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Wo leben die glücklichsten Menschen der Welt?

(Bild: iStock)

Der „World Happiness Report“ gibt seit 2012 einen Überblick über den Zustand des globalen Glücks. Drei Jahre lang wurden rund 3000 Menschen in 156 Ländern zu Aspekten wie Einkommen, Lebenserwartung, Korruption, soziale Unterstützung und Freiheit befragt.

Hierbei stechen die skandinavischen Länder wie Finnland, Dänemark und Norwegen hervor, gefolgt von Island und der Schweiz. Österreich belegt den zwölften Platz und Deutschland findet man auf Platz 15. Das Schlusslicht machen vor allem afrikanische Staaten. 

Die skandinavischen Länder findet man regelmäßig an der Spitze der Glücksliste. (Bild: iStock)

Erstmals wurde auch die Zufriedenheit unter Einwanderern in 117 Ländern erhoben und das Länderergebnis spiegelt sich auch hier. Die glücklichsten Migranten findet man ebenso in Finnland. Es zeigt sich weiter deutlich, dass das Glück der Zuwanderer einhergeht mit dem der ursprünglichen Einwohner, wobei diese Länder meist einen hohen Migranten-Anteil haben.

Hier die Top 20 der glücklichstn Länder: (1) Finnland, (2) Norwegen, (3) Dänemark, (4) Island, (5) Schweiz, (6) Niederlande, (7) Kanada, (8) Neuseeland, (9) Schweden, (10) Australien, (11) Israel, (12) Österreich, (13) Costa Rica, (14) Irland, (15) Deutschland, (16) Belgien, (17) Luxemburg, (18) USA, (19) Großbritannien, (20) Vereinigte Arabische Emirate  

Was ist so besonders am Leben im Norden?

Die nordischen Länder sind in ähnlichen Studien in den letzten Jahren immer wieder an der Spitze zu finden. Obwohl es viele Gründe dafür gibt, heben wir fünf wichtige hervor.

„Wenn ihr gegessen und getrunken habt, seid ihr wie neu geboren; seid stärker, mutiger, geschickter zu eurem Geschäft.“ – Johann Wolfgang von Goethe

Nordische Esskultur und Lebensmittelqualität

Der nordische Teil Europas bietet eine abwechslungsreiche und bodenständige Küche. Es werden vorrangig Lebensmittel gegessen, die vor der Haustür gedeihen, sprich Fisch, heimisches und saisonales Gemüse, sowie Obst, darunter meist Beerenobst. Fleisch und Junkfood kommen vergleichsweise wenig auf den Tisch. 

Gegrilltes Lachssteak im nordischen Stil (Bild: iStock)

Die nordischen Essgewohnheiten sorgen dafür, dass die Menschen in diesen Regionen robuster und weniger anfällig auf Erkrankungen sind, als im restlichen Teil Europas. Besonders die Erkrankungen welche größtenteils auf eine schlechte Ernährung zurückzuführen sind, wie etwa Adipositas, Diabetes und Herz- und Gefäßerkrankungen. Dies ist insofern von Bedeutung, da die Prognosen für Herzerkrankungen bis 2050 einen Anstieg von 75 % für Herzinfarkte voraussagen. Aber auch die Fitnessexperten schwärmen von der „Nordischen Diät“, weil diese beim Abnehmen behilflich sein kann.

Wenig Korruption

Der Korruptionswahrnehmungsindex wird seit 1995 von Transparency International weltweit erhoben. Diese nichtstaatliche Organisation widmet sich dem Kampf gegen Korruption und versucht mittels Umfragen und Studien Länder nach dem Grad der Korruptionswahrnehmung zu listen. Hier belegen die nordischen Länder im Ranking regelmäßig Top-Plätze, 2018 etwa liegt Norwegen auf Platz eins. 

Weniger Korruption bedeutet, dass die Bürger mehr Vertrauen in staatliche Einrichtungen und Programme haben, die vom Staat verwaltet werden, und zwar zum Wohle der Menschen und nicht der Politiker. 

Bildungssystem

„Bildung braucht Freiheit wie Freiheit Bildung braucht.“ –Stefan Rogal

Im skandinavischen Bildungssystem unterstützt man das natürliche Lernpotenzial von Kindern und legt Wert auf individuelle Charakterstärkung. (Bild: iStock)

Das Bildungssystem in den nordischen Ländern ist stets um ein Vielfaches herausragender, als das der restlichen Welt. Dies wurde ab der ersten PISA- Studie im Jahr 2000 regelmäßig erhoben. Seitdem dient das schwedische Modell als Vorlage für europäische Schulreformen.

Finnland ist beispielsweise hinter Südkorea auf Platz zwei bei der PISA und in Naturwissenschaften sogar führender Staat. Besonders die einheitliche Basis-Ausbildung von Kindern bis zu 16 Jahren sei dafür ausschlaggebend. Die Ausbildung der Lehrer ist umfassender und der Unterricht wird in einer autonomen Form abgehalten. Dabei konzentrieren sich die nordischen Länder auf minimale Hausaufgaben und ein umfassenderes Bildungssystem, das nicht ausschließlich auf Auswendiglernen setzt. Ziel vieler nordischer Bildungspolitiken ist es, den Charakter der Kinder zu stärken und ihnen praktisches Wissen zu vermitteln, um in der Welt durchzukommen. Die Bildung, einschließlich des Studiums, ist in den meisten Ländern kostenlos und die Kinder erhalten in der Schule gratis Mahlzeiten. Die Förderung des Einzelnen ist wichtig. Interessanterweise ist dieses Unterrichtskonzept nicht nur bewiesenermaßen effizienter, sondern auch für den Staat billiger.

Elternzeit für Väter

In den nordischen Ländern gibt es den „Elternurlaub“. Dieser macht es möglich, dass sowohl Väter als auch Mütter Zeit mit den Kindern verbringen können. Eine väterliche Figur von Geburt an zu bieten trägt wesentlich dazu bei, den Charakter eines Kindes zu stärken. In Norwegen sind insgesamt 47 Wochen Elternurlaub erlaubt, wobei Väter mindestens 14 Wochen Urlaub erhalten.

Der Elternurlaub ermöglicht es auch Vätern eine stärkere Bindung zu ihren Kindern aufzubauen. (Bild: iStock)

Kooperative Kultur

Traditionelle evolutionäre Modelle sind der Auffassung, dass das „Überleben des Stärkeren“ zu der heutigen Gesellschaft geführt habe. Dabei ist die Bedeutung von „Survival oft he fittest“ durchaus kreativer und situationsbedingt zu betrachten. Die nordischen Nationen legen meist Wert auf eine kooperative Kultur, in der sich die Menschen gegenseitig helfen und zum Wohlstand der Gemeinschaft beitragen. Das Miteinander steht im Vordergrund und die gemeinsamen Ziele werden im Fokus behalten. Neue evolutionäre Modelle scheinen sich in Richtung dieser Idee zu bewegen. Es zeigt sich sogar, dass kooperative, altruistische Gruppen dazu neigen, egoistische Gruppen zu übertreffen. „Die nordischen Länder zeigen den Wettbewerbsvorteil der Zusammenarbeit“, sagt Nina Witoszek, die ein Buch über das nordische Gesellschaftsmodell geschrieben hat, zu Science Nordic. Und wenn man sich den Glücksindex der Länder ansieht, scheinen sie auf dem richtigen Weg zu sein.

Kooperative Kultur zum Wohle der Gemeinschaft. (Bild: iStock)

Die Relevanz der Untersuchung ist umstritten. Ob der Glückszustand der Menschen wirklich mit den ausgewählten Faktoren erhoben werden kann, bleibt fraglich. Denn grundsätzlich stellt sich die Frage, ob ein solch individueller und komplexer Zustand wie Glück quantitativ überhaupt messbar ist. Zumindest kann der Report dazu dienen, sich die Zeit zu nehmen, um darüber nachzudenken, was einem selbst in den Zustand des Glücklichseins erhebt.


Ursprungsartikel: http://www.visiontimes.com/2019/03/05/ever-wondered-why-nordic-nations-are-ranked-as-the-best-places-to-live.html

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