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Was uns das Aussehen von Lebensmittel über dessen Wirkung verrät (Teil 1)

Vom Aussehen vieler Lebensmittel lassen sich Schlüsse auf ihre Wirkung ziehen. (Bild: iStock)

Schon Paracelsus erkannte, dass es möglich ist, nur nach dem äußeren Erscheinungsbild von Kräutern und Wurzeln ihre Eigenschaften und Tugenden abzuleiten. Anhand von Zeichen, Gestalt, Form und Farbe können Verbindungen zwischen den Pflanzen und ihrer Wirkung auf den menschlichen Körper erkannt werden. In unserer früheren geschichtlichen Kultur standen die Menschen eng mit der Natur in Verbindung und schufen mit derartigen Beobachtungen die Volksmedizin, aus der die heutigen medizinischen Hypothesen hervorgehen. Folgende Wurzeln, Nüsse, Gemüsesorten und Früchte lassen uns durch ihr Aussehen erahnen, auf welches Organ sie reelle gesundheitsfördernde Wirkung ausüben. Moderne wissenschaftliche Forschung bestätigt heute viele dieser alten Erkenntnisse.

Das Gehirn – Walnuss

Die Walnuss ähnelt dem menschlichen Gehirn. (Bild: iStock)

Mit ihren beiden miteinander verbundenen Hälften, der faltigen Oberfläche und der markanten harten Schale, in der der weiche Kern geschützt liegt, erinnert uns die Walnuss mit ihrer äußeren Erscheinung eindeutig an ein menschliches Gehirn. Großhirn, Kleinhirn und die Brücke zwischen den Hemisphären sind klar dargestellt.

Interessant sind auch die inneren Werte der „Hirn“-Nuss! Mit lediglich 50g Walnüssen kann der Tagesbedarf an Linolensäure (Omega- 3 Fettsäure) abgedeckt werden. Mit den enthaltenen Vitaminen A, B1, B2, B3, B5, B6, B7, B9 (Folsäure), B12, C, D, E und K ist sie eine wahre Vitaminbombe. Die Spurenelemente Kupfer, Mangan, Zink und die Mineralstoffe Fluor, Eisen und Kalium runden das Angebot an Inhaltsstoffen wunderbar ab.

Dieses Gesamtpaket fördert die Konzentrationsleistung und stärkt das Nervenkostüm, vor allem durch die Vitamine B6 und B12 – auch auf die psychische Komponente bezogen. Abgesehen von der guten Wirkung auf das Gehirn, sorgt die Walnuss auch dafür, dass trotz ihres hohen Fettgehaltes, die Arterien sauber bleiben und hat generell eine förderliche Wirkung auf den gesamten Körper.

Aktuell wird der Aromastoff Polyphenol erforscht, der ebenfalls in der Walnuss natürlich vorkommt. Er soll eine bremsende Wirkung auf degenerative Gehirnerkrankungen, wie Demenz oder Parkinson, haben. 

Die Augen – Karotte 

Schau mir in die Karotte, Kleine! (Bild: iStock)

Grob äußerlich betrachtet hat die orange Wurzel nicht wirklich etwas mit dem Auge zu tun, doch schneidet man sie in der Mitte auseinander, spiegelt die innere Struktur den Aufbau der Iris und Pupille wider.

Neben den Vitaminen B1, B2, B6, C und E sowie den Mineralien Eisen, Magnesium, Phosphor, Kalium und Zink, ist die Karotte besonders reich an Alpha- und Beta-Carotin, auch Provitamin A genannt, welche der Wurzel auch ihre typische Farbe geben.  

Insbesondere das Beta-Carotin wandelt sich bei der Verdauung in das fettlösliche Vitamin A um, welches eine wichtige Rolle beim Sehprozess spielt. Vitamin A wird für das Hell-Dunkel-Sehen benötigt. Es ist ein elementarer Baustein des  Sehpigments Rhodopsin, das besonders lichtempfindlich ist und das Sehen in der Dunkelheit ermöglicht. Bei einem Vitamin A Mangel, kann Nachtblindheit entstehen, welche in den westlichen Ländern kaum bis gar nicht vorkommt. Das Augenvitamin sorgt auch für die Bildung von ausreichend Augenflüssigkeit. Überschüssiges Beta-Carotin wird in der Leber und in der Haut gespeichert, wer sehr viel Karottensaft trinkt, kann eine leicht orangefarbene Haut bekommen.

Eine Überdosierung von Vitamin A ist möglich und kann unterschiedliche gesundheitliche Beschwerden auslösen! Darum Vorsicht beim Einnehmen von Vitaminpräparaten! Karotten sind bedenkenlos auch in größeren Mengen verzehrbar, da sie nur die Vorstufe von Vitamin A, das Beta-Carotin (Provitamin A), enthalten, das bei übermäßiger Zufuhr keine körperlichen Schäden verursacht!

Das Ohr – Champignons

Ähnlichkeit zum äusseren Ohr: Champignons (Bild: iStock)

Schneidet man einen weißen Champignon in der Mitte durch und richtet den Stiel nach links oder rechts, sieht der Pilz aus wie die menschliche Ohrmuschel. Der Stiel kann als Gehörgang gesehen werden, der ins Innere führt.

Ausgestattet mit dem Vitamin B Komplex, einer beachtlichen Menge Vitamin D (bei wild gesammelten Pilzen) und in Verbindung mit Vitamin K, sowie den Mineralien Kalium, Kupfer, Mangan und Schwefel, wird Champignons zu Recht der Titel „Fleisch des Waldes“ verliehen. Denn mit dem reichen Gehalt an B Vitaminen können die Pilze im Allgemeinen mit Fleisch mithalten.

Es gibt gleich zwei Gründe, warum Champignons eine besonders wichtige Rolle für unser Gehör haben:

Zum ersten, fördert der hohe Anteil an Vitamin B3 (Niacin) unser Gehörvermögen. In einer Studie vom Cornell Medical Collage und des Gladestone Instituts wurde festgestellt, dass ein im Vitamin enthaltener chemischer Stoff, helfen kann, durch Lärm verursachten Hörverlust zu verhindern, oder im Nachhinein zu reduzieren. 

Zum zweiten, wird durch das Vitamin D der häufig im europäischen Raum auftretende Vitamin D Mangel reduziert. Das Fehlen des Sonnenvitamins, welches hier auch gebunden vorkommt, sorgt für eine Osteopenie (die Vorstufe der Osteoporose) und kann das sprichwörtliche Zerbröseln der Gehörknochen verursachen, was zur absoluten Taubheit führt.

Darum fleißig in die Sonne gehen und Pilze, vor allem wild gesammelte oder im Garten gezogene Champignons, fest im Speiseplan verankern. Auch die Pilze sollten an einem sonnigen Platz gewachsen sein. 

Der Knorpel – Zwiebel bzw. Knoblauch

So aufgeschnitten erinnert Zwiebel an die Knorpelschicht an unseren Knochen. (Bild: iStock)

Die glatte weiße Schicht des Knorpels auf dem menschlichen Knochen hat eine gewisse Ähnlichkeit mit einzeln betrachteten Zwiebelschichten oder mit einer geschälten Knoblauchzehe.

In der Volksheilkunde ist die Zwiebel ein kleiner Alleskönner. Sie wirkt hustenlindernd, ist antimikrobiell, hilft bei Verdauungsbeschwerden und Insektenstichen. Die Vitamine B6, B7 und C, der Mineralstoff Kalium und die typischen Schwefelverbindungen, die auch in anderen Pflanzen der Familie der Lauchgewächse vorkommen, sorgen für allerlei positive Reaktionen im menschlichen Körper.

Doch hauptverantwortlich ist der Duft- und Aromastoff Diallyldisulfid, welcher ein sekundärer Pflanzenwirkstoff ist und zu den Schwefelverbindungen zählt. Er sorgt für den typischen Zwiebel- und Knoblauchgeruch. In einer vergleichenden Zwillingsstudie haben englische Forscher des King’s Collage London beobachtet, dass unabhängig von Gewicht der Probanden und der Belastung der Gelenke, durch den vermehrten Verzehr von Zwiebeln und Knoblauch, eine deutliche knorpelerhaltende Wirkung erzielt wurde.

PS: Dieser Duft- und Aromastoff ist auch für den unangenehmen Mundgeruch verantwortlich… kein Vorteil ohne Nachteil.

Die Knochen – Stangengemüse

Rhabarber und anderes Stangengemüse ist gut für die Knochen. (Bild: iStock)

Stangensellerie, Mangold, Rhabarber und die menschlichen Röhrenknochen gleichen sich in vielerlei Hinsicht. Die harte Struktur des Gemüses kommt zwar nicht an die unserer Gebeine, doch der Aufbau und der Mineralgehalt ergänzen sich.

Da ist es nicht verwunderlich, dass die pflanzlichen Doppelgänger unserer Röhrenknochen eine überaus positive Wirkung auf diese haben. Diesmal liegt der Schwerpunkt nicht auf dem Vitaminanteil, der mit Vitamin A, B6, E und K ebenfalls gut vertreten ist, sondern auf den Mineralstoffen Kalium, Kalzium und Magnesium. Unsere Knochen benötigen diese für eine gesunde Entwicklung und Gesunderhaltung. Da diese Mineralstoffe auch bei anderen wichtigen Aufgaben im Körper gebraucht werden, werden sie bei einem Mangel auch schnell wieder aus den Knochen entzogen, so dass diese brüchig und schwach werden.

Übrigens: Bei Vitamin D Mangel, kann kein Kalzium über den Darm aufgenommen werden, dadurch sinkt der Kalziumspiegel im Blut und der Körper baut das fehlende Mineral vom Knochen ab, was ebenfalls zu einer Osteoporose führen kann.

Tipp: Rhabarberkuchen in der milden Frühlingssonne genießen. Wer sagt, dass gesunde Ernährung nicht lecker schmecken kann.

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