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Tuidang-Bewegung: Warum bereits über 300 Millionen Chinesen aus der Kommunistischen Partei und ihren Unterorganisationen ausgetreten sind

Last updated on 9. April 2021

Bisher sind genau 367,844,656 Millionen Chinesen aktiv aus der Kommunistischen Partei Chinas oder einer ihrer Unterorganisationen ausgetreten (Stand: 19.11.2020). Was bewegt eine derart große Anzahl von Menschen, welche die der Bevölkerung der USA übersteigt, alle Verbindungen zur Kommunistischen Partei zu kappen – und was ist die eindringliche Nachricht der Tuidang-Bewegung an die westlichen Länder?

(c) Tuidang Movement

Tuidang (退党) bedeutet wörtlich „aus der Partei austreten“ und ist eine Bewegung, die im Jahr 2004 ins Leben gerufen wurde. Ihre Ziele sind laut eigenen Angaben auf ihrer Homepage

  1. Die Menschen über den zerstörerischen Charakter des Kommunismus aufzuklären. 
  2. Chinesen weltweit zu helfen, sich von der Kommunistischen Partei Chinas und den ihr angeschlossenen Organisationen loszusagen.
  3. Die Nachforschung und Dokumentation der Gräueltaten, die der Kommunismus gegen die Menschheit verübt hat.

Dabei beruft sich die Bewegung auf Zeugenaussagen von Betroffenen und Daten aus dem im Oktober 2004 erschienene Buch „Neun Kommentare über die Kommunistische Partei: Das Buch, das die Chinesen weltweit aufgerüttelt hat“.

Laut den Autoren des Buches, die aus Sicherheitsgründen anonym bleiben wollten, ist die regierende Kommunistische Partei in China (KPCh) direkt und indirekt für 60 bis 80 Millionen Todesopfer verantwortlich. Damit hätte die KPCh in ihrer Regentschaft durch verschiedene Kampagnen wie der Kulturrevolution, der Ein-Kind-Politik und gezielten Übergriffen und Menschenrechtsverbrechen wie dem Tiananmen Square Massaker, der Verfolgung von TibeternUigurenund Falun Gong-Praktizierenden mehr Menschen den Tod gebracht als der erste und zweite Weltkrieg zusammen. 

Den Initiatoren der Tuidang-Bewegung geht es jedoch nicht vorrangig um ein politisches Ziel, sondern um „den Prozess der chinesischen Bevölkerung, ihr Gewissen und Bewusstsein von der Parteikultur zu reinigen, mit der sie über 65 Jahre lang durch Revolutions-Kampagnen, Propaganda, Medienzensur, Haftstrafen und Massentötungen indoktriniert wurden“.

„Es gibt den Chinesen endlich eine Chance, über ihr eigenes Leben zu reflektieren – ohne die KPCh – und sich ein freies China vorzustellen.“, heißt es von Seiten der Tuidang- Bewegung.

Warum Menschen aus der kommunistischen Partei austreten

Viele Chinesen treten bereits in ihrer Kindheit der Partei oder ihren Unterorganisationen, wie beispielsweise den jungen Pionieren oder dem kommunistischen Jugendverband bei. Dies geschieht meist in einer sogenannten „Fahnenzeremonie“, sobald die Kinder in die Schule kommen. Dabei müssen die Kinder einen Eid schwören, dass sie unter anderem „ihr ganzes Leben für den Kommunismus kämpfen werden, jederzeit bereit sind alles für die Partei zu opfern und diese niemals zu betrügen“. 

Mit dem Eintritt in die Partei sind verschiedene schulische, berufliche und finanzielle Vorteile verbunden. Eine Weigerung zum Beitritt führt oftmals zu Benachteiligungen und Drohungen gegenüber der ganzen Familie. So werden Menschen ohne Parteizugehörigkeit beispielsweise bei der Wahl einer Universität oder eines Berufswunsches benachteiligt. 

Ein offizieller Austritt aus der Partei oder Kritik an dem regierenden Regime im Erwachsenenalter hat oftmals unangenehme Konsequenzen, wie Verlust des Arbeitsplatzes, Belästigungender Betroffenen und ihren Familienmitgliedern durch Beamte der KPCh bis hin zu Inhaftierungen im Gefängnis oder sogenannten „Umerziehungslagern“. 

Dennoch haben bereits über 300 Millionen Chinesen den Schritt zum Austritt unter ihrem echten Namen oder einem Pseudonym gewagt. Gründe dafür seien, dass sie immer mehr die gezielte Zerstörung der traditionellen Werte ihrer Kultur durch die KPCh sowie den dadurch bewirkten moralischen Verfall und die Korruption in ihrem eigenen Land verstehen. 

„Wenn die chinesische Bevölkerung die Wahrheit versteht, erwacht sie von der Propaganda und den Lügen der KPCh und will sich selbstverständlich von der KPCh und ihren Unterorganisationen distanzieren.“, schreibt das Tuidang-Zentrum in New York, das großteils aus freiwilligen Mitgliedern besteht. Viele davon sind nach eigenen Angaben Falun Gong-Praktizierende, die seit mehr als 21 Jahren die Propaganda und Verfolgung durch die KPCh am eigenen Leibe miterlebt haben.

Die US-Regierung bezieht Stellung

Nachdem die US-Regierung unter Präsident Trump bereits mehrere Sanktionen gegen die KPCh Chinas vor allem wegen den brutalen Vorgehen in Hongkong verhängt hat, bezog sie im Oktober 2020 abermals Stellung: In einem neuen Gesetz wird Mitgliedern der Kommunistischen Partei Chinas oder ihren Unterorganisationen die Einwanderung in die USA verweigert. 

Als offizielle Begründung wird angegeben, dass „die Mitgliedschaft oder Zugehörigkeit zur Kommunistischen Partei oder anderen totalitären Parteien mit dem Einbürgerungseid der Treue zu den USA unvereinbar sei.“ Der Einbürgerungseid beinhaltet unter anderem das Versprechen, die amerikanische Verfassung und die Grundwerte der Vereinigten Staaten zu unterstützen. 

Eine eindringliche Nachricht an den Westen

Spätestens seit der Ausbreitung von COVID-19, die sich aufgrund der Vertuschung der Fälle durch die KPCh und dem hohen Ansteckungsrisiko zu einer globalen Pandemie entwickelte, ist vielen westlichen Ländern klar geworden, dass das, was in China passiert, die ganze Welt betrifft.

Laut den Initiatoren der Tuidang-Bewegung und einer umfassenden Dokumentation des Autoren-Teams des Buches „Neun Kommentare über die kommunistische Partei“ beeinflusst und korrumpiert die Ideologie des Kommunismus unbemerkt auch viele Bereiche im Westen. 

In der dreiteiligen Buchreihe „How the specter of communism is ruling our world“, auf Deutsch „Wie der Teufel die Welt beherrscht“, beleuchtet das Autoren-Team die Geschichte und die Ideologie des Kommunismus und arbeitet dessen Wirkung im Westen auf Bildung, Familie, Geldwesen und weitere Bereiche detailliert auf. 

Die Kommunistische Ideologie als „Teufel“ oder „böser Geist“ (aus dem Englischen evil, specter) zu bezeichnen, geht dabei jedoch nicht auf die Buchautoren zurück, sondern bereits auf den Begründer des Kommunismus, Karl Marx. Dieser beginnt sein „Kommunistisches Manifest“ mit den Worten: „Ein Gespenst geht um in Europa – das Gespenst des Kommunismus.“ Das Wort „Gespenst“ im Deutschen ist als Synonym für „furchterregender Geist“ im Duden definiert. 

„Die Partei log und Menschen starben“

Unter dem Slogan „The CCP lied, people died” (deutsch: Die KPCh log und Menschen starben“) hat die Tuidang-Bewegung nun auch eine internationale Petition gestartet, in der sich Menschen jedes Landes gegen die KPCh aussprechen können. 

Während aktuell die Verantwortung der KPCh an der derzeitigen Pandemie beleuchtet wird, werden chronologisch auch andere Verbrechen seit der Gründung der Partei im Jahr 1921 aufgezeigt. Aus diesen Gründen bezeichnen die Tuidang-Bewegung und verschiedene Medien, wie beispielsweise die Epoch Times, das neuartige Coronavirus als KPCh-Virus

https://www.facebook.com/DaveLeeTV/photos/a.1976842079250692/2815164312085127/

Ein Twitter-User postete unter einem entsprechenden Beitrag von NTDTV dazu ein Foto mit der Aufschrift: 

 “The real virus is communism, COVID-19 is just how it spreads”, übersetzt bedeutet dies: 

“Das wahre Virus ist der Kommunismus, COVID-19 ist nur die Art, wie das sich verbreitet“. 

2 Kommentare

  1. Vision Times Redaktion Vision Times Redaktion 3. Februar 2021

    Danke für Ihr Interesse und Ihr Kommentar! Wir haben den Artikel über die Tuidang-Bewegung ausgewählt, weil er sehr klar den Zeitgeist und das Umdenken der Menschen in China darstellt. Zudem geht es um eine Bewegung, welche dabei ist, mitunter die schlimmsten Menschenrechtsverbrechen unserer Zeit aufzuzeigen. Wir von Vision Times leisten dabei unseren Beitrag, indem wir – als eines der wenigen Medien – solchen Themen eine Plattform bieten. Leider ist was in China seit der Kulturrevolution geschieht ein Paradebeispiel dafür, dass nicht wirklich „der Mensch im Mittelpunkt steht“, sondern der „Klassenkampf“- Arme gegen Reiche, Arbeiter gegen Gelehrte, Atheisten gegen Gläubige… Millionen von Menschen waren seit der Machtergreifung des kommunistischen Regimes in China in Gefängnissen, Zwangsarbeitslagern, wurden verfolgt oder getötet- ein sehr großer Teil davon waren und sind „Gewissensgefangene“- also einfach Menschen die anders denken, als die regierende Partei. Den Menschen in den Mittelpunkt zu stellen, heißt automatisch auch den „Faktor Mensch“ und dessen eigenen Interessen und Bedürfnisse mitzuberücksichtigen. Die Vereinheitlichung und Gleichschaltung dieser sowie die Unterdrückung der Glaubens- und Meinungsfreiheit steht der Menschlichkeit im Widerspruch. Der Mensch und dessen Moral ist die Basis für das Gelingen jedes Systems.

    Durch unmoralische Geschäfte und Lobbyismus wird in der heutigen Zeit zweifellos sehr viel Schaden angerichtet. Auch bei einigen bedenklichen und unmoralischen Wirtschaftsentscheidungen in Europa hat die KPCh Einfluss genommen, wie beispielsweise in dem vom Handelsblatt diskutieren Buch, erklärt wird: https://www.handelsblatt.com/arts_und_style/literatur/wirtschaftsbuchpreis/buchrezension-wie-chinas-kommunistische-partei-weltweit-an-einfluss-gewinnt/26211370.html?ticket=ST-4086922-veQkLeQQ6maexI1fd3ps-ap5

    Mit freundlichen Grüßen aus der Redaktion!

  2. Karl Donner Karl Donner 29. Januar 2021

    Auch wenn ich die Hilflosigkeit und Wut der Bürger verstehen kann – den Kommunismus zu verurteilen ist jedoch nicht der richtige Weg.
    Denn diese Gesellschaftsform ist nicht schlechter als der Kapitalismus, ganz im Gegenteil steht hier der Mensch im Fokus.
    Leider sind es Menschen – in dem Falle die Regierung Chinas – welche auf verschiedensten Wegen ihre Macht ausbauen wollen.

    Das beste Beispiel ist doch der Westen – dank aller Regierungen (aka Wirtschaftslobby) befinden wir uns in einem verbrecherischen Hyperkapitalismus. Dieser hat ebenfalls viele Menschenleben zu verantworten und vergiftet mit seiner Propaganda die Köpfe der Menschen.
    Für die Chinesen heißt ein lossagen vom Kommunismus: vom Regen in die Traufe.

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