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Wie man die Bewunderung der Götter gewinnt – Mark Aurels „Meditationen“

Die letzten Worte des Kaisers Marcus Aurelius“, Eugène Delacroix, Ölgemälde, 1844, Museum der Schönen Künste Lyon. (Bild: wikipedia)

Der römische Kaiser Mark Aurel, auch Marcus Aurelius genannt, lebte und führte sein Reich nach den Prinzipien des Stoizismus. In den Schriften „Meditationen“ reflektierte er über sich selbst und fasste seine Gedanken zusammen. Was eigentlich nicht für die Öffentlichkeit bestimmt war, ist mittlerweile eine vielzitierte Lebensphilosophie, mit der man, wie es das Beispiel von  Marcus Aurelius zeigt, sogar die Bewunderung der Götter gewinnen kann. 

Der alte römische Kaiser Mark Aurel sagte einst: „Wenn jemand Sie zu verbitterten Gedanken verleiten möchte, versuchen Sie folgende Regel zu verinnerlichen: Glauben Sie nicht, dass dies ein Unglück ist, sondern dass es Glück ist, dieses Unglück mit Würde zu ertragen.“ Mark Aurels Lebensphilosophie lag darin sich der Mäßigung hinzugeben und sich darin zu üben Eigeninteressen und Gefühle leicht zu nehmen. Er wandte sich der Konzentration nach Innen zu und bemühte sich den Anstößigkeiten und Launen des Lebens zu widerstehen, beziehungsweise ihnen gar nicht erst seine  Aufmerksamkeit zu schenken.

Mark Aurel lebte nach den Prinzipien des Stoizismus. Dies bedeutet, dass er daran glaubte, dass man zwar andere nicht kontrollieren könne, jedoch seine eigene Reaktion auf äußere Einflüsse steuern könne. Stoiker meiden den Blick nach außen, um das Leben zu verstehen. Im Gegenteil – sie schauen nach Innen um Einsicht in sich selbst zu gewinnen. Dabei nutzen sie letztendlich die vielen unausweichlichen Schwierigkeiten des Lebens, um tiefe Erkenntnisse über die  menschliche Natur, die eigenen Grenzen sowie Potentiale zu erlangen.

Wir können einen Einblick in Mark Aurels Gedanken aus seinen Tagebucheinträgen erhalten, die eigentlich nicht für andere bestimmt waren. Die Tagebücher wurden nach seinem Tod in dem Buch „Meditationen“ zusammengefasst.

Angesichts der sicheren Niederlage durch die Quadi-Krieger bewahrte Marcus Aurelius die Fassung und kniete sich ruhig zum Gebet nieder. (Bild: iStock)

„Das Einzige, was nicht wertlos ist, ist dieses Leben wahrheitsgemäß und richtig zu leben. Und Geduld zu haben mit denen, die es nicht tun. “

Mark Aurel

Meist schrieb Aurel erst spät in der Nacht seine Gedanken auf, wenn alle anderen bereits fest schliefen. Er hatte die Aufgabe ein Imperium mit all seinen Intrigen, Machtkämpfen, Hungersnöten und anderen unzähligen staatlichen Pflichten zu führen. Er hatte nur wenige Menschen, an die er sich wenden konnte, denen er sein Vertrauen schenkte. 

Seine harten, aber ruhigen Worte in „Meditationen“ enthüllen eine Seele, welche ein Ventil suchte, um Lösungswege zu finden. Die Seiten darin spiegeln seine innerliche Suche nach Prinzipien und Vernunft wider.

 „Heute bin ich der Angst entkommen. Oder nein, ich habe es verworfen, weil es in mir war, in meinen eigenen Wahrnehmungen – nicht außerhalb. “

Mark Aurel

Mark Aurels ständige Überprüfung seiner eigenen Gedanken, seine Hingabe an die Disziplin und sein rechtschaffenes Handeln dienten ihm und seinem Gefolge ein ganzes Leben lang.

Die Bewunderung der Götter 

Im Jahr 173 vor Christi, tief in der Wildnis Osteuropas, kämpfte Mark Aurel gegen den germanischen Quadi-Stamm, der oft schwächere Teile des nordrömischen Reiches überfiel. 

Damals umgaben eine große Anzahl aggressiver Krieger des Stammes die Palisadenmauern von Mark Aurel und seinen Männern. Palisadenmauern hatten im Kampf die Funktion die Armee beim Marschieren vor einem Hinterhalt zu schützen. Die Quadi hatten Mark Aurel und seine Gefolgschaft jedoch umzingelt und es  schien als könnten sie den Sieg für sich beanspruchen.

Der Überlieferung nach sahen die römischen Soldaten keinen Ausweg mehr und bereiteten sich auf ihre letzten Lebensmomente vor. Obwohl der Quadi-Stamm kurz vor dem Durchbruch stand, behielt Mark Aurel seine Gelassenheit. Er kniete ruhig nieder und sprach ein Gebet. Kurz darauf schlug ein Blitz vor den Quadi-Kriegern in den Boden ein.

Daraufhin waren die Quadis dermaßen verängstigt, dass sie das Weite suchten. Die römischen Soldaten waren ebenfalls fassungslos und zugleich dankbar für die scheinbar göttliche Intervention. Aurel wurde nach diesen Geschehnissen zur Legende. Viele waren überzeugt, dass es Mark Aurels hingebungsvolles Leben war, welches den Respekt und die Bewunderung der Götter gewann, die schließlich ihn und seine Armee in der Not retteten.

Die Bedeutung in der heutigen Zeit

Auch heute kann Mark Aurels Weisheit helfen die Schwierigkeiten, denen man auf der Reise durch das Leben ausgesetzt ist, zu verstehen, sich diesen zu stellen und sie für die eigene Weiterentwicklung zu nutzen. 

(Bild: iStock)

Es gibt Ängste, Wut und Depressionen, die einen Menschen durch traumatische Ereignisse belasten können. Doch auch wenn Schicksalsschläge schwerwiegend sind, kann man sich für das Nach-Innen-Schauen entscheiden. Dadurch ist es  möglich seine eigenen Reaktionen zu zügeln. Jene die sich einer spirituellen Praktik hingeben, erzählen oftmals von diesem Phänomen der Selbstzügelung. Ein Leben in der Mäßigung ist der Schlüssel zur Steigerung des Bewusstseins und einem tugendvollen Leben, wodurch man möglicherweise die Zustimmung des Schöpfers und seinen Segen gewinnen kann.

„Wenn Sie von etwas Äußerem geplagt werden, ist der Schmerz nicht auf das Ding selbst zurückzuführen, sondern auf Ihre Einschätzung davon; und das kann jederzeit widerrufen werden. “

Mark Aurel

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