktion Team

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